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Die rasende Zeit und mein Versuch, mit ihr mitzuhalten

Mein neues Buch (Moorkamps zweiter Fall) nimmt (meiner Meinung nach ganz tolle) Formen an. Leider, leider, leider hänge ich aber total hinter meinem Zeitplan. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass ich bereits Ende Juli oder spätestens im August den zweiten Band veröffentliche. Dann wäre ich jetzt schon fast fertig mit dem dritten Band. Hätte ich alles auch gern gemacht, aber ich war beim Schreiben viel langsamer als geplant. Im Sommer bin ich einfach mehr draußen als am Schreibtisch, das muss ich zukünftig einfach klüger einplanen!

Dann habe ich also den Plan geändert, weil ja nichts in Stein gemeißelt ist, bis man nicht auf Amazon den Knopf zum Vorbestellen drückt. Bis Ende letzter Woche wollte ich die Überarbeitung fertig haben und habe mich dafür in einem zweiwöchigen Arbeits-Marathon gestürzt, damit es am 3. September ins Lektorat kann. Lief super! Bis ich dann krank wurde.

Seit dieser Woche bin ich wieder in meinem alten Job und komme nur stundenweise dazu, meine bisherigen Texte zu überarbeiten (was Neues schreibt sich schneller mal nebenbei). Noch liegen 6 Kapitel vor mir, die den finalen Schliff brauchen. Die Story ist toll, ich finde sie sogar ganz großartig – wie es sich für ein Herzensprojekt eben gehört.

Anfang Oktober sollen nun meine lieben Vorableser das Buch bekommen (zu dem Zeitpunkt bitte schon komplett fehlerfrei) – ob ich meinen neuen Zeitplan halten kann, weiß nur jemand mit einer Glaskugel!

Ambitioniert, ja! Ohne Zweifel. Klappt das Lektorat und das Korrektorat bis dahin? Sind die Vorab-TBs von Amazon schnell genug für das Korrektorat da? Dieses Mal wollen wir nämlich im TB korrigieren statt an Bildschirmen. Hoffentlich klappt das so besser… (Optimierungen im Arbeitsprozess müssen eben auch sein!)

Wie soll das alles nächstes Mal besser klappen?

Was mache ich mit meiner eigenen Zielsetzung?

Wie bekomme ich endlich mal eine Rohversion niedergeschrieben, ohne 300 Mal den Anfang zu ändern?

(das hält mich nämlich am meisten auf)

Tja, mein neuer Lösungsansatz für alle Fragen heißt Wattpad.

Der nächste Roman und seine kleine Schwester ein Tagebuch-Episoden-Ding werden in der Rohversion komplett auf Wattpad geschrieben und sind damit live. Ob ich keine Angst habe, dass meine Leser auf Wattpad das fertige Buch dann nicht kaufen, weil sie die Story schon kennen?

Nein. Ich habe keine Angst. Aber ich halte es für absolut möglich. Zumindest anteilig wird es gewiss so sein, dass den Lesern das reicht und sie für mehr kein Geld ausgeben. Aber sind wir mal ehrlich: Wie viele meiner bisherigen (und zukünftigen) Leser treiben sich auf Wattpad herum? Sind das wirklich Menschen, die sich das fertige Buch nicht kaufen würden?

Nein, das glaube ich nicht. Obwohl ich also weiß, dass sich einige Leser mit der Rohversion zufrieden geben werden, habe ich keine Angst. Der Nutzen, meine Arbeit live auf Wattpad zu machen, wird das Risiko überwiegen. Wenn ich es tatsächlich schaffe, meine Rohversion einfach herunter zu schreiben, bin ich so viel schneller als bisher. Möglicherweise bekomme ich von den Wattpadlesern nützliches Feedback, mit dem ich meinen finalen Roman noch besser machen kann, als es mir mit Lektorin allein möglich ist. Vielleicht merke ich, dass ein Thema absolut nicht ankommt, und ich kann das Projekt damit in seine Schublade zurückschieben, bevor ich in Lektorat und Cover investiere.

Vielleicht straft die Realität mich und meine Hoffnung ab. Das kann passieren, aber was soll es? Im schlimmsten Fall gab es ein paar hundert Leser, die das fertige Buch nicht kaufen. Das ist doch im Grunde weniger schlimm, als fertige ebooks zu verschenken, um auf Rezensionen zu hoffen.

(Meine Rezensenten und Blogger sind super – die lassen mich nicht hängen! Habe ich euch schon gesagt, dass ich euch liebe? Ihr seid die Geilsten!  Ich habe über das Verschenken von eBooks übrigens schon tolle Leser gefunden, die mit Spannung auf den neuen Teil warten – gibt es etwas Schöneres?)

Aber ich schweife ab. Dafür habe ich natürlich keine Zeit, denn die zweite Hälfte des Buchs will ins Lektorat.

Das Buch wird also auf Wattpad geschrieben. Wie läuft das?

Ich schreibe Szene für Szene der Reihe nach und stelle jede fertige Szene online.  Danach ist für mich Schluss. Die Szene wird nicht mehr angerührt. (Natürlich sind Änderungen jederzeit auf Wattpad möglich, aber ich will das eigentlich nicht nutzen!)

Und was ist mit dem Zeitdruck?

Scheiß drauf! Kein Termin fürs nächste Buch. Wenn es fertig ist, geht es ins Lektorat und dann sehen wir weiter. Meine Coverdesignerin ist pfeilschnell – an ihr wird es nie hängen, dass mein Buch sich verspätet. Vielleicht kaufe ich sogar mal irgendwo ein Premade, wenn es mir ins Auge sticht. Das ist das quasi insta-fertig (entschuldigt den Ausdruck, das liegt an Lina – meiner Buchabschnittsgefährtin – zu finden auf Wattpad unter „Die Wahrheit ist irgendwo … dahinten und weint“)

Aber eigentlich ist Lina gar nicht mein nächstes Projekt. Lina hat sich eingeschlichen.

Mein neues Projekt ist eigentlich „Ein Hund ist kein Känguru“. Der Titel entstand aus („Fuck, ich brauche wenigstens einen Arbeitstitel. Einen scheiß-verdammten Arbeitstitel. Fällt mir denn gar nichts ein?“) und wird aller Wahrscheinlichkeit so bleiben, denn er ist so einprägsam und passend!

So, jetzt streichen wir noch alle „eigentlichs“, die sich eingeschlichen haben, weil ich mir selbst nicht glaube, und dann legen wir los!

Ihr seid natürlich alle herzlich eingeladen, mir auf Wattpad ebenso zu folgen wie hier oder auf Facebook oder auf Instagram (wo kommen bloß all diese Kanäle her?)