Belesen · Leben

Nervige Protagonistin verdirbt den Lesespaß [Abbruch-Rezension]

Ich traue mich jetzt einfach. Lange habe ich mich davor gedrückt und in mir selbst eine Barrikade errichtet. Einen Wall aus angelesenen Büchern, die mich nicht gepackt haben. Mal lag es am falschen Zeitpunkt, ganz klar. Aber bei manchen ist es definitiv nicht der Zeitpunkt, sondern das Buch an sich, das nicht zu meinen Lesevorlieben passt.

Jetzt gestehe ich mir also ein, dass einige der Bücher, die seit Ewigkeiten halb gelesen bei mir rumfliegen, nie fertig gelesen werden. Weil ich nicht mehr will. Weil ich die Nase voll davon habe. Sie verschwinden damit von meinem SuB (meinem Stapel ungelesener Bücher – in Wirklichkeit 1,5 vollgestopfte Regale und ein paar Dutzend eBooks) und belasten mich nicht mehr.

Ich will lieber Bücher lesen, die mir gefallen. Also bekommst du jetzt hier auch Abbruchrezensionen zu lesen. Manch einer sagt, wer das Buch nicht komplett gelesen hat, darf es nicht bewerten. Ich sehe das anders. Gerade wenn ich ein Buch nicht bis zum Ende durchhalte, muss ich das auch kommunizieren dürfen.


Meine Abbruchrezension zu Thoughtless von S.C. Stephens

Ein Buch, an dem ich lange geknabbert habe, bevor ich mir eingestanden habe, dass ich es nicht mehr lesen will. Eine Figur, die ich richtig klasse und spannend finde, eine farblose und eine, die mich zur Weißglut trieb. Das war der zentrale Cast von Thoughtless: erstmals verführt von S.C. Stephens.

Die Story beginnt grundsätzlich vielversprechend:

Die schüchterne (warum sind sie eigentlich immer schüchtern und dann doch nicht?) Kiera zieht mit ihrer großen Liebe Denny nach Seattle. Denny ist der Mann ohne Farbe – scheinbar ein echter Prachtkerl, dessen wichtigste Eigenschaft es ist, Kieras toller Typ zu sein. Vielleicht tue ich dem guten Mann an dieser Stelle Unrecht, aber auf mich hat er nicht viel Eindruck gemacht.

Gemeinsam ziehen sie zu einem merkwürdig anmutenden jungen Mann, der einst eine wichtige Bezugsperson von Denny war. Von großer Freundschaft ist allerdings nicht viel zu spüren – zumindest bald nicht mehr. Denny hat in Seattle einen tollen Job und Kellan Kyle, so heißt der Kumpel, ist der örtliche Rockstar.

Die immer noch schüchtern wirkende Kiera lernt den Rockstar zwangsläufig ein bisschen kennen und arrangiert sich damit, dass sie unter einem Dach leben müssen. Sie wäre wohl lieber mit ihrem Goldschatz allein, aber dann würde ja die ganze Geschichte nicht funktionieren. Jetzt kommt nämlich der Punkt, an dem Denny die Stadt verlassen muss – wegen eines Auftrags und für länger. Kiera bleibt allein mit dem Rockstar zurück, der natürlich ein ziemlich heißer Kerl ist. Da aber Denny ihre große Liebe ist (erwähnte ich es eingangs schon) droht von dieser Seite selbstverständlich keine Gefahr.

An meiner Übertreibung merkst du sicher, dass es vollkommen überraschend doch anders kommt. So weit hat mir die Geschichte auch gefallen. Lust und Liebe, das habe ich erwartet und das bekomme ich auch geliefert.

Es war mein erster Roman in diesem Genre. Und meine Sorgen, weshalb es mir möglicherweise nicht gefallen könnte, erwiesen sich als vollkommen berechtigt. Kiera beginnt mit den beiden Männern zu spielen und tut dabei beiden weh. Nicht weil sie sich plötzlich rausnimmt, zu tun, was sie will. Nein, Madame ist einfach so hin- und hergerissen von ihren Gefühlen. Zwangsläufig beginnen die beiden eine heftige Affäre hinter dem Rücken von Kieras großer Liebe.

Wäre ich Kiera (und das war ich glücklicherweise nie), hätte ich mich ziemlich zügig entschieden. Sie tut das nicht, denn die Buchreihe erstreckt sich noch über weitere Titel, die ich niemals lesen werde. Ich mag keine Dreiecksgeschichten, wenn die Protagonisten nicht stark sind. Kiera ist ein echter Waschlappen – tut mir leid, für alle, die sie und die Bücher mögen, aber meine Meinung ist nun einmal meine Meinung.

Die einzelnen Szenen zwischen Kiera und Kellan sind wirklich gut. Heiße Story und ich hätte gern weiter gelesen, aber diese Frau ging leider für mich gar nicht. Ich habe es mehrmals versucht und schließlich nach 250 Seiten die Flinte ins Korn geschmissen – dieses Drama endet für mich hier. Da noch ca. 400 Seiten vor mir gelegen hätten, vermutete ich dort viel „Sich im Kreis drehen“ und Herumgejammere, während jeder irgendwie „aus Versehen“ jeden verarscht. Aber vermutlich kämen auch noch ein paar heiße Szenen…

Schreib mir gerne in die Kommentare, wenn du meine Meinung teilst oder du deinen Senf dazu geben möchtest, weil du gar nicht nachvollziehen kannst, wie ich zu dem Buch stehe.

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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