Belesen · Leben

Ein Roman, der meine Erwartungen enttäuscht, mir aber etwas deutlich Besseres beschert hat. Absolut lesenswert! [Rezension]

Ich bin auf Angels Fall aufmerksam geworden, weil ich einige Monate zuvor in eine Lesung der Autorin gestolpert bin. Warum genau ich dort gelandet war, kann ich nicht so recht sagen. Vielleicht wollte ich einfach mal auf eine Lesung einer anderen deutschen Autorin, um zu sehen, wie das so läuft. Oder ich hatte gerade nichts besseres zu tun. Auf jeden Fall war es nicht des Buches wegen. Denn worum es ging, erfuhr ich erst währenddessen. Jugendthriller – naja, eigentlich nicht so mein Ding, hatte ich doch gerade dem Thriller abgeschworen und in der Altersklasse bin ich auch schon lange nicht mehr.

Erst dachte ich also, das wäre nichts für mich. Die Lesung war angenehm – nicht überprofessionell, was es für mich total sympathisch machte und mir ein wenig die Angst davor nahm, selbst einmal auf einer solchen Veranstaltung zu lesen. Anschließend hakte ich die Sache ab, aber auf der Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr sah ich die Autorin wieder und weil ich mich immer noch sehr lebhaft an das Thema des Buches und den tollen Ton ihrer Sprache erinnerte, nahm ich Angels Fall mit. Erstaunlich schnell habe ich es dann auch gelesen, denn für gewöhnlich liegen gekaufte Bücher bei mir erstmal (ein paar Jahre) herum.

Ein Roman, der meine Erwartungen enttäuscht, mir aber etwas deutlich Besseres beschert hat. Absolut Lesenswert! [Rezension]

Angels Fall – Susanne Leuders

In meinen Worten: Worum geht es?

Amelie ist ein Teenager-Mädchen aus gutem Haus, das ein Problem mit so ziemlich allem hat.  Als Angel treibt sie sich im Netz herum und Angel ist ein Mädchen, das keine gefährliche Situation auslässt. Sie hat die sonderbare Angewohnheit mit fremden Typen komplett abzustürzen, wie ich es noch in keinem anderen Roman jemals gelesen habe. Eigentlich kein Wunder, dass sie mit diesem Lebensstil Ärger magisch anzieht.

Ihr einziger „Freund“ ist Striker, den sie nur aus dem Chat kennt. Zunächst geht es um Amelie aka Angel und ihr ziemlich einsames Leben, doch als sie eines Tages herausfindet, wer ihr Striker wirklich ist, nimmt die Geschichte einen ganz anderen Lauf.

Meine Meinung zu dem Jugendthriller

Das Cover des Buches, das die Autorin selbst gestaltet hat, ist absolut genial – es nimmt einen gefangen, auch wenn Angel keineswegs ein Engel ist und die Flügel ein fantastisches Element andeuten, das es im Roman nicht gibt.

Der Titel ist mysteriös und lässt absolut im Dunkeln, was Angels Fall eigentlich ist. Das bleibt auch im Roman lange nebulös. Erst zum Ende hin entwickelt sich tatsächlich ein richtiger Kriminalfall.

Zunächst war ich von dem Buch ein wenig enttäuscht, weil es meine Erwartungen nicht erfüllen wollte. Ich ging an das Buch mit dem Gedanken heran, dass es sich um einen relativ klar strukturierten Kriminalfall mit persönlich bedrohlicher Spannungskomponente handelt – ein Thriller eben. Doch da ich lange keinen Fall entdeckte und eher in einem New Adult Roman zu stecken schien, steckte ich in einem Konflikt.

Ganz ehrlich, ich gab dem Roman zunächst nur 3,5 Sterne – die ich heute (mit anderen Erwartungen und anderem Blick) auf mindestens 5 Sterne korrigiere. Angels Fall ist vielleicht weniger Thriller als ich erwartet hatte, aber es ist ein großartiger Spannungsroman, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Das passiert verdammt selten. Die Beziehung der beiden Figuren Angel und Striker ist unfassbar faszinierend, sie bildet das Grundgerüst dieser Geschichte und wäre aus meiner Sicht bereits ein herausragender New Adult Roman. Der „Fall“ gerät in den Hintergrund und verschwindet manchmal fast im Nebel, aber das macht das Buch nicht schlechter.

Das einzige, was ich nicht mochte, waren die Einschübe zu Beginn der Kapitel – Geschmacksache, absolut.  Meins ist das nicht, mich reißt das aus dem Lesefluss und für mich hinterlässt es häufig einen Beigeschmack von „Aufpolstern“, was Angels Fall absolut nicht nötig hätte. Von den 6 Sternen, ziehe ich hierfür also einen ganzen ab und lande immer noch bei den maximal möglichen 5…

Angels Fall blieb mir lange im Kopf – weshalb ich diese Rezension auch nach fast 2 Jahren noch einmal komplett neu schreibe. Auch der Nachfolger Strikers Fall ist absolut lesenswert!

Als ich den Film Nerve mit Dave Franco in der männlichen Hauptrolle zum ersten Mal sah, musste ich zwangsläufig wieder an diese beiden Bücher denken. Weder bei dem Film noch bei den Büchern konnte ich aufhören, bevor es vorbei war – und ich bin die, die in der Werbepause zappt und vergisst zurückzuschalten. Also wer Nerve mochte, sollte unbedingt mal Angels und Strikers Fälle lesen! Und wer beides noch nicht kennt – auch!

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