6 (typische) Fehler beim Selfpublishing und wie du sie vermeidest

Es geht nicht nur um das Schreiben eines guten Buches, wenn du dich für Selfpublishing entscheidest. Du bist der Verlag und der Autor in einer Person. Der Verlag, der dir sonst alle Investments abnimmt und wichtige Entscheidungen für dich trifft, fehlt dir im Selfpublishing. Natürlich kannst du einfach deine Geschichte runterschreiben, in Paint ein Cover basteln und es ungelesen bei Amazon hochladen – falls du damit Erfolg hast, bist du ein Glückskind.

6 typische Fehler, die besonders Anfänger im Selfpublishing machen oder zu machen drohen, serviert dir heute Texan in Tokyo in einem Video (aber ich gebe dir noch ein zweites cooles Video dazu). Falls du keine Lust auf Videos hast, fasse ich dir aber die wichtigsten Aussagen einmal zusammen und gebe dir ein bisschen was aus meinem kleinen Erfahrungsschatz mit.


Starten wir frei übersetzt mit den 6 Fehlern

  1. Niemanden über den Inhalt und die Struktur sehen lassen 
  2. Niemanden Grammatik und Rechtschreibung prüfen lassen 
  3. Keinen eigenen Barcode und keine eigene ISBN kaufen
  4. Ein unprofessionelles Buchcover
  5. Kein (oder schlechtes) Marketing machen
  6. Glauben, das selbst verlegte Buch sei kein „richtiges“ Buch

Warum das die gravierendsten Fehler sind und was sie damit genau meint, erfährst du im Video:

Wenn du das mochtest, magst du vielleicht auch ihren Guide über das Self-Publishing:

Mit Nummer 5 und 6 kann ich problemlos mitgehen, weil es mich zunächst kein Geld kostet, aber die Punkte 1-4 kosten echt viel Geld. Fraglos machen sie das Buch besser bzw. sichern dir deine Rechte an deinem Werk.

Hier fällt mir natürlich sofort auf, dass die Bloggerin davon spricht, dass ihr Blog mehr Follower hat als ihr YouTube-Channel. Der YouTube-Channel hat allerdings schon fast 190.000 Follower, eine beachtliche Masse an Leuten, die sich für sie und ihr Thema interessiert. Ginge man davon aus, dass jeder 4. ihrer Follower ihr Buch kauft, könnte sie von etwa 50.000 verkauften Kopien ausgehen. Da kann man auf jeden Fall das Investment in 1 – 4 tätigen.

Für jemanden, der unter 2.000 Menschen mit seinem Blog/Youtube-Channel oder seiner Facebook-Seite erreicht, erscheint das Investment schon ziemlich riskant. Damit will ich nicht sagen, dass man nicht an sein eigenes Produkt glauben soll. Wer sollte das tun, wenn nicht wir? Aber nüchtern wirtschaftlich betrachtet, ist es ein Risiko, in Vorleistung zu gehen, wenn es keinen Marketing-Plan gibt.

Der Verlag macht sich normalerweise einen solchen Plan von deinem Buch, wenn er dir einen Vertrag anbietet – und wir ich eingangs erwähnt habe, bist du als Selfpublisher Autor und Verlag.

Mach dir einen Business-Plan!

Das heißt, du schreibst dir vor dem Release deines Buches folgende Dinge auf:

  • wie viel Geld du für welche Investments brauchst
  • wo du das Produkt zu welchem Preis verkaufen willst
  • wieviel Geld du für jeden Verkauf bekommst
  • wieviele Verkäufe du in welchem Zeitraum erwartest
  • wer deine Zielgruppe ist
  • wo und mit welchen Mitteln du deine Zielgruppe erreichen wirst

Du sollst mit deinem Business-Plan nicht auf Investorensuche gehen (es sei denn du möchtest das), sondern dir lediglich selbst einmal bewusst machen, welche Ausgaben bevorstehen und ob du diese Ausgaben durch die zu erwartenden Buchverkäufe decken kannst. Du solltest die Stellschrauben kennen, mit denen du deine Verkäufe ankurbeln kannst und ganz dringend musst du wissen, wer deine Bücher überhaupt kaufen würde.

Dein Buch kann ein Bestseller werden, aber ebenso ist es möglich (und leider viel wahrscheinlicher), dass es das nicht wird. Sei also gewappnet für Anfangsschwierigkeiten beim Selfpublishing. Übrigens ist auch ein Verlagsvertrag kein Garant für ein Buch, das sich gut verkaufen wird. In den letzten Jahren ist auch bei Verlagen die Anzahl der Flops gestiegen und die Verleger werden deshalb noch konservativer.

Eine Beispielrechnung, wie es laufen kann, findest du hier:

Dein erstes Buch – Deine Lizenz zum Geld drucken, oder?

Kenne deine Zielgruppe

Machst du es mit deinem Sci-Fi-Roman wie die Fantasy-Romance-Autoren und platzierst deine Werbung auf den gleichen Seiten, wirst du viel weniger Absatz generieren, weil du die falschen Kunden ansprichst.

Wenn du auf der Straße Leute ansprichst und ihnen dein Buch vorstellst (nur mal angenommen), würdest du für deinen New Adult Roman auch nicht den Rentner mit dem Schlapphut ansprechen, der dir als erstes über den Weg läuft, oder? Die Häufigkeit mit der du auf Desinteresse stößt wird bei wahlloser Ansprache sehr hoch sein.

Sprichst du jedoch den Typen mit dem Star Wars Logo auf der Umhängetasche an, hast du vielleicht einen Kunden für deinen Sci-Fi-Roman gewonnen. Junge, verträumt drein blickende Frauen sind vielleicht die Kundinnen für deinen New Adult Roman.

Machst du dir vorher ein Bild davon, wofür sich dein idealer Leser interessiert und wie er aussieht, wird es dir viel leichter fallen, ihn auch da anzusprechen, wo er für deine Werbebotschaft empfänglich ist. Vielleicht bist du mit deinem Kochbuch gut aufgehoben, wo Leute gemeinsam Kochen? Vielleicht ist dein Sci-Fi-Roman auf der Comic-Con gut platziert?

So häufig, wie ich hier „vielleicht“ verwende, tust du gut daran, dir vorher zu überlegen, wen du suchst! Du willst ja nicht bei jedem „Vielleicht“ falsch liegen. Das demotiviert dich nur. Du wirst glauben, dass sich niemand für dein Buch interessiert, nur weil du es den falschen Leuten vorstellst. Konzentrierst du dich auf deine Zielgruppe, so wirst viel mehr positives Feedback (und bessere Absätze) bekommen.

Außerdem solltest du wissen, wie viele Exemplare du verkaufen musst, bis dein Investment sich gerechnet hat (Breakeven) – ich empfehle dir, deinen Erlös nicht auszugeben bis du nicht den Breakeven überschritten hast. Maximal solltest du einen Teil der Erlöse ins Marketing investieren.

Dokumentiere deine Ausgaben und Erlöse während und nach der Release-Phase genau, damit du beim zweiten Buch noch weißt, wo es schwierig war und was sich für dich gelohnt hat.

  • wie viele Bücher hast du als Vorbestellungen verkauft
  • in welcher Woche/Monat nach dem Release hast du wie viele Exemplare verkauft
  • welche Preisaktionen oder Werbekampagnen (zu welchem Preis) hast du mit welchem Erfolg umgesetzt
  • wie lange hat es gedauert bis du dein eingesetztes Kapital wieder erwirtschaftet hast
  • wie viele Interviews hast du gegeben
  • wie viele Gast-Beiträge hast du geschrieben
  • wie viele Leserunden hast du veranstaltet
  • wie viele Rezensionsexemplare hast du verschenkt und wie viele Rezensionen hast du bekommen
  • wer hat dein Rezensionsexemplar genommen ohne die versprochene Rezension zu schreiben
  • wie viele Zeitungen hast du angeschrieben
  • etc.

Du siehst, die Liste ist lang, aber diese Dinge sind sehr wichtig – auch wenn du im Nachhinein einen Blog-Post darüber schreiben möchtest 😉