7 wichtige Schreib-Lektionen aus den ersten 16 Monaten meiner Autorenkarriere

16 Monate, jetzt spinnt sie wieder… Nach einem Jahr kann man sowas ja mal machen oder nach zu anderen Großereignissen, aber nach 16 Monaten ohne besonderen Anlass?

Naja, so bin ich eben.

Ich weiß nicht mehr genau, an welchem Tag ich mir gesagt habe – Komm, du schreibst jetzt einfach mal einen Roman.

Irgendwann im Januar muss sich die Idee in meinem Kopf eingenistet haben. Ich war auf einem mehrtägigen Yoga-Retreat und hatte Zeit, mich mit mir selbst und meinen Wünschen zu beschäftigen. Da muss irgendwas passiert sein. Etwa im April habe ich tatsächlich begonnen, meinen ersten Roman niederzuschreiben.

Natürlich waren die Anfänge dilettantisch. Was auch sonst?


10.000 Stunden bis zur Meisterschaft

Wenn man mit etwas beginnt, ist man in den seltensten Fällen gleich ganz großartig. Bis man etwas meisterlich beherrscht, bedarf es rund 10.000 Stunden Beschäftigung mit der Materie. In einem Vollzeitjob kommt man auf 1.760 Stunden pro Jahr, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Wenn man in jeder Arbeitsstunde seine Energie wirklich auf die Aufgabe konzentriert (wer tut das schon?) kann man also frühestens nach 6 bis 7 Jahren im Beruf sagen, dass man ihn meisterlich beherrscht. Meistens dauert es länger, weil man Pausen macht, sich ablenkt oder sich mit Aufgaben beschäftigen muss, die mit dem eigentlichen Thema nicht viel zu tun haben. Der Maurer muss beispielsweise die Fahrtzeiten zwischen den Baustellen abziehen, weil er da ja nicht mauert.

Ich schreibe definitiv nicht 8 Stunden am Tag an 220 Tagen im Jahr an meinen Romanen – dafür habe ich gar keine Zeit. Bis ich es also meisterlich beherrsche, werden noch viele Jahre vergehen. Das ist eine schöne Aussicht und überhaupt nicht demotivierend, weil ich unheimlich gerne lerne und mich weiterentwickle. So schaue ich auch gerne auf das, was ich bereits gelernt habe und beobachte es auch unheimlich gerne in meinem Umfeld.

Vor einem Jahr hat mein Lebensgefährte es sich noch nicht zugetraut, unseren Zaun selbst zu bauen. Jetzt ein Jahr später ist er überzeugt, dass er es deutlich besser gemacht hätte als die Handwerker, die wir dafür bezahlt haben. Er hat diesen Beruf mittlerweile erlernt und es gibt immer noch Dinge, die er sich allein nicht zutraut. Aber meist ist er nur kurze Zeit später schon ganz anderer Meinung.

1. Unnötige Wiederholungen sind zu vermeiden

Genauso beobachte ich es auch beim Schreiben, wenn ich auf alte Texte blicke.

Vor 16 Monaten also habe ich die ersten Sätze in meinem Krimi-Projekt niedergeschrieben und Anfang Juli habe ich diese hervorgeholt und begonnen sie zu überarbeiten. Wirklich die ersten Sätze werden es nicht mehr gewesen sein, denn ich überarbeite eigentlich immer ein wenig, wenn das Dokument offen vor mir liegt.

Trotzdem habe ich so vieles bemerkt, dass ich nun anders machen würde. Im Abstand von ca. 8.000 Worten habe ich zweimal beschrieben, warum eine Figur gerade den Zuspruch meiner Hauptfigur braucht – beim Schreiben lag ja auch einige Zeit dazwischen, da musste ich quasi noch einmal daran erinnern, was ich Anfangs schon geschrieben hatte. Nun weiß ich aber, dass das totaler Bullshit ist. Mein Leser wird keine Wochen brauchen um 8.000 Wörter zu lesen. Er wird sich daran erinnern, warum die Figur ein wenig geknickt ist. Wenn nicht, wird er einfach hinnehmen, dass es so ist. Auch der Gesprächskontext wird es irgendwann andeuten oder sogar hinreichend erklären. Ich muss es also nicht wiederholen. Es ist natürlich ersatzlos gestrichen worden.

2. Ein Antiheld ist meist kein guter Erzähler

Ich habe erkannt, dass eine meiner Figuren eher dem Antihelden entspricht und allein nicht die Story treiben kann, weil sie viel zu passiv ist. Aufgefallen ist mir das durch eine Kurzgeschichte, die ich kürzlich mit ihr in der Hauptrolle geschrieben habe und mit der ich gnadenlos gescheitert bin. Scheitern ist übrigens manchmal auch etwas Gutes, weil man daraus wichtige Dinge lernt! Danke auch an Roland und Michael, die mir mein Gefühl des Scheiterns bestätigt haben, ohne mich unnötig zu schonen. Ich wusste bei der letzten Überarbeitung, dass die Geschichte, so wie ich sie geschrieben habe, mit der Figur richtig ist und zu der Figur passt. Aber ich wusste auch, dass die Geschichte nicht funktioniert. Sie hat keinen Spaß gemacht. Sie war nicht spannend. Aber es war die Figur, die durch ihr Handeln die Geschichte nicht getrieben hat. Sie hat sich treiben lassen und das macht einfach keine gute Geschichte. (Ganz wenige Ausnahmen könnten mich jetzt widerlegen, aber das ist mir egal. Denn sogar die Ausnahmen wissen, dass sie Ausnahmen sind!)

Diese Figur wird nun also in meiner Krimireihe eine deutlich kleinere Rolle einnehmen, weil sie meinen Leser sonst nur langweilt. Hätte Joan K. Rowling Harry Potter aus Nevilles Perspektive erzählt, wäre es auch kein besonderer Erfolg geworden… Sorry, Neville, du tapferer Antiheld und treuer Freund!

Meine Charlotte ist also ein Neville. Ein Sidekick, mehr nicht. Als zweite Hauptfigur taugt sie nicht. Die brauche ich auch nicht. Ihre Rolle ist dafür viel zu klein. Sie wird Szenen haben, aber die werden nicht 50% der Geschichte ausmachen. In Band 2 ist Charlotte zum Beispiel sowieso nicht dabei (aber dafür wirst du in Band 2 Ella und Rick kennenlernen – oh Gott, ich liebe die Zwei!). Aber in Band 3 dürfte Charlotte wieder auftauchen und vielleicht wird sie noch zu einer echten Freundin für meine Hauptfigur.

Und vielleicht kann mein Sidekick Charlotte durch ihre eigene Entwicklung über die Jahre auch noch zu einer Persönlichkeit heranwachsen, die das Potenzial für eine zweite Hauptfigur hat.

3. Eine Geschichte braucht Konflikte

Innere und äußere Konflikte habe ich in dem Plot für den Roman vermutlich ganz gut skizziert. Die finde ich immer sehr wichtig für eine gelungene Geschichte. Da bin ich auch mal froh, dass ich etwas zu Beginn gleich richtig gemacht habe. Natürlich ist noch nicht alles zu der Geschichte auf dem Papier, manches steht noch immer grob zwischen den Zeilen auf dem ganz knappen Plotpapier. Aber die Grundidee (ich weiß heute nicht mehr, woher sie kam) enthielt bereits drei mögliche Motive und entsprechend viele potenzielle Täter. Das kann ich jetzt wunderbar nutzen, um Fährten auszulegen.

4. Ein Projekt muss manchmal reifen

Einen Krimi zu schreiben ist keine leichte Übung für ein erstes Buch, so viel habe ich schnell gelernt, weshalb ich mich nach wenigen Monaten zunächst an ein anderes Projekt gesetzt habe. Und dann an ein weiteres und dann an noch eins… Ich glaube, du verstehst, worauf ich hinaus möchte. Ein Krimi ist eine recht komplexe Konstruktion, der ich gern mit meinem Herzensprojekt gern gerecht werden möchte. Deshalb wird es dem Projekt auch gut tun, wenn ich es immer mal wieder liegen lasse und neu gelerntes hineinfließen lassen kann. Ich bin sehr froh, dass das nicht meine erste Veröffentlichung sein wird bzw. war. Naturgemäß macht man Fehler, wenn man beginnt, die möchte ich gerne so gut wie möglich ausbügeln, bevor das Baby auf den Markt kommt. Dass es zu einer Reihe gehört, macht es noch ein bisschen (emotional) schwieriger, denn es soll ja ein toller Auftakt werden.

5. Konzentration auf das Wesentliche ist Pflicht

Ich habe gelernt, wie ich auswähle, ob eine Szene oder ein Detail ins Buch gehört oder nicht. Eine unheimlich wichtige Lektion, wie ich finde. Nichts ärgert mich beim Lesen mehr als ein Autor, der mich mit unwichtigen Informationen zuschmeißt. Da lese ich lieber Wikipedia als einen Roman. Im Roman möchte ich nur die Dinge erfahren, die mit der Geschichte zu tun haben.

Wenn ich einen Krimi lese, ist mir egal, warum eine Figur ihren Hausschlüssel verloren hat, wenn der Hausschlüssel nichts mit dem Fall zu tun hat. Ich erwarte, dass ich nur die Infos bekomme, die ich brauche. Im Krimi möchte ich rätseln können. Die vorliegenden Informationen müssen mich ebenfalls zum Täter führen können. Dafür will ich nicht in einem Berg von Datenmüll wühlen müssen. Alles muss irgendwohin führen. Zu einer falschen Fährte oder zum wahren Täter. Alle Fäden müssen in der Hand des Autors sein. Ich erwarte FÜHRUNG.

Also muss ich bei der Auswahl meiner Szenen und Details sorgfältig vorgehen. Das habe ich bei meinem Serienprojekt im Szenenplan sehr schön geübt. Jede Szene hat einen Zweck zu erfüllen. Das heißt nicht, dass ich die Umgebung nicht beschreiben darf, wenn sie nicht so wichtig ist. Aber wenn deine Figur einen Spaziergang machen möchte, musst du sie dabei nicht begleiten, falls unterwegs nichts von Bedeutung passiert. (Das erinnert mich an eine Szene in Band 2, die ich noch streichen muss 😉 )

6. Plastische Figuren sind wichtig

Die Figuren, die ich in meiner Geschichte benutze, sind lebendige Wesen. Sie haben Wünsche und Bedürfnisse. Ein Leben und eine Vergangenheit. Ihr Charakter taucht nicht einfach auf, um Heil oder Unheil zu stiften. Manche Menschen glauben, der Wagen vor ihnen fährt nur deshalb so langsam, um sie zu ärgern. Aus meiner Lebenserfahrung (immerhin schon 33 Jahre) kann ich berichten: Nur die wenigsten Menschen scheren sich darum, welche Folgen ihr Handeln für Fremde hat.

Wenn der Wagen vor uns also langsam fährt und wir uns darüber ärgern, hat der Fahrer trotzdem eine eigene Geschichte, die ihn dazu veranlasst, so langsam zu fahren. Vielleicht fährt er zum ersten Mal mit seinem Neugeborenen vom Krankenhaus nach Hause und er hat Angst, dass das Baby bei einer Bodenwelle aufwacht. Vielleicht spielt er am Handy Pokemon und will unbedingt das Relaxo einfangen. Vielleicht traut er sich nicht schneller zu fahren, weil er nicht so gut sehen kann. Vielleicht hatte er erst vor kurzem einen Unfall, bei dem seine Beifahrerin schwer verletzt wurde.

Jeder, wirklich JEDER, hat seine eigene Geschichte. So hat auch dein Antagonist Gründe für sein Handeln – vermutlich sogar nachvollziehbare Gründe. Er taucht nicht auf, um deinen Protagonisten zu ärgern. Du musst nicht jeder der Geschichten deiner Figuren erzählen, aber du solltest sie kennen.

Meine Hauptfigur kenne ich sehr gut. Ich verstehe, was sie möchte und warum sie ist, wie sie ist. Ich verstehe, warum sie in einer Situation reagiert, wie sie es eben tut. Meine Nebenfiguren sollte ich genauso gut verstehen. Daran kann ich auf jeden Fall noch arbeiten. Mein Opfer in Band 1 zum Beispiel ist ein Arsch. Ich weiß aber noch nicht genau, warum er so ein Arsch ist. Bevor das Buch zum Ende kommt, will ich es aber wissen, denn es wird wichtig für die Geschichte sein. Ich möchte nicht einfach platt ein Arschloch sterben lassen, um meinen Krimi darum zu stricken. Auch diese Figur muss komplexer werden und eine Vergangenheit und eine Motivation bekommen. Wenn ich die Geschichte aus seiner Sicht schreiben müsste, wäre sie zwar kurz, aber sie müsste nachvollziehbar sein. Ich möchte seine Partei ergreifen können, wenn ich in seinem Kopf stecke. Wer denkt über sich selbst schon „Na, ich bin eben ein Arsch – das ist meine Rolle!“?

Neben dem Opfer habe ich natürlich noch einen gewissen Pool an weiteren Personen, die ebenfalls alle einen Hintergrund haben sollten, der nicht erwähnt werden muss, aber erklärt, warum sie sind, wie sie sind. Hier helfen mir umfangreiche Charakterbögen, die ich mir selbst zusammenstelle. Ich mag es, wenn auch ein Bild dabei ist, damit ich – falls ich mal ein Detail beschreibe – bei den Fakten bleibe. Aber das mit den Bilder hält jeder anders. Ich beschreibe ohnehin nicht so viel Optik der Figuren, aber ich habe gern einen „Film“ vor Augen, wenn die Sequenzen ablaufen.

Die Informationen über die Figuren in einem Roman können leicht ein ganzes Buch füllen, aber das ist definitiv keine verschwendete Energie. Ich muss es nicht mehrfach umschreiben, es müssen keine ganzen Sätze sein, Stichpunkte reichen und ich kann mich auch hier auf die wesentlichen Details beschränken. Ich muss nicht für jede Figur wissen, ob sie Geschwister hat und was die Geschwister beruflich machen. Aber wenn der Bruder einer Figur erwähnt wird, wäre es gut zu wissen, ob sich die Geschwister gut verstehen und sich als Kinder oft gestritten haben.

7. Nicht alles im Buch dreht sich um die Geschichte

Das klingt jetzt wie ein Widerspruch zu Punkt 5, ist aber nicht so gemeint. Gemeint ist, dass die Figuren neben der Geschichte (Krimi, Lovestory oder was auch immer) auch einen geregelten Tages- oder Wochenablauf haben. Sie brauchen Essen, Schlaf und müssen gelegentlich auf die Toilette – NICHTS davon muss man aufschreiben, aber eine Figur, die Tag und Nacht wach zu sein scheint, ist unrealistisch und stresst mich beim Lesen. Abends auszublenden und erst am nächsten Morgen weiter zu erzählen ist keine Sünde. Die Figur braucht Schlaf. Vermutlich muss die Figur auch trotz der Geschichte weiter Geld verdienen. Sie unterliegt also zeitlichen Zwängen und kann sich nicht pausenlos nur mit der Geschichte beschäftigen. Auch die Nebenfiguren können nicht pausenlos an der Seite der Hauptfigur ausharren. Wie im echten Leben sind Freunde manchmal nicht erreichbar.

Wie gesagt, nichts davon muss erwähnt werden, wenn es nicht von Belang ist, aber es muss uns beim Schreiben bewusst sein, dass die Story nicht alles im Leben der Figuren ist. Selbst wenn wir uns Hals über Kopf in etwas stürzen (z.B. uns verlieben) bleibt die Welt nicht deshalb stehen.

Meine Hauptfigur zum Beispiel muss mit ihren diversen Aufträgen die Miete bezahlen und kann auch wenn sie nun unter Mordverdacht steht, muss sie ihrer Arbeit nachgehen und die Aktivitäten rund um die Ermittlung und ihre Entlastung eben drumherum legen. Ihre zahlreichen Freunde – auch die liebe ich – müssen ebenfalls für ihren Lebensunterhalt sorgen und können nicht allen Unfug mitmachen. Eine ihrer besten Freundinnen ist Köchin in eigenem Restaurant. Sie arbeitet entsprechend viel und ist bei der Arbeit unabkömmlich. Sie kann meine Hauptfigur nicht begleiten, obwohl sie sie lieb hat. Aber ihre Existenz hängt nun mal davon ab, dass sie ihre Arbeit macht.

Fazit

Hast du bis hierhin durchgehalten?

Respekt! Der Post ist ein bisschen länger geworden als geplant.

Das waren meine 7 Lehren aus der begonnen Überarbeitung meines ersten Krimis. Ich bin gespannt, was mir noch so alles auffallen wird. Da liegt bestimmt noch einiges im Argen 😀

Wenn du in deine frühen Werke blickst, wünsche ich dir, dass du auch ganz viel findest, dass du heute besser oder anders machen würdest. Es ist herrlich zu sehen, wie man sich immer weiterentwickeln kann. Insbesondere zu Beginn ist die Lernkurve extrem steil und bereits nach kurzer Zeit kann man sehen, wie „schlecht“ die ersten Ergebnisse waren. Falls du schon „ewig“ schreibst, fang doch mal an zu häkeln oder zu töpfern und schau dir das erste Ergebnis im Vergleich zu dem nach einem Monat an. Es ist toll, wie schnell man sich weiterentwickelt.

Fehler machen ist also nichts Schlechtes, falls du das immer noch glaubst. Sogar dann wenn deine Fehler anderen auffallen anstatt dir, kannst du daraus wachsen. Lustiger ist es aber meist, wenn du es selbst feststellst 😉

 

4 Gedanken zu “7 wichtige Schreib-Lektionen aus den ersten 16 Monaten meiner Autorenkarriere

  1. Vanessa Glau schreibt:

    Eine schöne Zusammenfassung einiger wichtiger Lektionen! Toll, dass du in weniger als zwei Jahren schon so viel lernen konntest!

    Ich gehöre zwar zu denen, die schon „ewig“ schreiben (seit mindestens 8 Jahren), habe das aber lange Zeit relativ planlos und unreflektiert getan. Da hilft so ein Blog auf jeden Fall, sich die eigenen Fehler einzugestehen und bewusst daran zu arbeiten, um sich langfristig zu verbessern. Früher dachte ich, dass ich einfach nur schreiben müsste, um mich automatisch zu verbessern, aber das stimmt nur bis zu einem gewissen Grad. Daher finde ich solche Bestandsaufnahmen inzwischen auch sehr wichtig!

    Gefällt 1 Person

    • erinjsteen schreibt:

      Da hast du absolut recht. Viel üben bringt natürlich auch eine Menge, aber über eigene Fehler stolpern, bringt einen eine Stufe nach oben. Mir macht es immer wieder total Spaß, mich mit Lernprozessen zu beschäftigen. Ich glaube, deshalb beginne ich so gerne neue Dinge!

      Gefällt 1 Person

  2. Alexandra Wendt schreibt:

    Ein sehr anregender Beitrag!
    Besonders Punkt 4 – ein Projekt muss reifen – und Punkt 5 – Konzentration auf das Wesentliche – sind meiner Meinung nach Dinge, die nicht all zu einfach zu erlernen sind.
    Ein bisschen stört mich, dass nicht nur du, sondern auch andere Blogger immer mit dieser 10.000 Stunden-Regel um die Ecke kommen. Ich weiß nicht, wie dir es dabei geht, aber für mich ist das schrecklich demotivierend. Besonders, weil sich diese Regel nicht einfach so auf das Schreiben übertragen lässt. Der theoretische Ansatz, der dahinter steckt, kommt aus der Kognitionspsychologie und bezieht sich auf Expertenwissen: Man muss sich 10.000 Stunden intensiv mit einem Themenkomplex auseinandersetzen, um Experte zu sein. Schreiben ist eine Fertigkeit und kein Wissen. Zudem wird bei dem Ansatz des Expertenwissens von Null an gerechnet. Hast du vor 16 Monaten bei Null angefangen mit dem Schreiben? Sicher nicht. Die meisten (wenn nicht alle ) fangen mit dem Schreiben in der Grundschule an. Und all die Aufsätze in der Schule – ist das nichts wert? Sicherlich war das nicht immer literarisches Schreiben. Aber auch bei einer Facharbeit üben wir, grammatische Strukturen anzuwenden, abwechslungsreich zu formulieren, sich nicht zu wiederholen, … Grundlagen eines guten Sprachgebrauchs, der notwendig ist, um ein Buch zu verfassen.

    Gefällt 1 Person

    • erinjsteen schreibt:

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Du hast natürlich zum Teil recht. Bei 0 habe ich mit dem Schreiben nicht angefangen, dennoch glaube ich, dass es noch ein paar Jahre dauern wird, bis die Lernkurve tatsächlich recht flach wird. Ich finde die 10.000 Stunden Regel überhaupt nicht demotivierend. Jede Stunde, die ich mich mit dem Schreiben beschäftige (aufmerksames Lesen, Fachliteratur, Plotten, Schreiben etc) bringt mich voran. Wahrscheinlich habe ich in meinem ganzen Leben sogar schon 10.000 Stunden mit dem Lesen verbracht. Das wird helfen, aber es reicht nicht aus, weil ich es nicht mit dem Vorsatz gemacht habe, das Thema zu studieren. Zuletzt geht es hier eben auch um Meisterschaft und nicht um die Grundfertigkeit. Ich glaube, dass Schule und bisherige Lebenserfahrung helfen, die Grundfertigkeit zu lernen, aber um literarisch schreiben zu lernen, braucht es mehr als abwechslungsreiche Satzstrukturen, angemessene Grammatik und korrekte Rechtschreibung. Mir hilft die Regel, mich darauf zu besinnen, dass es immer noch sehr viel zu lernen gibt und nichts perfekt sein muss. Also ist es ein bisschen auch Appell, dass eben kein Meister vom Himmel fällt und das finde ich ungeheuer beruhigend.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s