Zielabgleich und 4 Dinge, die ich seit meiner ersten Veröffentlichung gelernt habe

Im Moment habe ich sehr wenig freie Zeit, doch ich möchte nicht versäumen, dich über den Erfolgsverlauf von Martins Hütte auf dem Laufenden zu halten. Martins Hütte gibt es jetzt seit 5 Wochen bei Amazon. Wie steht es denn bislang mit meinen Zielen?


Ich hatte dir ja zwei Wochen nach der Veröffentlichung mein Freud und Leid berichtet.

Was nach der Buchveröffentlichung geschah – schonungslos ehrlich!

Seitdem sind wieder drei Wochen ins Land gezogen. Der erste Monat ging zu Ende und die Dinge entwickelten sich weiter.

Weiterhin lerne ich sehr viel aus den Reaktionen, die dieses kleine Buch bei seinen Lesern hervorruft.

Mehr als jeder 3. Käufer schreibt eine Rezension zu meinem Buch – das ist in meiner Wahrnehmung außergewöhnlich viel!

Ja, die vielen Rezensionen machen mich stolz, auch wenn durchaus kritische Worte dabei sind. Es sind jetzt schon mehr Rezensionen da, als ich mir erhofft hatte, weil mir bewusst war, dass nur weniger Leser tatsächlich eine Bewertung da lassen.

Bei Michael Behr kannst du eine der kritischen Rezensionen lesen, die es aber trotz aller Kritik sehr gut auf den Punkt gebracht hat, was ich erzählen wollte:

Das Schreiben der Anderen: „Martins Hütte“ von Erin J. Steen

Meine Verkaufsziele (wohl gemerkt habe ich mir diese über „Lebenszeit“ des Buches gesetzt) habe ich noch nicht erreicht. Hier habe ich bei der Zieldefinition etwas falsch gemacht – ich hatte mir eine bestimmte Anzahl „Leser“ gewünscht und die kann ich nicht messen. Ich kann messen, wie viele Bücher, ich verkauft habe, wie viele Seiten geliehener Bücher gelesen werden und wie viele Exemplare ich gratis vergeben habe, aber wie viele Leser mein Buch erreicht kann ich nur schätzen.

Beim nächsten Buch und der nächsten persönlichen Zielsetzung werde ich das etwas anders definieren und mir auch zeitlich gestaffelte Ziele setzen. Zum Beispiel „10 Bücher in den ersten 7 Tagen verkaufen“ oder was auch immer mir halbwegs realistisch erscheint.

Kategorie 1: 140% meines Ziels erreicht

Kategorie 2: 26% meines Ziels erreicht

Durchschnitt: 83% meines Gesamtziels erreicht

(ich erlaube hier eine Kompensation durch die Übererfüllung in Kategorie 1, obwohl man das natürlich auch anders rechnen könnte)

Was habe ich also im ersten Monat nach der Veröffentlichung für die Zukunft gelernt und was kann ich dir von meinen Erfahrungen mitgeben

  1. Die meisten Leser mögen es, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren – das war nicht neu für mich, aber ich habe es bei Martins Hütte bewusst vermieden, weil ich meinen Protagonisten nicht besonders emotional gemacht habe. Ich bereue das nicht, denn so ist eben diese Figur, allerdings kommt er so eben nicht bei jedem gut an, damit muss ich leben.
  2. Der richtige Klappentext und Werbetexte sind unheimlich wichtig – mit meinem Klappentext habe ich mich bis zur letzten Minute vor der Veröffentlichung herumgeschlagen und ich glaube, ich werde ihn demnächst noch einmal anpassen.
  3. Der passende Zeitpunkt für deine Veröffentlichung muss nicht unbedingt immer JETZT sein – mit Martins Hütte bin ich genau in den Beginn des Indie-Lese-Festivals gerutscht, bei dem wöchentlich 1.000 Bücher von Self-Publishern um 70% reduziert waren. Zeitlich begrenzte Angebotsaktionen ziehen Aufmerksamkeit auf sich, wenn ich als Kunde die Wahl habe zwischen zwei Büchern, die mich interessieren, nehme ich wahrscheinlich das, das in dieser Woche um 70% reduziert ist, weil ich das für ein gutes Angebot halte. Ich weiß nicht, ob ich einen Monat später mehr Verkäufe generiert hätte, aber ich halte es für möglich. Auch eine Veröffentlichung mitten in den Weihnachtspreisschlachten ist entsprechend ungünstig, wenn man noch keine große Fanbase hat, die ausgerechnet auf das eigene Buch wartet. Aber Fakt ist auch, die Welt kann dein Buch nur kaufen, wenn du es veröffentlichst, also kannst du es auch einfach JETZT tun! In einem Monat wird es schließlich immer noch da sein und du kannst es erneut bewerben!
  4. Bereite dich auf mögliche Kritik vor – ich wusste, dass ich mit Martins Hütte gewisse Risiken eingehe, und dass nicht jeder den ungewöhnlichen Ansatz gut finden wird. Das habe ich glücklicherweise mit einigen meiner besten Ratgeber vorab besprochen, so dass sie mir sagen konnten „Jetzt tu nicht so überrascht, du hast doch gewusst, dass einige Leute dies oder jenes nicht gut finden werden!“. Das war sehr hilfreich, wenn mich Kritik mal ein bisschen zu Boden gezogen hat. Aber bislang gab es nicht einen Kritikpunkt, den ich nicht vorhergesehen habe und ich kann stolz sagen – ich würde das Buch auch heute nicht anders schreiben. Das heißt nicht, dass ich die Kritik nicht ernst nehme, sondern nur, dass ich die entscheidenden Punkte vorher kannte. Wenn du also dein Buch veröffentlichst, rate ich dir, mit engen Vertrauten zu besprechen, was andere vielleicht an deinem Buch kritisieren werden und warum du es trotzdem so machen willst – falls du niemanden hast, dem du das sagen möchtest, schreib dir selbst einen Brief, den du hervorziehen kannst, wenn dich Kritik mal trifft.

Diese vier Dinge kann ich für später sicher noch gut gebrauchen, auch wenn mein Schreiben in dieser Woche kaum stattgefunden hat, weil ich zu sehr mit meinem neuen Job beschäftigt war. Das wird sicher auch noch eine Weile so weitergehen, weshalb du hier deutlich weniger vor mir hörst, als du es gewohnt bist. Ich hoffe, ich schaffe es trotzdem, noch im ersten Halbjahr 2017 meine zweite Veröffentlichung in die Welt zu entlassen. Bei dieser Zielsetzung wusste ich noch nichts vom Jobwechsel und weil ich stur bin, halte ich auch jetzt noch daran fest 😉

 

9 Gedanken zu “Zielabgleich und 4 Dinge, die ich seit meiner ersten Veröffentlichung gelernt habe

  1. Vanessa Glau schreibt:

    Aha, deine vierte Erkenntnis werde ich auf jeden Fall im Kopf behalten! Das ist mir bisher nicht aufgefallen, aber du hast Recht, bestimmt ist es gut, sich vorher über Schwächen des eigenen Werks im Klaren zu sein. Dann fällt es auch leichter, die Kritik zu verarbeiten, oder?

    Viel Erfolg mit dem neuen Projekt! Am Ziel festhalten ist auf jeden Fall gut. Auch wenn du es nicht schaffst, hast du wenigstens etwas weitergebracht. 🙂

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  2. mikakrueger schreibt:

    Nicht alle Dinge laufen immer sofort so, wie sie sollen. Gib einfach nicht auf. Es ist eher selten das erste Buch, was richtig gut ist. Ich habe ja nun schon zwei und hadere jedes Mal erneut mit mir und dem, was ich da schaffe. Ist es gut genug? Wird es die Leute mitreißen? Das sind ganz normale Autorenfragen.
    Viel Erfolg auch weiterhin auf deinem Weg. Alles weitere liest du von mir in einer persönlichen Nachricht. Bin ja nun auch fast mit Martins Hütte fertig.

    Gefällt 2 Personen

  3. Michael Behr schreibt:

    Hm, soll ich mich jetzt gut oder schlecht damit fühlen, dass du meine Rezension als Beispiel anführst!?

    Den vierten Punkt in deiner Aufzählung finde auch ich sehr wichtig und anerkennenswert. Vor allem den Punkt, dass du selbst für dich klar hast, dass manche Kritik aus Gründen kommt, die du vorhergesehen und für dich akzeptiert hast. Ich finde es auch gut, dass du so offen damit umgehst, denn auf diese Weise kommt gar nicht erst der Eindruck auf, dass du dich auf den „hab ich doch gleich gewusst, dass der dumme Leser damit nicht klar kommt“-Standpunkt stellen könntest.

    Gefällt 2 Personen

    • erinjsteen schreibt:

      Warum solltest du dich schlecht damit fühlen, dass ich deine Rezension als Beispiel anführe? Ich fand sie gut, weil du entscheidende Dinge beim Namen genannt hast, die ich mir beim Schreiben gedacht habe. Der vierte Punkt ist mir auch sehr wichtig, denn kein Buch kann jemals für jeden Leser perfekt sein und das sollte man vorher ganz klar wissen. An jedem Buch gibt es Kritikpunkte, weil die Leser eben auch unterschiedlich sind. Der ideale Leser (wie Stephen King ihn nennt) ist der, für den es perfekt sein sollte. Andere Leser haben andere Ansprüche und das ist okay!

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  4. Stella Delaney schreibt:

    Ich muss – bei allem Respekt für deine Leistung und deinen Umgang mit Kritik – auch eine leicht kritische Bemerkung zu Punkt vier machen:

    Klar ist es wichtig, dass man sich von Kritik nicht runterziehen lässt. Grade, weil das leichter gesagt als getan ist. Die Methode, die du schilderst – sich darauf vorzubereiten – hilft dabei sehr gut.

    Andererseits vermisse ich die Bemerkung, dass einem Kritik auch sehr helfen kann. Gerade wenn sie – wie in deinem Fall – konstruktiv ist. Viele Kritiker stellen ähnliche Verbesserungsmöglichkeiten heraus und äussern die Ansicht, dass du dich sicher in diesen Bereichen verbessern kannst und wirst, weil es ja erst dein Debüt ist.

    Dein Blogbeitrag liest sich allerdings stellenweise so, als würdest du das nicht in Erwägung ziehen, bzw. würdest gar nicht ändern wollen. (‚Liest sich so‘ heisst, dass es bei mir so rüberkommt, aber nicht so sein muss – nicht falsch verstehen.)

    Und das wäre gefährlich. Klar kannst du auf den idealen Leser warten, der dann alles versteht und liebt, genauso wie du es machst. Aber dabei verlierst und verpasst du eventuell sehr viele andere Leser, vor allem die, die dir mit konstruktiver Kritik helfen wollten.

    Es geht hier nicht darum, „Martins Hütte“ zu ändern – das Buch ist geschrieben. Es geht auch nicht darum, dass du deinen ganzen Stil ändern musst und es jedem einzelnen Leser rechtmachen sollst. Es geht darum, aus den gut gemeinten Kritiken etwas mitzunehmen für die Zukunft. (Ich habe dein Buch nicht mal gelesen, und kann doch aus den vorhandenen Kritiken einige Punkte ersehen, über die man eventuell nachdenken könnte).

    Wir lernen und verbessern uns ein Leben lang – Autoren sind da keine Ausnahme. Kritiken sind nicht nur böse und verletztend, sondern auch eine Anregung. Was man davon mitnimmt, ist natürlich jedem selbst überlassen.

    Gefällt 1 Person

    • erinjsteen schreibt:

      Du hast recht, dass man aus Kritik lernt. Da bin ich aber noch mitten drin und deshalb passte es noch nicht in diesen Beitrag. Bitte gebt mir noch ein bisschen Zeit für einen Beitrag der dann im etwa heißen wird: „was ich aus der Kritik gelernt habe“ es wird sicher noch einmal einen Monat dauern, bis ich auch dazu ein Fazit oder zumindest ein Zwischenfazit ziehen kann.

      Gefällt 2 Personen

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