Erin fragt… Autorin Sandra Florean

Schon lange habe ich ein Interview mit der Kieler Autorin Sandra Florian geplant. Fans des Drachenmondverlags werden sie kennen und Fans von Vampiren vielleicht auch.

61gveefjc4L._UX250_Sandra Florean lebt und arbeitet in Kiel, worum ich sie ein bisschen beneide, denn ich musste dort beruflich bedingt leider wieder wegziehen. Die vielseitige Autorin hat gleich mit ihrem Debüt, dem Vampir-Roman Mächtiges Blut (Nachtahn-Reihe Band 1), bei Lovelybooks den Titel bestes deutschsprachiges Debüt 2014 gewonnen. Diesem folgten bislang 3 weitere Bände der Reihe, der Einzelroman Schattenrot, diverse Anthologie-Beiträge, einige Aurora-Bände und ihre erfolgreiche neue Reihe Die Seelenspringerin. Band 2 erscheint im April 2017 und auch ein dritter Band ist bereits geplant.

Ich ziehe meinen Hut vor dieser wahnsinnigen Produktivität, liebe Sandra.

Hier einmal der Link zu ihrer Autorenseite, damit du dich selbst überzeugen kannst.

Daneben ist Sandra sehr aktiv auf Facebook. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nichts Neues von ihr gibt. Vielleicht erinnerst du dich noch ein meine Interviews mit Jessie Weber oder Veronika Serwotka, mit diesen beiden und Rodinia-Autor Laurence Horn betreibt sie auf Facebook Die WG.

Wie hast du es geschafft, mit dem ersten Teil deiner Nachtahn-Reihe zum besten deutschsprachigen Debüt gewählt zu werden?

Gute Frage. Wenn ich das wüsste, würde ich es genau so immer wieder machen. Vielleicht hat meine Begeisterung für das erste Buch die Leser mitgerissen? Oder es war einfach der richtige Zeitpunkt für ein etwas anderes Vampirbuch? Oder Glück? Oder von allem ein bisschen was …

Engagierst du dich auf Lovelybooks und anderen Portalen?

Oh ja. Gerade die Social Network Plattformen sind im Grunde sehr leicht zu bedienen und man kann schnell und unkompliziert mit Menschen in Kontakt bleiben. Es kostet aber auch sehr viel Zeit, deshalb ist es immer eine Gratwanderung. Auch liegt einem nicht jedes Portal. Auf lovelybooks veranstalte ich meine Leserunden und trete da auch gern als Leserin in Erscheinung, teile meinen Lesestatus und bewerte Bücher. Instagram mag ich sehr gern, weil ich gern witzige Bilder zeige und auch angucke. Und Facebook ist bald nicht mehr wegzudenken. Das nutze ich vor allem für Kontakte, aber auch die Organisation von Blogtouren, Bloggeraktionen, gemeinsamen Messebesuchen/-teilnahmen mit Kollegen und andere Veranstaltungen.

Was sind die wichtigsten Dinge, die du in deiner bisherigen Autorenkarriere gelernt hast?

Man braucht viel Geduld, muss offen für Kritik sein und das Unerwartete erwarten.

Du schreibst über Vampire. Das ist im Moment ein ziemlich überlaufenes Genre. Warum sind  deine Bücher in dem Genre trotzdem so erfolgreich?

Eigentlich staune ich da immer noch drüber. Die vielen begeisterten Rückmeldungen und vor allem die vielen Verkäufe hätte ich niemals erwartet!

Was genau der Grund ist, warum ein Buch erfolgreicher ist als das andere, ist schwer zu sagen. Bei mir steckt immer viel Arbeit drin – sowohl im Schreibprozess

als auch bei der Vermarktung. Gerade bei meinen Charakteren bin ich pingelig, weil ich nichts schlimmer finde, als wenn Protagonisten schwammig dargestellt werden und nicht nachvollziehbar handeln.

Jede Veröffentlichung ist eine neue Herausforderung und jedes Mal beginnt das Bangen darum, wie es wohl ankommen wird.

Als ich meine „Nachtahn“-Reihe anfing, hab ich mir natürlich Gedanken um das Genre gemacht. Vampire gibt es ja schon wie Sand am Meer, was möchte ich denn anders – besonders – machen? Das war meine Überlegung. Und so legte ich den Fokus auf die Fähigkeiten, die sie haben. Woher sie stammen, wie sie sich entwickeln usw. und behielt vor allem immer im Hinterkopf, dass meine Vampire mal Menschen waren. Sie können also nicht die Gestalt wandeln, fliegen oder sind unsichtbar.

Zudem kommt, denke ich, meine persönlicher Genre-Mix gut an. Meine Bücher sind eine bunte Mischung. Gerade die „Nachtahn“-Reihe und „Schattenrot“ beinhalten große Gefühle, aber auch ehrliche Brutalität, direkte Worte, tiefsinnige Gedanken, Blut, Liebe, Erotik und natürlich ordentlich Action. Bei „Die Seelenspringerin“ wird das Ganze dann ein bisschen düsterer und die Liebe rückt etwas in den Hintergrund. Da das eine Mystery-Thriller-Reihe ist, steht der Kriminalfall im Mittelpunkt.

Es ist vermutlich wirklich immer ein Zusammenspiel aus allem – und auch daraus, wie man sich als Autorin präsentiert. Wenn Du Deine Bücher liebst, davon 100% überzeugt bist und Deine Begeisterung nach außen trägst, ist das ansteckend oder macht die Leute zumindest neugierig. Ich glaube, ich habe gerade auf meinen Lesungen schon einige Vampir-Skeptiker überzeugt 😉

Wie schaffst du es, so produktiv zu sein – was ist dein Geheimnis?

Disziplin! Hihi, Spaß beiseite, obwohl es das trifft. Ich schreibe recht strukturiert und immer mit festen Terminvorgaben (entweder vom Verlag oder von mir selbst gesetzten Deadlines). Außerdem behalte ich alle Projekte und deren Status im Auge und plane das Schreiben regelrecht. Mal als Beispiel: Momentan warte ich auf eine Druckfahne, die ich durchgehen muss, und würde gern ein neues Projekt beginnen, schreibe aber erst einmal an einem Gemeinschaftsprojekt mit Laurence Horn weiter, da ich das müheloser für die Durchsicht der Druckfahne beiseite legen kann.

Dann plotte ich meine Projekte relativ gründlich durch, sodass ich immer weiß, was als nächstes passiert, Recherchen bereits erledigt sind und ich, wenn sich mal eine Lücke in meinem Alltag auftut, direkt mit dem Schreiben beginnen kann und nicht erst lange überlegen muss, wohin die Reise gehen soll. Ohne diese doch recht zeitaufwendige Vorarbeit würde ich vermutlich kein Projekt fertig bekommen.

Worauf dürfen sich deine Fans in den nächsten Monaten noch freuen?

Aktuell sind „The U-Files. Die Einhorn Akten“, bei der ich das erste Mal als Herausgeberin fungiere. Dann der zweite Band meiner Mystery-Thriller-Reihe „Die Seelenspringerin“ und im Mai kommt noch „Das Erbe des Hüters“ aus dem Talawah Verlag dazu. Dann wird es erst einmal ruhiger. Für den Sommer plane ich, einen Roman in Eigenregie herauszubringen. Und im Herbst geht es dann hoffentlich mit Band 3 von „Die Seelenspringerin“ weiter. Der liegt aktuell bei meinen Testlesern.

Liebe Sandra, vielen Dank für das Interview und ganz viel Erfolg mit all deinen weiteren Projekten. Gruß mir die fabelhafte Stadt an der Förde.

Wenn du eins von Sandras Büchern als eBook gewinnen willst, verpass nicht das Gewinnspiel in dieser Woche auf Erin Buchtipps.

Weitere Interviews findest du unter Erin fragt… Die Interview-Reihe.

3 Gedanken zu “Erin fragt… Autorin Sandra Florean

  1. Lisas Bücherleben schreibt:

    Ein schönes Interview! 🙂 Ich frage mich immer, ob es auch noch die chaotischen Schreiber gibt, die eben nicht so akribisch vorplanen. Chapeau liebe Sandra, das ist echt ein Powerprogramm!

    Liebe Grüße 🙂

    Gefällt 1 Person

    • erinjsteen schreibt:

      Ich glaube, die gibt es durchaus noch, aber so hohe Produktivität ist mit einem chaotischen Ansatz schwer zu erreichen. Zumal wenn du Vollzeitautor werden willst, verlangt das Sicherheitsbedürfnis irgendwann vermutlich nach mehr Planung, um regelmäßige Neuerscheinungen sicherstellen zu können.

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