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Mein Projekt Zuckerfrei Woche 1: Detox, Entzugserscheinungen und Nebenwirkungen

Der Start in ein gesünderes Leben ist bekanntlich alles andere als einfach. Eine Veränderung ist meist mit einer gewissen Gegenwehr von allen Beteiligten verbunden. Will ich die Veränderung überhaupt? Komme ich mit den Folgen zurecht? Du kennst es sicher von dir selbst.

Ich habe den Start gewagt und ernähre mich nun seit 7 Tagen zuckerfrei. Welche Nebenwirkungen der Zuckerentzug bei mir bislang hervorruft, was ich esse, wie ich mein zuckerfreies Leben organisiere, ob ich davon abnehme und einiges mehr erzähle ich dir heute.

Challenge Zuckerfrei Woche 1

Warum überhaupt ein Projekt Zuckerfrei?

Ich spielte schon einige Wochen mit dem Gedanken, dieses Jahr die Fastenzeit für etwas sinnvolles zu nutzen. Außerdem fiel mir vor einigen Wochen ein Buch über ein zuckerfreies Leben in die Hände, von dem ich bei Gelegenheit noch berichten werde. Vor etwa drei Jahren habe ich zum ersten Mal sechs Wochen lang auf Zucker verzichtet. Grundsätzlich weiß ich also, dass Zucker mir nicht besonders gut tut und wo er sich überall versteckt.

Ein Zuckerverzicht ist also gesundheitlich sinnvoll.

Zu meinen Startvoraussetzungen muss ich sagen, dass ich durchaus Potenzial habe etwa 20 kg Gewicht zu verlieren. Mein Körper neigt zu Entzündungen bei jeder Gelegenheit. Ich habe eine ungewöhnliche Form der Weizenallergie (WDEIA). Und das Projekt Zuckerfrei läuft bei mir neben meinem Alltag als Vollzeit berufstätige Mama einer 15 Monate alten Tochter, die nebenbei auch noch freiberuflich Romane schreibt – ich habe also nicht viel Zeit für Kochexperimente und allabendliche Überlegungen, was ich mir am nächsten Tag zur Arbeit einpacke.

Was ich mir von einem Zuckerverzicht verspreche

Was das Projekt für mich aber eigentlich bieten soll, ist ein Einstieg in ein insgesamt gesünderes Leben. Ich möchte langfristig bei Clean Eating landen und habe beschlossen, mir den Umsteg leichter zu machen, indem ich nicht von jetzt auf gleich ALLES streiche und mein Leben stark verkompliziere.

Gemäß meines Beitrags Programmiere dich auf Erfolg mit drei einfachen Schritten habe ich mir meine Motivation niedergeschrieben, mich konzentriert auf den ersten Schritt und ich nutze meine Erfahrungen.

Der erste Verzicht auf Zucker war weniger schwierig als erwartet. Das sollte doch dieses Mal auch klappen. Natürlich ist es kein Spaziergang. Vermutlich wäre ich sogar recht schlank, wenn ich nicht regelmäßig zu süßem Gebäck und Co. griffe.

Wie gestalte ich meinen zuckerfreien Alltag?

Beim ersten Mal bin ich den Ratschlägen gefolgt und habe mich mit Trockenfrüchten und Nüssen eingedeckt und habe einiges ersetzt und neue zuckerfreie Rezepte ausprobiert. Das kann sicher für einige funktionieren – für mich hat es das nicht.

Ich habe letztes Mal in sechs Wochen anders als erwartet und gehofft kein einziges Gramm abgenommen. Natürlich ist das nur ein Nebeneffekt des Zuckerverzichts. Jedoch ein Nebeneffekt, den ich bei einem übergewichtigen Menschen wie mir fest einplane. Schließlich gehört zu einem gesünderen Leben auch ein schmelzendes Fettdepot.

Dieses Mal ersetze ich nichts im Alltag. Ich weiß, dass ich zu viel esse, also kann ich den ungesunden Teil davon eigentlich bedenkenlos streichen, sofern meine Selbstbeherrschung das mitmacht. Ich streiche also meine süßen Gebäckstücke, Schokoaufstrich, Pudding, Schokoriegel und so ziemlich alles, das man gemeinhin für komplett wertlos hält. Ich achte auch auf versteckten Zucker in Joghurt, Fertiggerichten und Co.

Ich esse Obst, versuche meinen Obstkonsum aber nicht nennenswert zu steigern. Außerdem esse ich weiterhin bei der Arbeit in der Kantine, weil es sich für mich im Augenblick nicht anders umsetzen lässt. Würde ich von mir selbst erwarten, mir täglich mein Essen vorzubereiten, würde ich kläglich scheitern. Wie ich schon im oben verlinkten Beitrag erklärt habe, funktioniert eine Umstellung für mich besonders gut, wenn ich mich auf eine Aufgabe zur Zeit konzentrieren darf. Also einfach starten. Einfach das weglassen, was klar als böse identifiziert werden kann – nicht verbiegen.

Das heißt, für mich gibt es in dieser Phase keine besonderen Rezepte.

Welche Nebenwirkungen hat der Sugar Detox bei mir?

Im Grunde kann man wohl Alles und Nichts erwarten.

Also erwarte ich Alles und Nichts. Ich starte an einem Mittwoch. Dienstagabend gab es den letzten Minidonut und diverse andere Dinge, die später (erstmal) nicht mehr gehen.

In den ersten beiden Tagen passiert nichts. Klar, ich bin manchmal vielleicht ein bisschen unkonzentriert, aber ob das an dem Verzicht auf Zucker liegt, kann ich nicht sagen. Ich süße meinen Kaffee vorübergehend mit Xylit. Am dritten Tag lasse ich auch das weg und merke schon deutlicher, dass etwas fehlt. Ob es an dem Fehlen des Süßungsmittels liegt? Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass es so langsam losgeht, dass mein Körper anfangen muss, aus anderen Quellen Energie zu gewinnen. Ich esse noch Kohlenhydrate, mein Körper kann diese also noch verwenden, aber er bekommt nichts mehr, das so leicht zu verarbeiten ist, wie purer Zucker.

Mein Kopf fühlt sich ein bisschen nebelig an – nicht schlimm, aber der Stress bei der Arbeit nervt mich schon ein bisschen mehr als sonst. Meine Welt ist ein bisschen grauer als sonst – das Wetter spielt auch nicht mit. An den ersten beiden Tagen schien noch die Sonne, am dritten nicht mehr.

Das Wochenende beginnt. Ich habe weniger Antrieb als sonst. Der erste Heißhunger taucht auf. Ich habe schon begonnen an meinem Verstand zu zweifeln, denn an den ersten Tagen fehlte mir wirklich NICHTS. Am Wochenende habe dafür umso mehr Probleme damit, das Richtige zu essen zu finden. Ab Sonntagmittag kommen Kopfschmerzen dazu. Ich sollte wohl mehr trinken. Außerdem merke ich am Wochenende, dass ich mehr Luft im Bauch habe als sonst – davon habe ich bei meiner Recherche nirgends etwas spezifisches gefunden, aber es wird wohl auch relativ normal sein.

Seit Tag 7 habe ich auch mal wieder erste Anzeichen einer Erkältung – keine Angst, das muss dir nicht auch passieren, aber bei mir passiert das seit einem Jahr bei wirklich jedem Versuch, gesünder zu leben. Ich habe meine Blutwerte deshalb checken lassen und es ist grundsätzlich alles in Ordnung. Mittlerweile hefte ich diesen Effekt ab unter „Selbstsabotage“ und habe beschlossen, einfach durchzuziehen, auch wenn ich mich vielleicht zwischenzeitlich richtig schlecht fühlen sollte. Bis zur Leipziger Buchmesse in der kommenden Woche sollte sich alles wieder halbwegs normalisiert haben. Vielleicht geht auch zur Leipziger Buchmesse dann langsam mal das Gewicht herunter – schön wäre es ja.

Wie viel habe ich in der ersten zuckerfreien Woche abgenommen?

Auf der Waage habe ich bislang nur einen „Verlust“ von rund 200 Gramm bemerkt, was durchaus den normalen Schwankungen entspricht. Aber über kurz oder lang wird das schon kommen. Ich kenne meinen Körper – er wehrt sich immer mit allen Mitteln gegen das Abnehmen.

Wie wirkt sich der Zuckerentzug auf meine Leistungsfähigkeit aus?

An den ersten beiden Tagen konnte ich trotz der geänderten Energiezufuhr meine geplante Tagesleistung schaffen. Dann hing ich ein wenig hinterher. Am Ende der Woche landete ich 800 Wörter unter meinem Soll, was ich tatsächlich ziemlich okay finde. Natürlich möchte ich weiterhin meinen aktuellen Roman bis zur Leipziger Buchmesse fertigschreiben. Die Rohversion soll zumindest bis dahin vollständig sein. Dann noch zwei Wochen Überarbeitung und dann endlich ins Lektorat mit der australischen Liebeskomödie und am nächsten Moorkamp-Krimi weiterarbeiten.

Weil ich aber weiß, dass ich mich auf ein Ziel konzentrieren MUSS, lasse ich das Schreiben als Kür stehen und fokussiere mich auf die Zuckerfreiheit. Zur Not braucht das nächste Buch eben noch eine Woche länger, aber ich werde es deutlich gesünder auf den Markt bringen können – und darauf kommt es an!

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4 Kommentare zu „Mein Projekt Zuckerfrei Woche 1: Detox, Entzugserscheinungen und Nebenwirkungen

  1. Hallo Erin,
    ich habe im Januar letzten Jahres meine Ernährung umgestellt und auch auf den ungesunden Zucker verzichtet. Dazu noch regelmäßig mehrmals Sport in der Woche ca. eine halbe Stunde und habe seitdem 12 kg abgenommen.
    Meine Erfahrung ist, immer die Hände, vor allem abends, beschäftigt halten, dann hat man nach zwei/drei Wochen kein Verlangen mehr nach Zucker (Süßem). Das ist hart und der Körper muss sich erst daran gewöhnen, aber es geht einem dann bedeutend besser. Immerhin kann ich jetzt stricken.
    Also, lass dich nicht abschrecken und immer schön Schritt für Schritt gehen. Anders geht es sowieso nicht.
    Liebe Grüße
    Nella

    1. Hallo Nella,

      vielen lieben Dank für deinen Erfahrungsbericht. Ich habe mit dem Verzicht an Wochentagen wirklich erstaunlich wenig Probleme. Wochenenden sind schwieriger, weil ich häufiger in Versuchung gerate.
      Ich versuche jetzt, mir mein Essen für die Arbeit mitzunehmen. Heute hat das auch geklappt, allerdings habe ich seitdem Bauchweh. Vielleicht war Möhrensalat keine so gute Idee – obwohl er mir gestern Abend gut bekommen ist. Keine Ahnung. Der Körper macht in der Umstellung merkwürdige Dinge. Wie war es bei dir? Hattest du mit körperlichen Symptomen zu kämpfen oder war es „nur“ der Kopf?

      Viele Grüße
      Erin

    2. Hallo Erin
      Tatsächlich habe ich bei Möhren auch immer einen Blähbauch, aber keine Bauchschmerzen. Vielleicht hat den Salat einfach die Nacht nicht gut getan.
      Aber ich habe seit der Essensumstellung allgemein das Gefühl mehr Luft im Bauch zu haben. Allerdings ist Ludft im Bauch normal, weil es beim Essen passiert.
      Ansonsten hatte ich nicht so große körperliche Probleme, Gott sei Dank, bis halt auf den Zuckerentzug, den mein Körper natürlich erst mal lernen musste. Das ist einfach eine Disziplinsache.
      Und ich versuche immer zwischen den Mahlzeiten 4-6 Stunden zu haben, damit der Körper an die Fettreserven geht.
      Die Wochenenden waren bei mir am Anfang auch schwer, aber auch das gibt sich. Es muss halt alles auch erst noch Alltag und normal werden.
      Liebe Grüße
      Nella

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