Belesen

Ein Tanzlehrer als Menschenleser [Rezension]

Zu meiner großen Freude habe ich vor kurzen bei einer Leserunde auf Lovely Books ein Rezensionsexemplar des Hörbuchs zu diesem Roman gewonnen. Ich werde daher in meiner Bewertung auch auf die Umsetzung als Hörbuch eingehen, aber im Wesentlichen kannst du meine Bewertung natürlich auch auf das Buch selbst übertragen.

Der Tanz des Mörders – Miriam Rademacher

In meinen Worten – worum geht es?

Colin Duffot ist neu in dem beschaulichen englischen Dorf, das er nun seine Heimat nennt. In London war er zuvor Tanzlehrer, doch ein Rückenleiden macht es ihm unmöglich diesen Beruf weiterhin auszuüben. Er verbringt viel Zeit im Pub, wo er gern mit dem Pfarrer der Gemeinde Dart spielt und ein ums andere Mal verliert. Der Pfarrer ist nicht nur außergewöhnlich trinkfest, sondern auch ein echtes Schlitzohr, denn jedes Mal wenn Colin verliert, muss er ihm einen Gefallen tun. Dieses Mal soll er sich um Mrs. Summers kümmern.

Diese ist alles andere als ein sympathischer Charakter, aber das macht nichts, denn bereits am nächsten Morgen ist sie tot. Allerdings wird auch eine Mädchenleiche im Wald gefunden. Krankenschwester Norma, Pfarrer Jasper und Tanzlehrer Colin mischen sich munter in die Ermittlungen – allerdings ist da auch noch Lucy und ihr kleines Geheimnis…

Wie gefiel mir der Einstieg in diese Cosy Crime Reihe?

Miriam Rademacher schafft ein paar wirklich bemerkenswerte Figuren, die lange im Gedächtnis bleiben. Sie sind beileibe nicht alle nett und freundlich, aber das müssen sie auch nicht sein. Colin muss wirklich ein sehr ruhiges Gemüt haben, denn ich wäre an seiner Stelle der alten Mrs. Summers schon kurz nach dem „Hallo“ an die Gurgel gesprungen. Die Figur war vielleicht einen Hauch überzogen, denn ich habe an Mrs. Summers wirklich kein positives Haar gefunden. Kein Wunder, dass fast jeder ein Motiv hatte, die fiese Schachtel mit dem Bratenthermometer zu töten.

Die Umsetzung als Hörbuch empfinde ich als durchweg gelungen. Der Sprecher Jens Wenzel hat meiner Meinung nach einen tollen Job gemacht. Seine Stimme ist angenehm zu hören und die Variation der einzelnen Charaktere gefiel mir ebenfalls.

Zu den einzelnen Elementen der Story

Die Szene, wie das Opfer gefunden wurde, war mir ebenfalls ein bisschen zu plastisch für einen Cosy Crime. Ich war froh als das vorbei war, denn so detailliert hatte ich die Beschreibung nicht erwartet. Die Ermittlungsarbeit der drei Hobbydetektive gefiel mir grundsätzlich ganz gut. Jedoch fand ich Colin an der einen oder anderen Stelle etwas naiv. Wie oft hat Jasper ihm gesagt, sie müssten mal reden, wegen der Sache mit Lucy? Doch Colin reagiert nicht. Wieso erzählt er nicht von den Dingen, die ihm widerfahren? Na ja, manchmal spielt das Leben eben so.

Toll fand ich die Idee mit den Tanzstunden. Auch die Umsetzung war super, denn so haben wir den potenziellen Täterkreis richtig schön aus der Reserve gelockt und sparen uns einiges an Vorstellungsrunden.

Das Ende gefiel mir nicht ganz so gut. Es war mir einfach zu langgezogen. Mehrfach dachte ich „Das ist aber ein schönes Schlusswort“ und dann ging es weiter.

Die Kapitelüberschriften waren Tänze, das fand ich sehr schön. Es weckte positive Erinnerungen an meine Zeit in der Tanzschule. Sehr anheimelnd waren auch zahlreiche andere eingeflochtene Erkenntnisse, zum Beispiel, dass körperliche Schmerzen durchaus seelische Ursachen haben können.

Fazit

Ich bin sehr gespannt, wie es mit Colin und seinem Ermittlerteam weitergeht und überlege noch, ob ich nun mit den Büchern weiter mache oder ob ich auf eine Vertonung warte. Jedoch konnte mir der Verlag auf der Messe noch nicht versprechen, dass die weiteren Bände der Reihe ebenfalls als Hörbücher erscheinen, denn das ist wie so häufig eine Frage der Nachfrage.

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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