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Produktivität – Erfolgsketten bilden

Willkommen zu einem neuen Beitrag zu einem meiner Lieblingsthemen: Produktivität

Heute wollen wir über Erfolgsketten sprechen, die uns vor allem eine Sache bringen sollen, nämlich Kontinuität. Der Aufbau von Erfolgsketten ist ein psychologischer Trick, der zwar nicht bei jedem funktioniert, aber einige erheblich anspornt. Jacqueline Vellguth tut es, Sarra Cannon tut es… warum nicht auch wir?

Eine Erfolgskette bildest du, indem du eine Reihe von Erfolgen nicht mit Misserfolgen unterbrichst. Klingt genauso trivial wie utopisch, aber schauen wir uns ein Beispiel aus der Schreibwelt an.

Autorin Clara nimmt sich vor täglich zu schreiben, weil sie mit ihrem Projekt vorankommen will. Nach einer langen Zeit von anfallsartigem Schreiben, wenn sie gerade einmal Zeit und Muße hatte, stellt sie fest, dass ihr Manuskript nicht so richtig fließt. Das will sie nun also mit täglichem Schreiben ändern.

Autorin Clara hat nun 2 grundsätzliche Möglichkeiten:

1. Sie kann sich ein hohes Ziel setzen, denn schließlich will sie etwas schaffen. 1000 Wörter am Tag sollten es schon sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich an einem stressigen Tag hinsetzt, wenn sie weiß, dass sie nur 15 Minuten an ihrem Projekt arbeiten kann, bevor sie wieder unterbrochen wird, ist eher gering, denn die gewünschten 1000 Wörter wird sie so ohnehin nicht schaffen.

2. Sie kann sich ein niedriges Ziel setzen und hoffen, dass sie es regelmäßig erheblich übertrifft, um wirklich schnell das Wörtchen Ende unter das Dokument zu setzen. 100 Wörter am Tag sollten wirklich immer machbar sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich nun an dem gleichen stressigen Tag hinsetzt und wenigstens diese 15 Minuten nutzt, ist deutlich höher.

Natürlich schafft jemand, der 1000 Wörter am Tag schreibt mehr als jemand, der 100 Wörter am Tag schreibt. Aber Autorin Clara geht es ja darum, endlich mal kontinuierlich dran zu bleiben. Außerdem muss sie nicht nach 100 Wörtern aufspringen und den Schreibtisch verlassen. Sie darf es – und da liegt der Unterschied.

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Bei Erfolgsketten geht es darum, dass du eine Kette von erfolgreichen Ereignissen aufbaust und diese nicht abreißen lässt. Je länger deine Kette, desto höher dein Ansporn auch diesen einen schwierigen Tag zu meistern. Nach 100 erfolgreichen Schreibtagen, hast du keine Lust, wieder auf 0 zu springen, nur weil du den 101. Tag keine Motivation mehr findest, dich für 10 Minuten ans Manuskript zu setzen.

Eine Erfolgskette kann ein mächtiges Tool sein, um an einer Sache dranzubleiben und das funktioniert besonders gut, wenn die Hürde so klein ist, dass man sie mit wenig Aufwand nehmen kann.

Hast du vorher jeden Sonntag 2000 Wörter geschrieben und du bist ein Typ, der nach den 100 als Ziel gesetzten Wörtern nun regelmäßig aufspringt und wegläuft, solltest du dein Ziel vielleicht ein wenig nach oben anpassen, wenn du deine Produktivität steigern möchtest. Denn 7*100 sind eindeutig weniger als 1*2000.

Je nach Ziel und persönlicher Veranlagung können dir also Erfolgsketten mit niedriger Schwelle helfen oder auch nicht.

Warum schreibe ich heute über Erfolgsketten?

Das ist eine berechtigte Frage und ich möchte sie dir beantworten. In den vergangenen Monaten habe ich detailliert Buch darüber geführt, wie viel ich an welchen Tagen in welchen Projekten geschrieben habe. (genutzt habe ich dazu die Schreibstatistik 2021 von Marie Graßhoff) Ich schreibe ca. 20-30 Wörter im Monat. Das ist an und für sich schon ganz solide, aber ich würde gerne mehr schaffen. Insbesondere sehe ich Potenzial bei den Tagen, an denen ich bislang nicht schreibe. Je nach Monat sind da durchaus 5-10 Tage im Monat bei 0.

Das heißt nicht, dass ich nichts mache, was meinen Buchprojekten dienlich ist, sondern nur, dass ich keine zusätzlichen Wörter aufs Papier bringe. Tage, an denen ich Buchsatz mache, vergehen gerne ohne geschriebene Wörter. Tage, an denen ich korrigiere oder veröffentliche auch… nun ja… aber was wäre wenn ich an diesen Tagen meinen Hintern doch noch für 10 Minuten hinsetze und 100-200 Wörter tippe? 10% Steigerung meines Schreibpensums sind dadurch durchaus drin. Ich muss nur die 0en eliminieren.

Also werde ich den Juli jetzt nutzen und wie Sarra Cannon in ihrer YouTube Community versuchen, eine 31 tägige Erfolgskette aufzubauen. Tag 1 ist bereits geschafft (…obwohl ich Buchsatz mache und heute Abend nicht zuhause sein werde – aus diesem Blickwinkel ein ziemlich sicherer Kandidat für eine 0 im Kalender)

Hast du Lust mit mir/uns eine Erfolgskette zu starten?

Ich bin gespannt, wie sich die Erfolgskette auf meine Motivation auswirkt und ob ich sie reißen lasse oder mich für ihren Fortbestand stark mache.


Update zu meiner Erfolgskette

14 Tage im Juli sind vergangen und ich kann vermelden, dass ich an jedem Tag dieses Monats bislang über 100 Wörter geschrieben habe. Allerdings ist meine Gesamtproduktivität geringer als in den Vormonaten, was aber vermutlich eher an der Jahreszeit liegt. Ich schreibe im Sommer generell tendenziell weniger. Nach dem Urlaub drehe ich dafür meist wieder voll auf.

Insgesamt stehe ich für den Juli aktuell bei rund 7000 Wörtern nach 14 Schreibtagen. Das ist nicht die Welt aber es ist Fortschritt. Fortschritt, den ich vielleicht ohne die Kette nicht gemacht hätte. Diese 7000 Wörter verteilen sich auf drei verschiedene Projekte. Aktuell schreibe ich neben der Überarbeitung von High Fashion Mystery 6 an zwei Geheimprojekten, die ich in Zukunft unter neuen Pseudonymen (je nach Genre) veröffentlichen will. Da ich bei der Arbeit aber zur Zeit sehr stark eingebunden bin, schaffe ich nur an wenigen Tagen nennenswert mehr als 500 Wörter, was deutlich unter meinen sonstigen Schreibtagwerten liegt.

Wenn Zeit knapp ist, kann dir also eine Erfolgskette helfen, in deinen Projekten zu bleiben.

Lektion aus dem Update

Ein Kommentar zu „Produktivität – Erfolgsketten bilden

  1. Ich liebe den Ansatz von kurzen Erfolgsketten. Haben die selbe Methode erst vor kurzem beim Schrieben einer Seminararbeit benutzt und versucht die Arbeitsschritte so kleinteilig wie möglich aufzuteilen. Und siehe da, ich habe es tatsächlich geschafft die Arbeit einzureichen, ohne die Frist aufschieben zu müssen.

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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