Belesen · Leben

Nur eine Liebesgeschichte und doch so viel mehr [Rezension]

Ich wollte, dass Carolin Emrichs The Way to find Love mal meinen Buchladen von innen sieht, deshalb habe ich es mir entgegen meiner sonstigen Konsumangewohnheiten vor Ort bestellt. Mir war wichtig, dass meine Buchhändlerin das Buch in der Hand hält und sich fragt „Oh, was ist das denn und warum kenne ich es noch nicht?“ Denn der Sternensand-Verlag ist leider (noch) nicht in meiner Buchhandlung vertreten. So versuche ich also, meinen Beitrag auf der Nachfrageseite zu leisten, damit sich dieser Umstand eines Tages ändert.

Carolin Emrich – The Way to find Love

The Way to find love von Carolin Emrich

In meinen Worten: Worum geht es?

Mareike und Basti lernen sich unter recht ungewöhnlichen Umständen kennen. Sie erwischt ihn in einem Geschäft beim Diebstahl und die beiden kommen irgendwie ins Gespräch. Beide verheimlichen dem jeweils anderen ein paar wichtige Details aus ihrem Leben, aber es gibt eigentlich keinen Grund, einem Wildfremden gleich die ganze tragische Lebensgeschichte zu erzählen, oder?

Nach dem etwas holperigen Start wird aus den beiden Jugendlichen so etwas wie Freunde. Doch das Thema Unterlassungslüge setzt sich in alle Richtungen fort. Im Grunde kein weltbewegendes Thema und doch beweist Carolin Emrich, dass daraus ein spannender Roman werden kann.

Meine Meinung zu dem Auftakt der New Adult Reihe

Carolin Emrich hat mit dem Auftakt dieser Reihe eine sehr tiefgründige Liebesgeschichte geschaffen, in der außer der Liebe viele andere Werte eine wichtige Rolle spielen. Immer wieder geht es um Freundschaft, Vertrauen und um die Frage, wie viel Ehrlichkeit muss eigentlich sein?

Viele Stellen haben mich zum Nachdenken angeregt und die Alltäglichkeit der Situationen, die sie für ihre Protagonisten schildert, erinnert mich an meine eigene Jugend. Sicher war ich nie Mareike und mein Freund nie wie Basti, aber trotzdem war das Leben generell irgendwie von ähnlichen Themen geprägt. Soll ich es (was auch immer) ihm oder ihr sagen?

Das Alter der Protagonisten ist ihrem Verhalten und den speziellen Lebensumständen entsprechend. Da ich bereits einige Jahre älter bin, hätte ich an vielen Stellen anders gehandelt. Aber ein gutes Jugendbuch erzählt eben keine Geschichte von Erwachsenen, sondern von Jugendlichen und das ist der Autorin sehr gut gelungen.

Unter den Figuren hatte es mir lange Zeit Basti total angetan – er ist ein vielschichtiger Charakter mit Ecken und Kanten. Seine Entwicklung über die 420 Seiten des Buches ist hervorragend beschrieben. Aber am Ende da gab es diesen einen Satz einer anderen Figur, die mich nun fieberhaft auf den nächsten Teil warten lässt. – Nein, es ist kein Cliffhanger, sondern einfach ein Satz, der mich komplett für diese andere Figur eingenommen hat. Und Nein, es kündigt sich auch keine Dreiecksbeziehung an. Um wen es geht, werde ich aber nicht verraten.

Empfehlen kann ich dieses Buch allen Leserinnen, die spannende Charaktere, authentische Gefühle und gut recherchierte Umstände mögen.

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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