Roman vermarkten · Schreiben

5 Buchmarketing-Maßnahmen, die dir wirklich zahlende Kunden bringen

Du hast in ein passendes Cover investiert, ein tolles Buch geschrieben und auch der Klappentext passt hervorragend. Die Grundlagen sind geschaffen, um deinen Roman so richtig gut zu verkaufen, aber wie sollen die Leser von deiner Neuerscheinung erfahren?

In diesem Beitrag verrate ich dir, was mich in den vergangenen zwei Jahren bewegt hat, Bücher zu kaufen, die nicht einfach nur in der Buchhandlung herumlagen. Das ist natürlich zunächst nur die Meinung einer einzelnen Leserin,  aber ich habe für dich auch noch eine Umfrage gestartet, deren Auswertung ich dir nicht vorenthalten möchte.


Warum es keine Lösung ist, einfach alles mal auszuprobieren

Es gibt dutzende Möglichkeiten, dein eigenes Buch zu bewerben. Aber jede erfordert irgendetwas von dir. Du investierst Geld und Zeit in unterschiedlichem Ausmaß. Beides steht dir nur begrenzt zu Verfügung, also solltest du deine Ressourcen möglichst effektiv verteilen. Wirklich frustrierend ist es nämlich, wenn bei all dem Aufwand nichts zurückkommt.

Du beginnst, dich zu fragen, was du falsch gemacht hast. Aber vielleicht hast du das gar nicht…

Kooperationen mit Bloggern bringen dir nicht automatisch im Moment der Veröffentlichung eines Beitrags neue Käufer. Auch Rezensionen sind keine Werbemaßnahmen, die sofort zu Conversions führen. Gewinnspiele sind sogar im ersten Moment eher kontraproduktiv.  Was also tun, um endlich mehr zu verkaufen?


Frag doch ruhig auch mal in deiner Zielgruppe nach, womit du sie überzeugen kannst. Da gibt es mit Sicherheit Unterschiede. Und bedenke auch, die Antworten deiner Follower müssen lange nicht repräsentativ für deine Zielgruppe sein, denn das sind „nur“ die Leute, die du mit deinen bisherigen Maßnahme bereits erreicht hast. Da schlummert sicher noch viel unerreichtes Potenzial.

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Womit mich Autoren in den letzten 2 Jahren erreicht haben

Zunächst müssen wir unterscheiden zwischen dem tatsächlichen Kauf eines Produkts (Conversion) und dem Umstand, in Erwägung gezogen zu werden (Aufmerksamkeit). Um dein Buch zu kaufen, muss der Leser erstmal von dir erfahren. Nur sehr wenig Menschen werden online so spontan dein Buch kaufen wie im stationären Handel. Das ist leider Fakt. Hinter dem Bildschirm sind deine potenziellen Leser mit vielen Dingen beschäftigt, die sie davon abhalten können, jetzt auf den Kaufen-Button zu klicken, selbst wenn du ihre Aufmerksamkeit auf dich ziehen konntest. Das Kind schreit, das Nudelwasser kocht über, der Postbote klingelt und schon ist du im schlimmsten Fall erstmal wieder vergessen. So sind nun einmal die Umstände im Online-Handel. Vielleicht hast du aber Glück und landest schon mal auf einer Wunschliste (du wirst das nur leider selten erfahren).

So kommt es, dass du möglicherweise glaubst, deine Werbemaßnahme hatte keinen Effekt. Um dir die Angst davor ein wenig zu nehmen, verrate ich dir jetzt schon mal, dass ich viele Bücher erst lange nach einer spezifischen Werbemaßnahme, die mich aufmerksam gemacht hat, gekauft habe. Wirf also die Flinte bitte nicht ins Korn, nur weil du bislang keinen Effekt bemerkt hast.

Ich persönlich bin zudem kein Neuerscheinungskäufer. Auf Facebook erscheint es manchmal so, als würden Bücher nur in der Phase gekauft, in der sie neu sind und zu dem Zeitpunkt haben sie tatsächlich auch die besten Chancen in den Rankings weit nach oben zu steigen und zum Bestseller zu werden. Das gilt natürlich nur dann, wenn die Werbeaktivitäten ebenfalls auf diesen Moment abzielen. Du kannst ein Buch auch quasi unbemerkt veröffentlichen und die Aufmerksamkeit erst später darauf lenken, denn es verkauft sich schließlich nicht von alleine. Optimal ist es aber sicher, wenn du deine Marketing-Maßnahmen auf den Veröffentlichungszeitpunkt konzentrierst, weil du dann auch noch Unterstützung von den Rankings hast, die Neuerscheinungen bevorzugen.

Du kannst aber deine Leser auch noch weit später von deinem Buch begeistern. Es wird dich nur mehr Aufwand kosten, damit auch noch einen Rankingeffekt (gemeint ist, dass Besucher des Onlineshops zufällig über die Bestsellerlisten auf dein Buch stoßen und es ebenfalls kaufen) zu erzielen, der dein Buch auch Menschen zeigt, die nicht über deine Marketingmaßnahme davon erfahren.

In 2017 und 2018 habe ich einige Bücher gekauft, die ich zuvor noch nie in einem Buchladen wahrgenommen habe. Viele davon stammen von Selfpublishern oder von Autoren aus kleineren Verlagen, die zu dem Zeitpunkt noch nicht in den Buchhandlungen auslagen.

Welche Maßnahmen haben mich also bewogen, unbekanntere Bücher zu kaufen?

Bitte beachte, ich habe diese Ideen nicht erfunden. Ich erzähle dir lediglich, was bei mir als Leser gut funktioniert hat. Die Maßnahmen sind also nicht neu oder besonders innovativ, aber sie funktionieren eben auch ohne riesiges Budget und ohne einen großen Verlag, der dich pusht.


1. Lesungen

Über eine Lesung auf einer Buchmesse (dort werden unter den Ausstellern in der Regel Lesungstermine vergeben, für die man sich frühzeitig anmelden sollte) bin ich im November 2016 auf Susanne Leuders aufmerksam geworden.

Die Begeisterung stellte sich bei mir nicht sofort ein, aber sie blieb mir im Kopf und bei der nächsten Messe habe ich ihr Buch gekauft. Außerdem habe ich es mittlerweile rezensiert und spreche positiv über sie und ihre Jugendthriller, wenn es irgendwo in den Kontext passt.

Hast du Lust, Lesungen eine Chance zu geben?


2. Gewinnspiele

Wirklich Gewinnspiele? Da lauern die Angreifer, die nur irgendwas gratis bekommen wollen und dann passiert nichts mehr. Außerdem erreichst du nur die immergleichen  300 Menschen. Mir erscheint es jedenfalls häufig so. Außerdem hatten wir ja gerade noch gesagt, dass Gewinnspiele mit Büchern kurzfristig kontraproduktiv sind. Welcher Teilnehmer deines Gewinnspiels wird schon dein Buch kaufen, während er noch darauf hofft, es gratis zu bekommen?

Dennoch ist es ein sehr beliebtes Mittel, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Du kannst aus dem Gewinner einen Fan machen und vielleicht zusätzlich noch ein paar Menschen darauf aufmerksam machen, dass dein Buch existiert.

Ich habe im vergangenen Jahr bei Felicity Green an einem Gewinnspiel teilgenommen, nachdem ich ihren ersten Highland-Krimi bereits als eBook gelesen hatte. Zu meinem Glück habe ich das Paket gewonnen und bin daraufhin zur glücklichen Besitzerin der ersten zwei Bände als signierte Printausgabe geworden. Auch der zweite Band (den ich vielleicht sonst erst viel später mal gelesen hätte) hat mich total überzeugt. Zukünftig muss ich natürlich auch die anderen Teile der Reihe als Printausgaben haben.

Den dritten Band habe ich bereits gekauft und gelesen und auch der vierte zieht demnächst ein. Mit mir hat Felicity Green also einen Fan gewonnen und diesen Effekt durfte ich als Autorin auch selbst beobachten. Egal, ob du ein Print oder ein eBook verlost, ist das grundsätzlich möglich.


3. Gratis eBooks

So geschehen bei Penny McEntire und einer ungewöhnlichen Romance-Geschichte. Die Autorin hinter dem Pseudonym und ich sind über Facebook miteinander in Kontakt gekommen und irgendwann hat sie mir ihr Buch einfach so mal zum Lesen angeboten – keine Erwartungshaltung, kein Druck. Nur ein „wenn du es mal lesen möchtest, schicke ich es dir gerne.“

In einem günstigen Moment habe ich dann diesen kleinen „Lückenfüller“ hervorgeholt und mich wunderbar davon unterhalten lassen. Meine Begeisterung habe ich nicht nur hier in meiner Rezension kundgetan (und der Autorin selbst sehr zeitnah via Messenger Bescheid gegeben), sondern auch mehrfach auf Facebook davon erzählt und es anderen Lesern empfohlen. An mir hat die Autorin mit diesem Buch nichts verdient, aber vielleicht habe ich den einen oder anderen Käufer anregen können.

Außerdem habe ich durch eine Gratisaktion anderer Art schon verschiedene Reihen kennengelernt. Jasmin Whiscy bietet beispielsweise die jeweils ersten Teile ihrer Reihen gratis an. So habe ich ihre humorvolle Jugendroman-Reihe entdeckt. Andere Autoren machen kurzfristige Gratisaktionen für ausgewählte Büchern. All das kann langfristig zu neuen zahlenden Lesern führen, denn an den Folgebänden von Jasmins Reihe kam ich wie viele andere Leser nicht vorbei!


4. Bezahlte Facebook-Werbung

Eine gut gemachte Werbeanzeige bei Facebook kann neue Leser anlocken. 2016 bin ich so auf Virginia Fox aufmerksam geworden. Ihre Anzeige warb damit, dass ihre Rocky Mountain Reihe etwas für Leute wäre, die Gilmore Girls mochten (oder so ähnlich). Das blieb bei mir hängen (spätestens nachdem ich ihre Anzeigen mehrfach gesehen hatte) und ich kaufte ihr erstes eBook im Angebot bei Amazon und begann zu lesen. Kurz darauf hatte sie auch weitere Bände der Reihe im Angebot und bewarb diese – weil mir das erste (Rocky Mountain Yoga) gefiel, musste ich dann auch noch bei 7 weiteren Büchern zugeschlagen. Gerne hätte ich diese und weitere Bücher der Reihe nun auch noch als Prints.

Besonders gut funktioniert diese Art der Werbung in Verbindung mit zeitlich begrenzten Preisaktionen, weil sie dem Empfänger vermitteln, dass er sofort zuschlagen sollte, wenn ihn das Buch interessiert. Kritische Faktoren dafür sind ein verhältnismäßig günstiger Preis und die Länge des Angebotszeitraums.

Wie du eine erfolgreiche Anzeige auf Facebook erstellst, verrät dir Helen von Buchvermarktung in ihrem Gastbeitrag: Facebook Werbung für Autoren


5. Messestände

Viele Bücher habe ich bei Messebesuchen gekauft, weil ich die Chance hatte, sie vom Autor signieren zu lassen. Die meisten dieser Bücher hätte ich im Buchladen vor Ort zu dem Zeitpunkt nicht gefunden. Manche kannte ich bereits von Facebook, andere nicht. So fanden beispielsweise Bücher von Mika M. Krüger, Stella Delaney, Sandra Florean und Christian Günther zu mir.


Das waren meine persönlichen 5 Tipps für einen sinnvollen Einsatz deiner Zeit und deines Budgets. Nicht jeder zahlt sich sofort aus, aber manchmal ist es schon ein riesiger Erfolg, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Was andere Leser dazu sagten

Wie andere Leser auf neue Bücher aufmerksam werden, habe ich versucht mit einer kleinen Umfrage unter meinen Followern herauszufinden. Allen voran waren dort die Punkte Cover, Klappentext, Titel und Leseprobe sehr kritische Faktoren. Ein Buch, dass in diesen Bereichen nicht punktet, wird nur von wenigen Lesern in Erwägung gezogen, deshalb solltest du diese Dinge in Ordnung bringen, bevor du in weitere Werbung investierst.

Dann gingen die Meinungen weit auseinander. Einige lassen sich von Bloggern anregen, andere Lesen gerade häufig besprochene Bücher lieber nicht.

Preisaktionen insbesondere 0,99€ Angebote verlocken viele Leser zum Kauf, insbesondere, wenn sie schon öfter von dem Autor gehört haben. Natürlich müssen die Leser aber auch von dieser Preisaktion erstmal erfahren!

Schöne (und individuelle) Buchfotos sind für manche Leser ein Grund, ein zweites Mal hinzuschauen.

Wo erfährst du denn persönlich von interessanten Büchern?

Ein Kommentar zu „5 Buchmarketing-Maßnahmen, die dir wirklich zahlende Kunden bringen

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