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Jahresrückblick und Zukunftspläne – Goodbye 2020, Welcome 2021

Heute erwartet dich mein Jahresrückblick auf das Jahr 2020. Welche Ziele hatte ich und habe ich sie erreicht? Was habe ich aus 2020 über mich gelernt und was möchte ich für 2021 anders machen?

2020 war ein harter Lehrmeister, aber ich glaube, ich habe es kapiert.

Beim Setzen meiner Ziele folge ich der SMART Formel.

Dazu sollten Ziele spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Diese fünf Attribute prüfe ich jedes Mal. Ich greife mal vorweg – ich finde, der Formel fehlt etwas! Was verrate ich dir nachher.

Kommen wir erstmal zu dem Weg, den ich hinter mich gebracht habe.


Wie war 2020 für mich?

Puh, ja, was für eine Frage… Dieses Jahr hatte wirklich viele Überraschungen für mich parat. Ich habe für 2020 ziemlich viele Weichen gestellt, um meine hohen Ziele zu erreichen. Ich war gut vorbereitet. Und dann kam der März. Meine erste Urlaubswoche hatte ich so geplant, dass ich zur Leipziger Buchmesse optimal vorbereitet war. Mein Buchrelease war für die Messe geplant. Wir hatten eine Lesung und ich wäre das erste Mal als Ausstellerin dabei gewesen. Ich hatte 200 Bücher im Gepäck (200 weitere lagerten da schon bei meinem Vertriebsdienstleister), die Materialien zur Standgestaltung waren gekauft und wir standen eigentlich bereit zum Losfahren.

Die lokale Presse hat über mich berichtet und ich konnte eine örtliche Buchhandlung überzeugen, meine Bücher auszustellen. Alle Vorzeichen standen gut.

Dann kam (am Tag nach meinem ersten Pressebericht) die Absage der Messe, die mich wie ein Schlag in die Magengrube traf. Alternativ plante ich eine Lesung in meinem Wohnort die Presse berichtete erneut.

Dann kam der Lockdown und ich musste auch diesen Plan absagen. Die Buchhandlung schloss.

Zum Glück hatte ich viele wundervolle Leserinnen auch über das Internet von meinem Buch begeistern können und entsprechend trafen Vorbestellungen ein. Keine 200, aber ich wollte ja auch nicht alle 200 Bücher auf der Messe verkaufen. Dafür hatte ich schließlich noch reichlich Lesungen an den Handlungsorten um das Haus meiner Schwiegerfamilie in Schleswig-Holstein im Visier – schließlich ist Indie.Pop.Liebe ein sehr persönliches Buch.

Die Geschichte ist zwar so nie passiert, aber sie hätte so passiert sein können. Wie meine Protagonistin Jana habe ich in Kiel studiert, ich kenne ihre Uni, ihren Studiengang, ihre Bibliothek, ihre Fachschaft und so vieles mehr aus ihrem Leben. Ich kenne den Weg, den sie zurücklegt und so viele Orte, die sie besucht.

Zum Erscheinen am 02. April hatte gerade der erste Lockdown bereits begonnen. Das eBook mit sommerlich leichtem Festivalflair hatte keine Chance. Meine Entscheidung, dieses Buch zu einem Preis anzubieten, das es meiner Meinung nach mit seinen 460 Seiten wert war, erwies sich als Fehler. Im Vorjahr hatte ich meine Liebeskomödie Lost in Ridge Valley zum Release für 99 Cent angeboten und dabei viele Leser über Kindle Unlimited gewonnen (meinen Release-Report zu dem Buch findest du hier) – so erreichte dieses Buch für meine Verhältnisse sehr viele Leserinnen und Leser. Da Indie.Pop.Liebe teurer war, erreichte es keine vergleichbaren Chartplatzierungen und fand auch deutlich weniger Leser über Kindle Unlimited.

Ich konnte mit dem Buch machen, was ich wollte. Es hat sich als eBook kaum verkauft. Im Direktvertrieb war es mein erfolgreichstes Buch des Jahres, aber außerhalb meiner eigenen Hände passierte nach dem Start schnell gar nichts mehr.

Lesungen gab es nicht. Keine einzige.

Ich war wahnsinnig enttäuscht.

Zu meiner Enttäuschung kam noch ein Jobwechsel, der durch die Virussituation extrem erschwert wurde. Neues Team, neue Aufgaben, neues Umfeld und keine Chance, mit den Menschen echten Kontakt aufzunehmen oder die notwendigen Schulungen zu besuchen. Parallel war unsere inzwischen Dreijährige viel zuhause und ich durfte parallel zum Homeoffice in der Einarbeitung auch noch das Kind entertainen.

Zum Sommer erschien mein nächstes Buch und fast zeitgleich das erste Hörbuch. Ende Juni kam Böser Geist: Moorkamps dritter Fall – der dritte Teil einer mittlerweile einigermaßen etablierten Reihe. Unter Verdacht: Moorkamps erster Fall wurde als Hörbuch veröffentlicht und das Taschenbuch zum ersten Fall ging in den Auflagendruck und wanderte auch zu meinem Vertriebspartner. Optimales Timing, fand ich.

Zu dem Zeitpunkt war meine Reichweite auf Facebook eher gering und mein Newsletter noch relativ übersichtlich. Entsprechend wenige meiner Leser haben das neue Buch gesehen.

Das Jahr der Pannen

Ich war emotional zum Sommerurlaub am Ende. Sommerurlaub war übrigens der Zeitraum, in dem ich allein mit Kind zuhause saß, während mein Lebensgefährte täglich 12-14 Stunden arbeiten war. Der Urlaub ging ja zum Glück nur zwei Wochen und ich durfte wieder zurück an die Arbeit und die Kindergarteneingewöhnung begann. Für Nichteltern darf ich erwähnen – es war eine Art Vorhölle für mich. Arbeit und Kindergarten zu jonglieren rieb mich weiter auf.

Parallel zu all dem Chaos habe ich begonnen, massenhaft Informationen aufzusaugen. Autorenpodcasts, Selfpublishing Podcasts, Hörbuchversionen von Ratgebern und bergeweise Bücher von anderen Autoren über spezielle Fragestellungen. Ich habe so viel gelernt wie lange nicht mehr und das hat mir wahnsinnig gut getan. Ich brauchte schließlich einen Ausgleich. Auf meinen Ohren hatte ich die Stimmen von Menschen, die zu Vertrauten wurden, während ich andere Menschen nicht mehr treffen sollte.

Dann habe ich meine Schreib- und Veröffentlichungspläne für den Rest des Jahres gestrichen.

Eine romantische Trilogie war geplant. Schöne Geschichten, absolut. Aber ich habe keine Chance gesehen, diese Bücher mit Erfolg zu veröffentlichen. Weder kam eine Veröffentlichung eines langen Romans zu 99 Cent in Frage, weil ich daran trotz der relativ vielen Leser bei Lost in Ridge Valley fast nichts verdient habe, noch ließ sich bei einem höheren Preis etwas verdienen, womit ich die Arbeitszeit daran finanzieren konnte – mal ehrlich, ich kann mir durch das Schreiben kaum den Kaffee leisten, den ich währenddessen trinke.

Das Schreiben – zumindest in meinen Chartbereichen – ist nichts, womit die Autoren reich werden. Ich freue mich, wenn ich in weniger als 3 Monaten meine Kosten wieder reinbekomme. Danach ich bekanntlich der erste Höhenflug eines Buches oft wieder vorbei.

Zeit, um neue Wege zu gehen

Stattdessen trug ich mich mit dem Gedanken, einen Plan zu realisieren, der schon lange in meinem Hinterkopf brodelte. Ich wollte seit 2017 meine eigene Serie schreiben – mit verschiedenen Blickwinkeln und fortlaufender Story. Cliffhanger und fein gewobene Geschichten. Eine große Geschichte mit vielen Facetten und Subplots, die alle unsichtbar für den Leser zusammenspielen.

Das hatte ich mir lange nicht zugetraut.

Ich wollte erst einmal lernen, ganze Romane zu veröffentlichen und dranzubleiben, bevor ich mich an ein Projekt mit diesem Ausmaß wage, für das ich meinen Lesern glaubwürdig versichern musste, dass ich es auch durchziehe. Auf gar keinen Fall wollte ich eine angefangene Geschichte im Raum hängen lassen und meiner Leser enttäuschen.

Also begann ich heimlich still und leise hinter den Kulissen, meine Geschichte zu entwickeln. Und ich brauchte einen Plan. Wie sollte ich dieses Projekt schreiben, veröffentlichen und vermarkten?

So viel zu planen… damit war ich dann wieder voll in meinem Element.

Manche Wege muss man trotzdem weitergehen, auch wenn sie keinen sofortigen Erfolg versprechen

Ich hatte mit Indie.Pop.Liebe einen vierstelligen Betrag in den Sand gesetzt. Und auch meine Cosy Crime Reihe hat bei ihrem Gang in den Buchhandel einen vierstelligen Betrag gekostet und mein Laptop ging kaputt. Dieses Jahr hatte es wirklich in sich.

Sollte ich Band 2 und 3 noch in den Buchhandel nachziehen? Halbe Sachen mache ich ja eigentlich nicht und der erste Band verkaufte sich nicht mehr, seit es den zweiten nicht mehr als Taschenbuch gab… entweder den Plan als gescheitert abhaken oder durchziehen…

Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und auch den Auflagendruck für Band 2 und 3 in Angriff genommen. Konsequenz ist ja schließlich, wenn man seinen Holzweg bis zum Ende geht.

Während ich meine Serie entwickelte, begleiteten mich einige Menschen, die mir immer wieder Mut gemacht haben – das war bitter nötig, weil mich dieses Jahr wirklich geschafft hat. Mal wieder hatte ich einen Geschichte gewählt, für die es so noch keinen etablierten Markt gibt. Ich wusste also von vornherein, dass es nicht leicht werden würde, diese Serie an den Leser zu bringen. 24 Folgen in 4 Staffeln habe ich geplant – 1 Million Wörter. mehr als ich in meinem Autorenleben jemals veröffentlicht habe.

Aber was sollte schon passieren? Weniger Erfolg als 2020 konnte ich kaum haben, oder?

Die Geschichte hatte mich sowieso vollkommen angefixt und ich MUSSTE sie schreiben. Dann konnte ich sie auch veröffentlichen und andere daran teilhaben lassen. Und wenn ich andere daran teilhaben lasse… nun ja, ich denke gerne groß…

Gegenwart (Jahreswechsel 2020/2021)

Im September war ich dann überzeugt, dass ich es durchziehen kann. Eine kleine Gruppe Alphaleserinnen, die mein Projekt begleiten wollten und mir helfen, es zu dem bestmöglichen Produkt zu machen, hatte ich bereits frühzeitig einbezogen. Ein wirklich guter Schritt! Das Feedback dieser drei Menschen macht mir immer wieder Mut, weiterzumachen, denn ich muss viel vorschreiben, um den Veröffentlichungsplan und die engen Termine zu halten. Mehrere Bände auf Vorrat zu schreiben nagt allerdings an der Motivation, wenn Rückmeldungen zum Inhalt fehlt. Meine drei Alphaleserinnen sind die einzigen, die den Inhalt der Serie kennen, bevor die Bücher ins Lektorat gehen.

24 Cover für eine Serie zu kaufen, kam bei den üblichen Konditionen nicht in Frage, denn 2020 hatte ich genug Geld versenkt. Aber ich habe ja selbst ein paar Erfahrungen in dem Bereich. Ich entwickelte einige Konzepte und landete schließlich für Staffel 1 bei 6 Covern, mit denen ich glücklich war. Das Feedback dazu war auch durchgehend positiv und sie ziehen weitere begeisterte Menschen an – was will ich also mehr?

Dann kam ich auf die Idee, eine Vorgeschichte zu der Serie zu schreiben, die ich meinen treuen Fans schenken kann, um sie mit meiner Begeisterung für die Serie anzustecken.

Mein Newsletter wuchs und ich versprach die Vorgeschichte jedem, der sich für meinen Newsletter anmeldete, bevor das Buch auf Amazon erschien (25.12.2020).

Außerdem entschied ich mich, mit einem großen Stamm an Vorablesern in die Serie zu starten, in der Hoffnung, dass ich viele Rezensionen bekommen würde, die den Einfluss unbegründeter 1 Sterne Bewertungen reduzieren, die es in letzter Zeit verstärkt bei vielen Autoren gibt und die 2020 auch mich trafen.

Die ersten Rückmeldungen zur Vorgeschichte meiner Serie stimmten mich euphorisch. Ich hatte meine Leserinnen begeistert. Manche schrieben mir sogar während des Lesens Nachrichten zum Buch.

(Stand heute 29.12.2020 hat die Vorgeschichte Delias höchster Preis bereits 11 Rezensionen auf Amazon und einen Durchschnitt von 4,8 Sternen)

Jahresfazit 2020

  • In 2020 habe ich für mein Business Entscheidungen getroffen, Verantwortung für mein Geschäft übernommen. Darauf bin ich stolz.
  • Ich habe viel gelernt und mich in vielen Disziplinen verbessert. Auch darauf bin ich stolz.
  • Ich habe mein Projektmanagement systematisiert. Das wird mich auch in Zukunft weiterbringen.
  • Ich habe meinen Arbeitsprozess optimiert. Außer mir lesen 4 Menschen die neuen Bücher, bevor sie an die Vorableser*innen gehen. Das sind 3 mehr als bei den vorherigen Büchern. Ich arbeite mit einem großen Stamm an Vorablesern, die zum Veröffentlichungstermin eine Rezension veröffentlichen können.
  • Ich habe neue Leserinnen und Leser gewonnen, die ich mit meinen Büchern begeistern konnte.
  • Ich habe neue Vertriebswege für meine Werke gefunden. Hörbücher und der stationäre Buchhandel sind dazu gekommen.
  • Meine Verkaufs- und Umsatzziele habe ich verfehlt. Ob ich in 2020 als Autorin überhaupt Gewinn gemacht habe, weiß ich erst genau, wenn ich die Steuererklärung mache. Dann habe ich genauer hingeschaut und stelle fest. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr trotzdem erheblich gestiegen – die Ausgaben allerdings auch, was vorwiegend auf die 4 Bücher zurückfällt, die ich in den Auflagendruck gegeben habe.

Die Zukunft (2021)

2021 ist für mich auf jeden Fall ein Jahr des Neuanfangs. Ich habe 2020 viel investiert und finanziell wenig zurückbekommen, ABER meine Leserinnen geben mir so viel Anderes. Das habe ich erkannt.

Ich werde in 2021 viele Weichen anders stellen als 2020.

Neue Strategien für neue Produkte.

Taschenbücher für meine Serie wird es geben, allerdings ausschließlich in meinem eigenen Webshop.

Wenn ich den Vertrieb über den Buchhandel wähle, erhalte ich finanziell so wenig pro Buch, dass Auflagen von mindestens 300 Stück notwendig sind, um überhaupt mit einem Plus Bücher zu verkaufen. 300 Bücher zu verkaufen, ist nicht schwierig, wenn man eine große Zahl an treuen Leser*innen und einen etablierten Vertriebsweg hat. Für mich hat das nicht so gut in 2020 geklappt, dass ich es für 2021 noch einmal machen würde. Für einen späteren Zeitpunkt schließe ich es allerdings nicht aus. Wenn meine Leserschaft gewachsen ist, werde ich diesen Schritt liebend gern noch einmal gehen, aber im Moment sind meine Lagerkapazitäten ausgereizt und das finanzielle Risiko ist mir nach 2020 zu hoch.

Ein Vertrieb ausschließlich über meinen Webshop bietet mir die Möglichkeit, kleinere Mengen produzieren zu lassen, weil ich nicht weit über die Hälfte des Buchpreises an Dritte geben muss. Ich werde also in 2021 bedarfsgerechtere Mengen bestellen, die ich in kürzerer Zeit verkaufen kann. Ein Nachdruck ist immer wieder möglich – also kein Problem, wenn die Bücher mal ausgehen.

Buchboxen haben mir in 2020 riesigen Spaß gemacht. Deshalb wird es auch zu meiner Serie Buchboxen geben. Die Boxen wird es wahrscheinlich wie meine letzte Buchbox zu Moorkamps Fällen nur als Vorbestellung geben – aus den gleichen Gründen, aus denen ich 2021 keine großen Auflagen Bücher drucken lasse.

Ansonsten habe ich mich entschieden, die Serie als eBook zunächst exklusiv bei Amazon laufen zu lassen, um Kindle Unlimited nutzen zu können. Die Bücher werden ab Band 2 zu einem günstigen Vorbestellerpreis erscheinen, die nach der Veröffentlichung ein wenig ansteigt, um frühe Leser zu belohnen, die mir helfen, das jeweils neuste Buch in den Charts gut zu platzieren. Ob diese Taktik aufgeht, werde ich dann sehen.

Auf die Ohren gibt es im neuen Jahr auch wieder was… lass dich überraschen.

Meine Vorableserinnen sind zum Start der Serie ein ausgesprochen starkes Team. Mehr kann ich zur Zeit nicht aufnehmen. Ich erwarte aber, dass sich dieses Team reduzieren wird. Weiter dabei bleibt, wer seine Rezensionen schreibt. Alle, die keine Rezensionen schreiben, kann ich leider nicht mehr mit weiteren Büchern versorgen. Es gibt keine festen Fristen, weil ich weiß, wie das Leben manchmal spielt, aber ich hoffe, dass viele Rezensionen zum Start einer neuen Folge online gehen, um neuen Lesern eine Einschätzung zu ermöglichen. Erfahrungsgemäß melden sich zu Beginn eines Projekts viele Leser, die gar nicht den festen Vorsatz haben eine Rezension zu schreiben. Bei einigen wird das Buch wohl ewig ungelesen bleiben – Hauptsache HABEN. Das habe ich schon oft erlebt und es wundert mich nicht mehr. Ich lebe damit und kalkuliere es ein. Welche Quoten ich haben werde? Ich bin gespannt. Einige meiner treuen Rezensenten sind auch in dem Team, was mein Herz extrem erfreut.

Wenn die ersten Abgreifer sich aussortiert haben, nehme ich gerne auch wieder neue Rezensenten auf. Falls du also Lust hast, meine Serie zu rezensieren, kannst du dich mit einer Rezension zu Teil 1 gerne ab Ende Januar 2021 bewerben und erhältst ggf. die Chance die Folgebände kostenfrei zu lesen. Immer ein Buch nach dem anderen.

Neue Ziele für neue Werte

Waren meine Ziele in 2020 noch SMART. Werden meine neuen Ziele SMART+.

Das + steht für beeinflussbar.

Verkäufe, Umsatz, Followerzahlen und Co. sind zwar SMARTe Werte, aber die Umstände ließen nicht zu, dass ich die Erreichung meiner Ziele selbst in der Hand hatte. Ich war abhängig davon, was die Welt mir serviert hat und das war bekanntlich in 2020 nicht so lecker.

Ich möchte 2021 mehr persönliche Beziehungen aufbauen. In meinem Newsletter habe ich das längst getan, aber das werde ich jetzt auch breiter anlegen. Mir haben 2020 die Veranstaltungen gefehlt, auf denen ich meine Leser getroffen habe und sie drücken konnte. Ich habe immer gern mit Kolleginnen oder Leserinnen am Abend zusammen gegessen, ein bisschen was getrunken und dabei tiefe, wertvolle Beziehungen begründet.

Falls 2021 in dieser Hinsicht genauso schwierig wird – und so sieht es ja zur Zeit aus – möchte ich Alternativen haben.

Ich habe ein paar Ideen, was ich auch abseits von persönlichen Treffen mit meinen Leser*innen unternehmen kann – was genau, behalte ich noch für mich. Klar ist aber, dass meine Newsletterabonnent*innen als erste die Info und die Chance dazu erhalten werden.

Statt Followerzahlen, Verkäufen und Co werde ich meine Ziele anders definieren. Ich werde Leserherzen zählen, die ich erreiche. Das hat mit Herzchen und Likes nichts zu tun.

Außerdem werde ich meine Social Media Aktivitäten neu ausrichten. Das geht vielleicht noch nicht zum 01. Januar los, aber ab diesem Termin will ich vor allem das Positive stärker in meinen Fokus rücken und Negatives nicht mehr so sehr beachten. 2020 haben die negativen Nachrichten mich zu sehr beeinflusst. Das möchte ich 2021 nicht mehr so nah an mich heranlassen, weil es mir nicht gut tut. Ich war zu oft niedergeschlagen und enttäuscht, weil irgendwas nicht so gut gelaufen ist, wie ich es mir erhofft habe.

Ich werde die Hoffnungen herunterschrauben. 2020 bin ich mit großen Hoffnungen gestartet und habe gehofft, mein Mut zum Risiko würde sich lohnen. Ich hatte gehofft, ich müsste bereits in 2020 eine 2. Auflage meiner Bücher drucken… bislang sieht es jedoch so aus, als würde der Vorrat noch lange reichen – das kann man auch positiv sehen: Ich muss in 2021 nicht in gedruckte Bücher aus 2020 investierten. Das heißt, ich werde relativ wenig Geld ausgeben müssen.

Ich werde 2021 kleiner planen. Intimer. Taschenbücher gibt es nur noch für Fans und nicht mehr für den Buchhandel, der sich ohnehin nicht besonders für Selfpublisher wie mich interessiert. Gegen diese Windmühlen werde ich in 2021 nicht ankämpfen, sondern meine Kraft darauf konzentrieren, mehr zu schreiben. Das mag auf den ersten Blick wie ein Rückschritt aussehen, aber ich glaube, dass es das eigentlich nicht ist.

Außerdem möchte ich mir Zeit für Weiterbildung nehmen. Ich habe mir zu Weihnachten ein Abo von Masterclass geschenkt und setze dort meine begonnenen Lernaktivitäten der letzten Monate nahtlos fort.

Das bedeutet, ich werde auch auf dem Blog wieder mehr Beiträge posten. Anfangs (2016/2017) habe ich hier viel über meinen Lernprozess geschrieben, weil ich viele Grundlagen über das Schreiben und Selfpublishing gelernt habe. Das hat mir viel Spaß gemacht und meinen Lesern auch. Meine ersten Bücher erschienen und meine Leserschaft veränderte sich. Von denen, die meinem Blog zu beginn gefolgt sind, sind nur noch wenige regelmäßig hier. Likes auf dem Blog gibt es deutlich weniger als zu Beginn. Dafür sind die Besucherzahlen gestiegen und die Interessen der Besucher haben sich verändert. Sie sind bunter geworden, wie meine ganze Welt.

Ich wusste lange nicht, wie ich damit umgehen soll und welche Maßnahmen die richtigen sind, um die neuen Besucher zu unterhalten. Mit den Jahren habe ich Entscheidungen getroffen und einige davon wieder revidiert. Keine meiner Taktiken hat so funktioniert, wie ich es geplant habe. Vielleicht lasse ich die Taktiken also 2021 einfach mal weg und füllen den Blog wieder aus dem Bauch heraus, so wie früher – mit Inhalten, die mich heute bewegen.

Ich glaube, wer bis hierhin gelesen hat, was ich geschrieben habe, hat verstanden, dass 2021 für mich vielmehr ein Bauchjahr als ein Kopfjahr werden soll. Ich möchte mehr auf meine Bedürfnisse hören und ihnen folgen. Mehr tun, was sich gut anfühlt, als auf Strategien setzen.

Keine Ahnung, wo ich am Ende 2021 damit stehe. Ich weiß, was ich schreiben will. Ich weiß, was ich tun möchte. Ich habe Ideen, wie ich es tun will. Das reicht mir erstmal.

Was passiert mit den üblichen Verdächtigen wie Verkaufszahlen und Co.?

Dass ich mir gar keine Verkaufsziele mehr setze, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich denke, ich werde diese Ziele kurzfristiger setzen. Ein ganzes Jahr im Voraus zu planen, erscheint mir in der aktuellen Situation einfach nicht zeitgemäß.

Wir planen auch in diesem Jahr, bei der Leipziger Buchmesse auszustellen. Sogar ein bisschen größer als im letzten Jahr. Ob das stattfinden kann, wird der Veranstalter entscheiden. Falls es ausfällt, wäre ich sehr traurig, aber nicht überrascht. Ich liebe die Leipziger Messe und es ist ein kleines Lebensziel von mir, dort auszustellen. Eine Teilnahme 2022 sehe ich allerdings zur Zeit aus verschiedenen persönlichen Gründen nicht als realistisch an. So wäre 2021 meine vorerst letzte Chance darauf. Aber das liegt nicht in meiner Hand und wird deshalb auch nicht in meiner Zielsetzung für 2021 berücksichtigt. Vielleicht ist ja zum Jahresende auch wieder eine BuchBerlin möglich. Ob ich einen Stand alleine oder mit Partnern buche, weiß ich noch nicht. Dabei wäre ich aber gerne. Mal sehen, ob es klappt.

The next big thing is coming

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht längst schon das nächste große Ding im Auge hätte. Dazu verrate ich vielleicht in der zweiten Jahreshälfte mehr. Meine Pläne sind wie immer sehr spannend und ambitioniert. Wie realistisch sie allerdings sind, kann ich erst einschätzen, wenn ein bisschen mehr Zeit ins Land gezogen ist.


Veröffentlichungsvorschau für 2021

Was das zweite Halbjahr bringt, kann ich noch nicht absehen. Geplant ist ein kleiner Urlaub nach Staffel 1, um frische Energie für Staffel 2 zu sammeln. Ich hoffe, ich kann im Juni schon sagen, wann Staffel 2 beginnt, aber heute kann ich mich noch nicht festlegen. Zu unsicher bin ich mir noch, wie viel ich zu schreiben in der Lage bin, während die Veröffentlichungen um mich herum knallen wie Feuerwerk.

Im Augenblick schreibe ich am 4. Band und bin zuversichtlich, dass ich unter normalen Umständen den ganzen Plan mit allen Qualitätssicherungsmaßnahmen halten kann, aber es ist zweifellos am oberen Ende dessen, was ich mir zur Zeit zutraue.

Wow, das war ein langer Text – und es ist beim Schreiben ganz schon spät geworden. Falls du bis hier her gelesen hast. Danke fürs Zuhören!

Magst du mir erzählen, was dich 2020 gelehrt hat und was du für 2021 mitnimmst?

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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