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Tipps gegen den Autoren-Lockdown-Blues

Geht es dir wie mir? Ich fühle mich von den ewigen schlechten Nachrichten und den Einschränkungen meiner persönlichen Freiheiten oft ziemlich niedergeschlagen. Mir fehlen Gespräche beim Kaffee, der Trubel auf Buchmessen und die ständige Anregung zur Selbstverbesserung, die mich danach oft antrieben, etwas noch Besseres aus mir herauszuholen.

Falls dich ähnliche Probleme plagen, möchte ich heute meine Top-Tipps für gegen diesen Frust mit dir teilen.

Seit ziemlich genau einem Jahr bin ich Podcast-Junkie. Auf den einsamen Spaziergängen, die ich im letzten Frühjahr, Sommer und Herbst unternommen habe, haben mich fremde Stimmen begleitet, die heute sowas wie Freunde für mich sind, obwohl sie keine Ahnung haben, dass ich überhaupt existiere – klingt wie eine Fantasiewelt? Ja, ein wenig, aber ich bin Autorin, ich darf zu meinen (imaginären) Freunden stehen. Nur dass sie halt doch real sind.

Da draußen gibt es viele Autoren, die in tollen Podcasts ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Leid teilen. Gerade über die Ohren nehme ich zur Zeit viel Input auf, meine Augen und Hände sind oft viel zu beschäftigt mit dem Alltag. Ich höre auf den Fahrten oder Spaziergängen zum Kindergarten, auf den einsamen Fahrten in die Supermärkte (wo ich früher oft Gesellschaft hatte) und auf meinen Spaziergängen ohne Begleitung, die ich zur Lockerung meiner Schulterverspannungen regelmäßig brauche.

Das gibt mir in der Isolation ziemlich viel. Ich habe in meinem privaten Umfeld lokal keine Autoren und ich telefoniere auch nicht gern. Videokonferenzen habe ich bei der Arbeit schon mehr als genug. Deshalb ist es für mich schön, wenn ich unterwegs einfach konsumieren und in Ruhe reflektieren kann. Oft komme ich mit frischen Ideen zurück nach Hause und bin wieder voller Energie


Die Stimmen, die mich mit der Welt verbinden

The Creative Penn ist ein Podcast, den es bereits seit über 10 Jahren wöchentlich gibt. Joanna Penn teilt dort ihr fundiertes Wissen rund um das Schreiben, Selfpublishing, Autorenbusiness und die Zukunft. Viele Interview-Gäste bereichern das thematische Portfolio. Als frühere IT-Beraterin hat sie immer ein besonderes Auge darauf, welche Technologien uns in Zukunft bereichern könnten. Das macht diesen Podcast für Technologie-Optimisten zu einem absoluten Must-Listen!

Six figure Author Podcast ist ein jüngerer Podcast von Lindsay Buroker, Joseph R. Lallo und Andrea Pearson. Sie alle drei sind erfolgreiche Vollzeitautoren und teilen auf dem Podcast wöchentlich Einsichten über das Business, ihre Fehler und Strategien. Auch diese drei haben gelegentlich andere Autoren zu Gast, aber meistens füllen sie die wöchentliche Stunde auch ganz allein hervorragend.

Beim Next Level Author Podcast von Sacha Black und Daniel Wilcox dreht sich alles um Verbesserung. Die beiden englischen Autoren stellen sich wöchentlich einer Frage und fordern sich und ihre Zuhörer heraus, das Beste aus jeder Arbeitswoche herauszuholen. Ich lache viel, wenn ich Sacha fluchen oder in hysterisches Gelächter ausbrechen höre. Dieser Podcast macht mir wirklich irre Spaß!

The Rebel Author Podcast ist Sacha Blacks alleiniger Podcast mit zahlreichen Gästen und rebellischen Themen. Es gibt jedes Mal eine rebellische Geschichte von einem Zuhörer und die Gäste müssen ebenfalls zum Abschluss immer von einem rebellische Akt berichten, um dem Thema treu zu bleiben. Sacha ist lustig und nimmt kein Blatt vor den Mund, was ich total feiere.

Außerdem habe ich mich kopfüber ins Lernen gestürzt.

Ich habe via Youtube Film Courage entdeckt und mich dort umfassen über das Drehbuchschreiben informiert. Karl Iglesias ist daraufhin gleich in zweifacher Form bei mir eingezogen. Seine Vorträge haben mir so gut gefallen, dass ich mir eins seiner Bücher als Hörbuch und Taschenbuch gekauft habe, um immer wieder nachlesen zu können.

Über Audible habe ich mir eine ganze Reihe von Hörbüchern zur Produktivitätssteigerung angehört. Darunter 2K to 10K: Writing Faster, Writing Better, and Writing More of What You Love, 5,000 Words Per Hour: Write Faster, Write Smarter, Volume 1 und The Writing Productivity Bundle: Write Better, Faster, The 8-Minute Writing Habit, and Dictate Your Book. Jedes davon war auf seine Weise hilfreich, aber ich schreibe nun weder automatisch 5k pro Stunde noch 10K am Tag 😉 Trotzdem habe ich viel gelernt.

Insgesamt sind viele Bücher über das Schreiben und verwandte Themen bei mir eingezogen – ich habe neues Wissen aufgesogen wie ein Schwamm, auch wenn ich nicht alles sofort umsetzen kann, habe ich doch einen tollen Fundus zum Nachschlagen und ich bin mir sicher, bei jedem Mal reinlesen oder reinhören werde ich etwas Neues in meinen Autorenalltag mitnehmen.

Außerdem habe ich im vergangenen Jahr Heart Breathings auf YouTube entdeckt, wo US-Autorin und Selfpublisherin Sarra Cannon vom Serienschreiben und ihrem Produktivitätssystem berichtet. Ich finde sie sehr sympathisch und mag ihre planerische Herangehensweise an die Welt einer schreibenden Mama. Ihre quartalsweise aufgebauten Kanbanboards, die ich beruflich kenne, haben mich inspiriert, meine eigenen Ziele und Aufgaben neu zu überdenken. Daraufhin habe ich mir mein eigenes Produktivitätssystem entwickelt, das ich seitdem in meinem Bullet Journal und über Trello tracke.

Ich schaue mir gern die Videos von Bethany Atazadeh an. Sie ist ebenfalls sehr sympathisch und teilt tolle Ideen mit ihrer Community auf YouTube.

Zu Weihnachten bin ich dann auch noch Masterclass-Kundin geworden. Das kann ich dir echt nur empfehlen. Größen wie Neil Gaiman, James Patterson und viele andere lehren über das Schreiben und es ist fantastisch. Gaiman ist so wahnsinnig inspirierend. Neben den Schreibthemen gibt es in dem Abo auch noch viele andere tolle Themen. Sara Blakely lehrt Entrepreneurship – das war mein erster Kurs und er war einfach großartig.


Sympathie ist mir bei all diesen lehrreichen Themen immer noch wichtig. Ich mag es, wenn die Menschen mir in ihren Videos, Podcasts oder Büchern auf Augenhöhe begegnen und mich an etwas teilhaben lassen, statt mich frontal zu belehren.

Aber merkt ihr etwas? Alles, was ich hier aufzähle ist international und englischsprachig. Ich weiß, einige meiner Leserinnen fühlen sich in dieser Sprache nicht wohl, aber für mich ist gerade das mein Fenster zur Welt – raus aus meiner eigenen kleinen Blase im Lockdown. Außerdem gibt es spannende Einblicke, da uns die englischsprachige Buchwelt ein ganzes Stück voraus ist. Das gibt mir in schwierigen Zeiten den Mut, daran zu glauben, dass ich als Nischenautorin eines Tages auch mal in Deutschland so viele Bücher verkaufen kann, dass ich davon leben kann – auch wenn das vielleicht noch 10-20 Jahre dauert.

Bei allem, was ich höre und lese, nehme ich doch oft mit, dass das, was ich hier mache, ein Marathon ist und kein Sprint. Und wir sind nicht allein. Du bist nicht allein!

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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