Bücherschrank

[Rezension] M.C. Beaton – Agatha Raisin und der tote Richter

Meinen Urlaub – oh je, er ist fast um – habe ich vorwiegend mit Lesen und Faulenzen verbracht, was mir recht gut getan hat. Allerdings könnte ich noch drei weitere Wochen Urlaub gebrauchen.

Fünf Bücher habe ich in diesem Urlaub nun schon gelesen. Eine recht stolze Leistung, wenn man mein Lesepensum des letzten Jahres zugrunde legt. (Falls in diesem Text „B“s fehlen, liegt es an meiner Tastatur… es muss wohl ein Krümel drin stecken… Ich kümmere mich später um diese Lappalie 😉 )

Nach dem ersten gelesenen Buch habe ich mir zwei neue gekauft – das hilft mir leider wenig beim geplanten Abbau meines Stapels ungelesener Bücher, ABER die zwei neuen sind ebenfalls schon gelesen, worauf ich mich dann mit drei weiteren belohnte… ein Teufelskreis!

Der erste Neuzugang möchte heute mit einer Rezension bedacht werden. Es handelt sich um einen klassischen milieufernen (d.h. der Protagonist hat nichts mit polizeilicher Arbeit zu tun) Krimi – solche sind mir immer die liebsten!

M.C. Beaton – Agatha Raisin und der tote Richter

51IBlpxPJ3L-1

Cosy Crime mit vergifteter Quiche und einer Liebe auf den zweiten Blick

Für den Ruhestand ist Agatha Raisin eigentlich noch etwas jung, doch sie entschließt sich, ihrem Jugendtraum zu folgen und sich in ein Haus in den Cotswolds zurückzuziehen. Das Landleben ist neu für die ehemalige PR-Managerin und sie hat einige Schwierigkeiten sich einzufügen. Agatha ist grob und derbe, weshalb auch ihr irgendwann auffällt, dass sie eigentlich keine Freunde hat. Das soll sich ändern. Mit Hilfe einer List möchte sie den örtlichen Backwettbewerb gewinnen. Zwar gelingt ihr das nicht, der Preisrichter stirbt jedoch ausgerechnet an ihrer Quiche.

Unter Verdacht stehend muss sie nun zugeben, dass sie die Quiche nicht einmal selbst gebacken hat. Agatha wäre jedoch nicht Agatha, wenn sie sich nicht auf eigene Faust auf die Suche nach dem wahren Täter machen würde.

So beginnt nun also der erste Fall der Agatha Raisin-Reihe. Nach rund 60 bis 70 Seiten war ich von der Hauptfigur genervt, weil sie wirklich jedem Menschen über den Mund fahren muss und sich ausschließlich für sich selbst zu interessieren scheint. Ich war froh, als sie dann selbst eingesehen hat, dass es so kaum weitergehen kann. Am Ende des Buches war ich mit diesen charakterlichen Makeln zumindest so weit ausgesöhnt, dass ich mit Freude auch den zweiten Band gelesen habe.

Das Buch bietet genau die richtige Menge Spannung und Gefahr für einen Nachmittagskrimi. Ein solches Buch liest man nicht, wenn man Blut und Action sucht. Es handelt sich vielmehr um einen Krimi der Kategorie Cosy Crime mit einer unterhaltsamen Dorfgemeinschaft und einer Hauptfigur, die noch einiges an Entwicklungspotenzial birgt.

Einen halben Stern ziehe ich dem Roman für das kleine Ärgernis über Agathas Charakter und den übermäßigen Alkoholkonsum (der sich durch die komplette Reihe zu ziehen scheint) ab, aufgerundet sind wir dann aber doch wieder bei 5 Sternen.