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Eine Woche der Kontraste

Moorkamp 2 ist endlich komplett im Lektorat und damit sieht es bislang so aus, als könnte ich meinen Zeitplan halten. Drückt mir ruhig weiter die Daumen, ich glaube, das hat geholfen!

Das erwartet euch:

Sündenfeuer: Moorkamps zweiter Fall

Die Yogalehrerin Emi Moorkamp möchte sich nicht mehr verbiegen.

Von einem Seminar in ländlicher Idylle erhofft sie sich Impulse, wie sie ihre Berufung mit der Notwendigkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen vereinbaren kann, ohne fortwährend faule Kompromisse zu machen.Als mitten in der Nacht ein Feuer im Gästehaus ausbricht, findet sie statt der erhofften Erleuchtung eine Leiche und schnell ist ihr klar: Es handelt sich um Mord!

Mit Hilfe ihrer neuen Freundin Ella will Emi dem Täter auf die Spur kommen. Denn sie ist sicher, dass er sich in ihrem direkten Umfeld befindet. Gemeinsam suchen sie nach der Nadel im Aschehaufen und stoßen dabei auf mehr Geheimnisse als erwartet.

Aber fangen wir doch mal ganz von vorne an.

Am vergangenen Wochenende war ich mit dem Kinderwagen spazieren. Ein Spruch auf einem Facebook-Bild ging mir dabei nicht aus dem Kopf. Es war nur so eine schlagfertige Antwort auf eine alltägliche Aussage – und trotzdem. Ich fragte mich, was wohl dahinter steckte, wenn jemand erzählt, was er für eine tolle, schlagfertige Antwort gab. Und so erschien die 19-jährige Sekretärin Lina in meinem Kopf und offenbarte mir einen Schnipsel ihrer Geschichte:

Wie an jedem Montag in den vergangenen drei Monaten bringe ich auch heute drei Mohnschnecken mit zur Arbeit. Seit ich ausgelernt habe, sitze auf meiner neuen Stelle in der Beschaffung und organisiere dort für meinen Chef seinen Tag. Jeden Tag. Das ist okay, aber nicht unbedingt die Erfüllung meines großen Traums. Die meisten meiner Kollegen sind nett und das ist mehr als ich von meiner letzten Stelle behaupten konnte. Aber lassen wir die Vergangenheit ruhen.

Wisst ihr, eigentlich mag ich keine Mohnschnecken. Aber Thorben mag sie. Und ich mag Thorben. Davon hat er natürlich keine Ahnung.

Ich weiß, Thorben ist ein ätzender Name, aber so heißt er nun einmal. Und er kann ja nichts dafür, dass seine Eltern ihn so genannt haben. Genauso wenig wie ich dafür kann, dass ich Lina heiße. Lina Pietsch, was für ein gewöhnlicher Name für ein gewöhnliches Mädchen. Aber genau das bin ich. Vollkommen durchschnittlich. Ein paar Kilo mehr als gut aussehen würde. Durchschnittliche dunkelblonde Haare in einer durchschnittlichen Länge. Mit einem durchschnittlichen Job, der mir immer nur ein durchschnittliches Einkommen einbringen wird. Aber für Mohnschnecken am Montag reicht es immerhin.

Stolz erzähle ich meinem liebsten Kollegen Rainer, der immer mit Thorben in mein Büro kommt, die Geschichte meines morgendlichen Bäckereibesuches:

„Sie sagt zu mir: Das Buchweizen-Hirse-Brot ist heute im Angebot. Darauf dann ich: Da bleibt es auch. Ich nehme drei Mohnschnecken. Du hättest ihr Gesicht sehen sollen.“ Rainer lacht. Das ist so unser Ding. Wir erzählen uns lustige Geschichten aus unserem Leben.

Nur dass meine so nie passiert ist. So schlagfertig bin ich nicht.

Eigentlich war es ganz anders. Die Verkäuferin sagte wirklich etwas von dem Angebotsbrot, aber ich stand stumm vor der Theke und streichelte meinen Bauch. Der ist sowieso schon viel zu dick und ich weiß, ich sollte keine Mohnschnecken essen. Wie gesagt, ich mag die Dinger nicht einmal besonders gerne.

Dann denke ich an Thorben und daran, dass er jeden Montag in mein Büro kommt, um mit mir Mohnschnecken zu frühstücken. Jedes Mal habe ich Angst davor, dass mir eins dieser schwarzen Körner zwischen den Zähnen kleben bleiben könnte und dass ich mich damit zum Gespött der Abteilung mache.

Unschlüssig stehe ich vor dieser Theke und grüble immer noch, als die Verkäuferin sagt „Ach, heute ist ja Montag“ und mir die drei Mohnschnecken in eine Tüte packt.

Ja, heute ist Montag. Und ich habe kein Wort gesagt.

Buchweizen-Hirse-Brot zu kaufen, würde ich nie wagen. Wegen Brot käme er nicht zu mir. Und alle würden denken „Jetzt macht die Dicke Diät!“. Auf keinen Fall. Natürlich wäre ich gerne schlank und schön. Aber ich will nicht die sein, die sich abmüht. Die Leute reden sowieso schon genug. Ich will ihnen nicht noch mehr Futter geben.

Also spiele ich die stolze Dicke. Nicht nur stolz auf meinen Umfang, sondern auch auf mein spannendes Leben,  in dem sowieso viel cooleres Zeug passiert als bei denen. Deshalb erzähle ich die Geschichte vom Bäcker eben so, wie sie hätte passieren sollen.

Unter den wachsamen Augen von Rainer und meinem Thorben reiße ich den Beutel auf und lasse mich für meine Schlagfertigkeit feiern.

„Ja, so ist sie, unsere Lina!“

Wattpad - Die WahrheitEigentlich war es nicht mehr als das, was ich über Lina schreiben wollte. Nur diesen einen Tagebucheintrag einer jungen Frau, die sich verstellt, damit andere sie für jemand Besseren halten. Jemanden, der cool ist und schlagfertig. Und plötzlich würde daraus so viel mehr. Eine unglaubliche Geschichte, so alltäglich, dass sie einem Angst machen kann. Schonungslos ehrlich erzählt nun Lina auf Wattpad ihre Geschichte in vielen einzelnen Tagebucheinträgen. Tagelang habe ich mit mir gerungen, wie ihre Geschichte ausgehen kann, aber ich glaube mittlerweile eine Lösung gefunden zu habe. Vermutlich wird um die Tagebucheinträge herum noch ein allwissender Erzähler sein Unwesen treiben und uns alle mit in Linas Welt nehmen, aber das wird dann wohl erst in der erweiterten Version (also als späterer Roman) so weit sein.

Parallel zu Linas Geschichte schreibe ich wie geplant auch an der Geschichte mit dem einprägsamen Titel „Ein Hund ist kein Känguru“. Auch die gibt es auf Wattpad zu lesen. Ganz anders als Lina geht es der 29-jährigen Tara.

Kein Känguru

Tara wünscht sich nichts sehnlicher als einen tollen Mann zum Heiraten – und zwar vor ihrem 30. Geburtstag. Aber sie muss noch einmal bei Null anfangen und für ihren Plan bleibt ihr nur noch ein Jahr. Denn an ihrem 29. Geburtstag steht sie vor den Trümmern dessen, was zuvor ihr Leben war.
Weil ihr keine andere Wahl bleibt, stürzt sie sich kopfüber in ein Abenteuer. Ein Job im fernen Australien soll sie auf andere Gedanken bringen. Wo sie Surfer und Strandparties erwartet, lernt sie stattdessen, dass ein Hund kein Känguru ist und wie man eine Ziege über die Hauptstraße treibt.

Wir starten in die Geschichte mit einer persönlichen Katastrophe für die Versicherungsangestellte, aber es bleibt durchgehend heiter, während Linas Geschichte (besonders in den späteren Kapiteln) durchaus triggern könnte. Derzeit schreibe ich also an zwei Geschichten parallel, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Anders wäre es mir vermutlich auch nicht möglich, Linas Geschichte zu schreiben.

Meine Wattpad-Erfahrung der ersten Woche war sehr positiv.  Ich habe viele Kommentare bekommen und freue mich darüber, dass man sogar mitten im Text absatzweise kommentieren kann. Das ist sehr cool, weil manche Leser da ihren Emotionen vollkommen freien Lauf lassen. Falls ihr mal auf Wattpad vorbeischaut, seht ihr sicher, was ich meine.

Neben den zwei begonnenen Geschichten habe ich mit Moorkamps zweitem Fall eine „alte“ abgeschlossen. So kontrastreich war meine Woche extrem produktiv (ca. 20K Wörter überarbeitet, ca. 10K Wörter geschrieben), ich werde mich jetzt noch einmal nach Australien zu Hunden und Kängurus begeben und meinen Sonntag genießen.