Motivation: Was treibt dich an?

Ich habe mir in letzter Zeit ein paar Gedanken über das Thema Motivation gemacht. Die Motivation zum Stift zu greifen und eine Geschichte aufzuschreiben auf der einen Seite und natürlich die Motivation deiner Figuren auf der anderen Seite. Heute beginne ich das Thema bei der Motivation des Autors:

Wie oft hast du dich schon gefragt, warum du überhaupt schreibst?

In guten Zeiten ist es leicht, einem Hobby nachzugehen, das Freude macht. Man hat die Zeit, die Muse und schreibt völlig ohne Druck. Eine herrliche Phase.

Vielleicht träumst du in dieser Phase schon davon, einmal vom Schreiben leben zu können, weil es dir gerade so viel Spaß macht, dass du nichts anderes tun möchtest. Schon mischt sich ein kommerzieller Gedanke in dein Hobby. Was ist, wenn niemand kaufen möchte, was du schreibst?

Der Zweifel ist gesät. Vielleicht hast du schon etwas veröffentlicht und merkst, wie schwer es sein kann, mit Kritik umzugehen. Aber HEY, Kritik bekommen heißt auch, dass dich jemand gelesen hat!

Die Absatzzahlen sind wahrscheinlich nicht so hoch, wie du dir erhofft hast (heimlich in diesen nächtlichen Wachträumen, die dich nicht schlafen ließen). Realistisch betrachtet ist dein Absatz aber vermutlich genau in der Höhe, die zu dem betrieben Aufwand passt. Eine erste Veröffentlichung wird selten so beachtet wie die nächste und die übernächste und die danach. Mit jedem Buch, jeder Geschichte steigt dein Bekanntheitsgrad ein wenig (oder auch mehr) und mehr Menschen schauen danach, was du als nächstes veröffentlichst.

Aber ob du es tust – die erste Veröffentlichung wagen, es ein zweites Mal versuchen und dann einfach dranzubleiben – hängt von deiner Motivation ab. Was treibt dich also an?

Ich hasse meinen Job und will darauf nicht mehr angewiesen sein

Diese Motivation habe ich schon bei vielen zwischen den Zeilen gelesen. Mir geht es zum Glück überhaupt nicht so. Klar, gibt es auch mal Phasen, in denen ich auf meinen Brotjob nicht so gern mache – meist weil ich in der Zeit viel lieber etwas anderes machen würde. Aber meistens gehe ich gern zur Arbeit, treffe gern bei meiner täglichen Arbeit Menschen, mit denen ich mich unterhalten kann und ganz ehrlich – ich mag das Geld, das mir dieser Job jeden Monat sicher aufs Konto spült. Dieses Gehalt schenkt mir die Freiheit zu schreiben, wann ich will und etwas anderes zu tun, wenn ich nicht schreiben will. Und nicht zuletzt ist es dieses Gehalt, dass mein Hobby überhaupt finanziert.

Ich will nur meine Geschichten erzählen

Viele von uns fangen zumindest mit dieser Motivation mit dem Schreiben an. Da ist diese eine Geschichte, die wir zu Papier bringen möchten. Nach und nach werden es mehr Geschichten und Figuren in unserem Kopf, denen wir ebenfalls ihren Platz auf dem Papier schenken möchten. Meistens bleibt diese Motivation jedoch nicht die einzig.

Ich möchte durch das Schreiben berühmt werden

Diesen Eindruck habe ich auch bei einigen Autoren. Sie versuchen mit aller Kraft eine mediale Präsenz zu erreichen. Ich glaube, es gibt diese Art von Mensch in jedem Umfeld – die Rampensau, die einfach mit jeder Handlung Beachtung finden will. Daran ist nicht Verkehrtes, bitte versteh mich nicht falsch. Es kann mit Sicherheit auch finanziell recht erfolgreich sein.

Was ist es bei mir?

Bei mir ist es im Augenblick ein Wunsch danach, gelesen zu werden. Natürlich bleiben es meine Geschichten, die ich für niemanden verbiegen würde, um mehr Leser zu finden. Denn ich bin finanziell nicht darauf angewiesen, mit den Büchern Geld zu verdienen. Jedoch möchte ich natürlich meine Bücher auch nicht kostenlos anbieten, weil dieses Hobby sich irgendwann zumindest selbst tragen soll, wenn es mich schon so enorm viel meiner „unbezahlten“ Zeit kostet. In der Rohversion eines Buches stecken bei mir ungefähr 300 Stunden reine Tippzeit. Dann wird noch mehrfach überarbeitet.

Wie sieht es denn in schlechten Zeiten aus?

Du bist krank, gestresst oder hast keine Lust. Schreibst du trotzdem? Welchen Platz nimmt das Schreiben in deinem Leben ein? Ist es ein so integraler Bestandteil von dir, dass du wirklich jeden Tag schreibst?

Oder lässt du auch mal Fünf gerade sein? Schreibst einen Tag, eine Woche oder einen Monat nicht?

Bei mir ist es Zweiteres. Wenn es nicht in meinen Tag passt, schreibe ich nicht. Ich weiß, dass ich so natürlich nicht so schnell vorankomme, wie jemand, der sich wirklich jeden Tag an seine Projekte setzt, aber ich akzeptiere das. Es sind konkurrierende Ziele: Einerseits möchte ich etwas Fertigschreiben, andererseits möchte ich mich damit nicht stressen.

Meine Geschichten entwickeln sich zum Glück auch dann ganz prächtig, wenn ich nicht tippe. Ich glaube, ich brauche diese Phasen sogar. Vor dem Laptop werde ich manchmal betriebsblind und tippe eine Szene, weil ich mir eben mal überlegt habe, dass es diese Szene nun einmal geben muss. Häufig werden die dann erstmal echt mies. Mit etwas Abstand, fällt mir auf, dass ich die Szene nicht brauche oder dass ich sie ganz anders anpacken könnte. So weiß ich auch meine Zeiten abseits des Laptops für meine Geschichten zu schätzen.

So viel nun für’s Erste von der Motivation überhaupt zu schreiben. Beim nächsten Mal kommen wir dann zu dem deutlich umfangreicheren Feld der Motivation der Figuren, die sich in den Geschichten tummeln.

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