Was nach der Buchveröffentlichung geschah – schonungslos ehrlich!

Nach der Veröffentlichung von Martins Hütte vor genau 2 Wochen sind ein paar Dinge passiert, mit denen ich nicht gerechnet habe.


Wie viele Leser meines Blogs sich denken können, ist Martins Hütte eine Art Versuch gewesen. Ich habe gleich ganz viele Dinge auf einmal ausprobiert:

  • einen Thriller schreiben
  • mich mit einem ernsten Thema auseinandersetzen
  • am NaNoWriMo teilnehmen
  • einen Ich-Erzähler verwenden, auch wenn es hart wird
  • eine Geschichte beenden
  • Testleser-Feedback verarbeiten
  • etwas veröffentlichen

Einerseits ein Versuch, einen Thriller zu schreiben – ein Genre, das mir selbst als Leser nur selten so richtig liegt. Viele Thriller machen mir ein wirklich unangenehmes Gefühl im Bauch und darauf stehe ich nicht so sehr.

Auf der anderen Seite war Martins Hütte eine Auseinandersetzung mit dem Terror, der den Beginn des Buches kennzeichnet. Den meisten meiner Geschichten liegt eine Frage der Art „Was wäre wenn?“ zugrunde. Hier ist es die Frage:

„Was wäre, wenn ein Mensch, bei einem Anschlag alles verliert und trotzdem nicht aufgibt?“

Die von mir gewählte Figur reagiert ungewöhnlich auf die Situation und ist deshalb nicht unbedingt das sympathische Opfer.

Am NaNo habe ich teilgenommen, aber nicht das Ziel von 50.000 Worten erreicht – das ist okay, war ja auch nicht das Ziel. Das Ziel war teilnehmen.

Der Ich-Erzähler war eine spannende Sache. Für andere Schreiber ist dies etwas ganz normales, ich schreibe lieber mit personalem Erzähler in der dritten Person. Gerne auch mit wechselnden Erzählern. Mein Ich-Erzähler ist die meiste Zeit des Buches allein mit sich, weshalb nach etwa 30.000 Worten mit der Geschichte Schluss war. Es gab wenig Dialog, mit wem soll er auch reden?

Eine Geschichte beenden – ja, das war ein erstes Mal. Die Geschichte davor, die ich übrigens gerade überarbeite, habe ich nur halbherzig zu einem Ende gebracht und weiß, dass ich in der Überarbeitung dort noch verdammt viel zu tun habe. Bei dem dritten Ende, das ich vor einer Woche unter Band 1 von #Höhlenstaub gesetzt habe, war es schon viel einfacher. So ein Ende fällt mir immer sehr schwer. Ganz egal, ob es sich um ein Buch, einen Abschied oder einen Abschluss handelt.

Mit Testlesern, die ich nicht kannte, habe ich auch zum ersten Mal gearbeitet. Auch das war spannend, denn ich wusste nicht, wie diese Leute ticken. Das Feedback war zum Teil wirklich nützlich, manches auch nicht, aber ich denke, das ist immer so. Deshalb sollte man eben nie aus „alle Änderungen annehmen“ klicken, ohne jede zu lesen.

Dann kam das Veröffentlichen. Davor hatte ich dann nach den Testlesern eigentlich schon viel weniger „Angst“. Es ging wirklich sehr leicht. Irgendwie hatte ich schon da größere technische oder bürokratische Hürden erwartet. Die gab es nicht.


So viel zu den experimentellen Teilen der Veröffentlichung, jetzt aber zu den wirklichen Überraschungen:

Womit ich gerechnet hatte war aber, dass Zusagen eingehalten werden, was leider bislang nur bedingt der Fall ist. Danke an alle, die sich an die Dinge gehalten haben. Vielleicht kommt bei den anderen noch etwas, aber dann wäre es doch wieder eine Überraschung. Konkreter werde ich darauf nicht eingehen.

Ich hatte erwartet, dass meine erste Rezension tatsächlich erscheint. Tja, Pustekuchen. Verschenkt nie etwas an einen Menschen, der eure Bücher lesen will, indem ihr es über Amazon schickt. Denen ist es nämlich vollkommen egal, ob ihr damit den Rezensenten bestechen wollt oder nicht. Am besten kennt ihr niemanden näher, sonst wird eure Rezi einfach gelöscht. Auch auf euren Einwand und die Versicherung hin, dass eure Meinung unbeeinflusst ist, wird man euch nicht als Rezensenten zulassen, wenn ihr mit dem Autor (elektronisch) bekannt seid. Meine Rezensentin hat das schon ganz schön getroffen, denn Amazon unterstellt ihr, dass sie aus Gefälligkeit lügt. Ich finde das frech, aber sei es drum.

Ich werde von dieser Bekannten niemals eine Rezension bekommen, weil Amazon das so entschieden hat. Ja, das enttäuscht mich.

In meiner ersten Woche habe ich 11 Bücher verkauft. Lach mich ruhig aus, aber das fand ich gut. An einem Tag verkaufte ich sogar 3. Privat kenne ich übrigens genau zwei Menschen unter den ersten 11 Käufern, weshalb mich die anderen 9 wirklich außerordentlich freuen. Da interessiert sich jemand für etwas, das ich geschrieben habe.

Das ist ein tolles Feedback!

Einer der Leser, die ich von Facebook kenne, hat ohne, dass ich ihn darum gebeten habe, mein Buch gekauft und eine Rezi für mich geschrieben. Da war ich auch baff, glaub mir!

Eine positive Rezension ist wirklich ein tolles Geschenk an einen Autor, insbesondere dann, wenn er die Gesamtzahl an Rezensionen noch an einer Hand abzählen kann.

Jetzt kommt wieder ein weniger toller Teil.

In den vergangenen 7 Tagen habe ich genau 0 Bücher verkauft. Offenbar hat meine Werbeanzeige, auf die tatsächlich regelmäßig einige Leute klicken, alle Menschen erreicht, die meinen gut 100 Seiten starken Kurzthriller lesen wollen.

Das knickt mich schon ein bisschen. Einen Verkauf pro Woche hätte ich mir schon gewünscht. Woran es liegt kann ich nur raten.

Dass Martins Hütte ein Kurzthriller (kurze Geschichten verkaufen sich eben schlechter als lange) ist, habe ich zur „Abschreckung“ der Fraktion „unter 500 Seiten ist es kein Buch“ schon in den Titel geschrieben. Das dürfte den Besucher der Amazon-Seite dann nicht mehr überraschen.

Außerdem habe ich gehört, das Cover sei nicht ansprechend für einen Thriller. Nun ja, es ist ja auch ein ungewöhnlicher Thriller, das darf man meiner Meinung nach dem Buch schon ansehen. Wer es gelesen hat, fand in der Regel das Cover sehr passend. Deswegen habe ich nicht die Farben schwarz weiß und rot für das Cover gewählt. Es passt nicht in den Wald. Aber auch das Cover haben die Menschen, die auf die Werbeanzeige klicken schon gesehen und es hat sie nicht „ausreichend“ abgestoßen.

Ein Feedback war auch, dass der Preis zu niedrig sei. Was ich daraus mache, weiß ich noch nicht so recht. Vermutlich werde ich in zwei Wochen den Preis um 50% erhöhen und vorher noch eine kurze Werbekampagne mit dem „Einführungspreis“ machen. Nach der letzten Woche fürchte ich durch einen höheren Preis keine Einbußen mehr. Weniger als 0 geht nicht.

Ich mache seit dem Release bezahlte Werbung auf Facebook, die Verkäufe spielen natürlich die Kosten der Anzeige nicht wieder ein, das hatte ich aber auch nicht wirklich erwartet. Wie ich mit diesem Buch weitermachen soll, weiß ich noch nicht. Werbung einstellen und aufgeben entspricht nicht so recht meinem Naturell.

Das war der negative Teil meiner Erfahrungen nach der Veröffentlichung.


Schonungslos ehrlich, wie ich in der Überschrift versprochen habe. Ich wäre dir dankbar, wenn du dich mit Kritik in dieser Woche zurückhältst, meine Woche war anstrengend (bei der Arbeit, für die ich Geld bekomme) und verkaufstechnisch enttäuschend.

Trotzdem oder gerade deswegen wollte ich dir mal einen kleinen Einblick in die Höhen und Tiefen einer Debütveröffentlichung geben. Wenn du einen Roman (mit 250 – 450 Seiten) in einem beliebten Genre schreibst, wird es dir sicher ganz anders ergehen als mit einer überlangen Kurzgeschichte. Trotzdem werden sich Höhen und Tiefen auch bei dir zeigen. Positives und negatives Feedback, gute und schlechte Verkaufszahlen, Konflikte mit Amazon…

Ich habe mir zum Wochenende eine Auszeit genommen und mal nicht an meinem Höhlenstaub geschrieben. Stattdessen war ich auf der Lesung, auf die ich mich seit Wochen gefreut hatte, habe kleine Radtouren mit meinem Hund gemacht und angefangen mein nächstes Release zu überarbeiten.

Das Veröffentlichen selbst hat sehr viel Spaß gemacht und ich möchte es so schnell wie möglich noch einmal tun. Mein nächstes Projekt ist ein vollwertiger Roman und wird ganz andere Leser ansprechen als Martins Hütte, weshalb ich auch da schon sehr gespannt auf das Echo bin. Dieses Mal wird das Buch abschnittsweise zu den Testlesern gehen, so dass ich in der langen Überarbeitungsphase schon Feedback einholen kann. Ich habe sehr viel aus Martins Hütte gelernt, das ich für den Rest meiner schriftstellerischen Laufbahn nutzen kann.

So viel zu diesem Beitrag – mehr von mir in einem „Neues aus Erins Welt“ gibt es demnächst!

 

22 Gedanken zu “Was nach der Buchveröffentlichung geschah – schonungslos ehrlich!

  1. Michael Behr schreibt:

    Vielen Dank für deinen ehrlichen und schonungslosen Einblick!

    Ich habe mir „Martins Hütte“ auch in der ersten Woche gekauft und es liegt als Nächstes auf meinem Lesestapel. Selbstverständlich werde ich es dann auch für „Das Schreiben der Anderen“ und auf Amazon rezensieren.

    Ich verstehe nicht ganz die negativen Erfahrungen deiner Freundin mit Amazon. Ich habe inzwischen ja schon einige Rezis dort online, die 1:1 aus meinem Blog stammen und zu keinem Zeitpunkt einen Hehl daraus machen, dass ich die Autoren kenne. An mindestens einer Stelle weise ich sogar darauf hin, dass es ein von der Autorin bereitgestelltes Reziexemplar war. Da würde mich wirklich interessieren, wie die Begründung war. Vielleicht magst du mir ja mal eine Mail schreiben?

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  2. simonsegur schreibt:

    Ich drück‘ Dir die Daumen und bin über Amazon endlich mal in Deine Hütte „eingezogen“ 🙂 Da ich Ebooks aber nur im Urlaub lese, wirds ne Weile dauern, bis ich mal meinen Senf dazu abgebe. Jedenfalls vielen Dank für Deinen Bericht. Die Preise lassen sich nie kalkulieren – die einen finden’s immer zu billig, die anderen immer zu teuer. Und wie man die Werbetrommel besser beklopfen sollte, weiß ich auch nit – mein modernes Fantasy-Märchen „Rosa Wolke und die Tochter der Sonne“, im Sommer auf Amazon hochgeladen, hat sich gerade (von Freunden und Co abgesehen) drei Mal verkauft …
    Hoffentlich tröstet das 🙂
    Liebe Grüße!

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    • erinjsteen schreibt:

      Ja, danke, das tröstet mich tatsächlich ein bisschen. Ich habe auch nicht „so viel erwartet“ doch nach der ersten Woche ins Bodenlose zu fallen ist schon irgendwie unangenehm, zumal ich keine Idee habe, an welcher Stellschraube ich drehen sollte… ABER die beste Werbung für ein Buch ist immer das nächste Buch, also aufstehen, Krone richten, weitermachen 😉

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  3. Vanessa Glau schreibt:

    Ja, das mit Amazon macht wirklich wenig Sinn – vor allem wenn man wie ich auf Buchaccounts bei Instagram unterwegs, wo die Leute ständig Vorabexemplare im Gegenzug für ein „honest review“ geschickt bekommen. Aber wenn man in Rezis nicht erwähnt, dass man den Autor persönlich kennt, sollte man schon sicher sein.

    Das mit den Verkäufen ist natürlich schade. Aber wenn du Werbeanzeigen hast, geht es ja möglicherweise wieder bergauf.

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  4. Cari Fenegan schreibt:

    Deinen Einblick kann ich teilen.(muss schon fast sagen leider 😓)

    Mein Debütroman ging Anfang Januar an den Start & wurde tatsächlich doch 4x gekauft. 😍
    Erst in der 2. Woche (nur 1 kauf 😓) habe ich dann mal so langsam angefangen meinem Umfeld zu erzählen dass doch tatsächlich was kaufbares von mir existiert. In den kommenden Wochen habe ich tatsächlich doch noch 3 weitere verkauft, von denen ich 2 kenne.
    Bilanztechnisch bist du also besser dran 😇und auf ne Rezi warte ich auch noch 😅
    Dafür, dass ich eigentlich so gut wie keine Werbung gemacht habe (mal abgesehen vom Blog & dem einen oder anderen Tweet) geht das eigentlich. Hoffe ich 😂

    Aber ich hatte von Anfang an vor, mich davon nicht runterziehen zu lassen und bis jetzt klappt das ganz gut.

    Im März wird wohl mein zweiter an den Start gehen, gleichzeitig mit einem kostenlosen Bonus für meinen Debütroman. Da ich danach erst einmal schreiben und nichts mehr redigieren muss, wollte ich mich da mal so richtig in die Werbung stürzen & mal Facebook für mich entdecken. Das nutze ich noch nicht mal als Privatperson😅

    Von daher frag ich dich mal als erfahrene ganz frech: wo hast du den deine Werbeanzeige so geschaltet ? 😇

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    • erinjsteen schreibt:

      Freut mich, dass ich mit dieser Erfahrung nicht allein bin, auch wenn es natürlich schade ist, dass es dir auch so geht. Mich entmutigt das aber auch nicht. Meine Werbung habe ich bei Facebook über die Autorenseite geschaltet mit direktem Link zu Amazon. Ich habe eine Zielgruppe eingegrenzt und meine Anzeige wird täglich rund 1000 Personen angezeigt.

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      • erinjsteen schreibt:

        Ja, schon ärgerlich, aber du musst bei den 1000 auch alle abziehen, die gar nicht hinsehen,… die gerade kein Buch suchen,… die generell keine unbekannten Autoren lesen,…
        Mich ärgert also mehr die 1-2%, die das Angebot interessiert, die dann aber doch nicht kaufen. Da wüsste ich gern, was es bräuchte. Denn aus denen könnte ich theoretisch etwas machen. Vielleicht ist es aber auch wie bei mir – es dauert manchmal etwas, bis ich dann kaufe.

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      • Cari Fenegan schreibt:

        Das kann auch gut möglich sein. Ich bin auch so einer der die Bannerwerbungen zwar sieht aber sich dann erst für interessiert wenn ich sie net mehr finde 😂

        Mal schauen wie ich das mit der Werbung mache. Bin eigentlich gar nicht so ein Typ für 😣

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  5. Mona Silver schreibt:

    Liebe Erin,

    es tut gut, mal die ganze Wahrheit zu lesen und nicht immer das Gefühl zu haben, man sei die einzige, deren Buch im Regal verstaubt. Das hat viel Mut gebraucht! Glaub mir, du bist nicht allein mit diesen Zahlen. Ich habe mein derzeitiges Buch in diesem Monat ganze zwei Mal verkauft. Es ist ja auch schon „alt“, da es bereits im Dezember erschienen ist. Und die gelöschten Rezensionen von Amazon sind auch so ein Ding, die einem das Leben einfach nur schwer machen. Man bekommt fast nie Rezensionen von wildfremden Menschen, aber die, die man kennt, dürfen auch keine ehrliche hinterlassen. 😦 Das ist ein echter Teufelkreis. Zum Glück gibt es ja auch noch andere Plattformen für Rezensionen, bitte auf jeden Fall deine Rezensenten, zumindest dort etwas zu schreiben.

    Ich wünsche dir viel Erfolg und dass Martins Hütte noch mal aufholt. Vielleicht brauchen wir einfach nur einen langen Atem und eine Reihe von Büchern auf dem Markt, um aufzufallen. Einfach weitermachen und auf die Dinge konzentrieren, die Spaß machen! Den Rest blendest du am besten aus.

    LG
    Mona

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    • erinjsteen schreibt:

      Danke Mona, der Beitrag scheint tatsächlich sehr viele Menschen anzusprechen, denn er wurde in weniger als 24 Stunden schon öfter gelesen als die meisten anderen Beiträge. Das Thema scheint uns also fast alle ähnlich zu betreffen. Das macht mir Mut. „Kopf hoch und weitermachen“ gilt für uns alle!

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  6. Ela Fier schreibt:

    Ein toller Einblick auf das was kommt, wenn die Bücher mal draußen sind. Ich finde deine Herangehensweise toll, und wünsch dir noch viele Verkäufe, treue Leser, und weiterhin viel Freude mit dem Schreiben und Lesen!!

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    • erinjsteen schreibt:

      Danke Ela, das ist sehr lieb von dir! Wie oben erwähnt, kann es bei dir auf total anderem Niveau ablaufen, je nachdem wie viele Menschen du kennst, die dein Buch kaufen wollen und wie sehr dein Genre, Klappentext und Cover das Interesse auf sich ziehen. Also hab bloß keine Angst vor dem Schritt nach draußen! Ich drücke dir auch die Daumen!

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  7. Radioactive waste man schreibt:

    Ja, die Verkäufe, das ist immer so ein Problem… Da ich selber Bücher nicht elektronisch lese, habe ich bisher auch noch nicht versucht, ein solches zu verkaufen. Vor ein paar Jahren hab ich aber mal eine Sammlung mit Kurzgeschichten drucken lassen. Mit genug Leuten, die ich so kenne (und vielen Geburtstagsgeschenken von mir für die Leute, die immer nur gesagt haben, dass sie es kaufen wollen und es dann doch nicht gemacht haben), bin ich sie in zwei Jahren alle losgeworden und hatte am Ende zumindest die Druckkosten wieder drin. Zwar sind 37 der 40 Exemplare an Leute gegangen, die ich kenne, aber die anderen drei sind wenigstens an Leute gegangen, zu denen ich keine Verbindung habe… Ich finde es beruhigend, dass ich nicht der einzige bin, der diese Probleme hat, auch wenn es anders schön wäre.

    Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Buch und den nächsten Projekte.

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    • erinjsteen schreibt:

      Bei Printbüchern erreichst du natürlich viel mehr Menschen als mit eBooks. Der Käufer scheint allerdings Geschichten mit 300-400 Seiten zu bevorzugen – sieht ja auch in meinem Schrank ähnlich aus. Kurzgeschichten verkaufen sich daher leider schlechter als Romane. Glückwunsch, dass du es geschafft hast, bei deinem Buch die Druckkosten wieder einzunehmen. Ich denke, meine nächste Veröffentlichung werde ich auch als Print anbieten, obwohl mir die Geschichten von stark schwankender Druckqualität bei den Print-on-Demand Diensten schon ein bisschen Angst machen.

      Dir auch noch viel Erfolg!

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  8. N. Bendzko schreibt:

    Liebe Erin, danke für diesen ehrlichen Einblick!

    Ich finde es beeindruckend, dass du nicht davor zurückschreckst, auch von negativen Aspekten und leicht zerstörten Hoffnungen zu berichten. Vieles ist für mich auch interessant, weil ich am 3. März selbst Buchveröffentlichung habe und ebenfalls erstmals eine Werbeanzeige schalten werde.

    Bei ein paar deiner Erfahrungen habe ich wissend mitgenickt. Nicht, weil ich unbedingt persönliche Erfahrung habe, aber ich habe eben doch viel gehört.

    Es ist tatsächlich bei Amazon so, dass Rezensionsexemplare kein Problem sind. Dann muss der jeweilige Reszensent nur in der Rezension betonen, dass es eben ein Rezensionsexemplar war, seine Meinung ehrlich und freiwillig ist und er nicht vom Autor beeinflusst wurde.

    Großes ABER: Amazon-Gutscheine für Rezensionsexemplare sind seit ein paar Jahren komplett tabu. Das zählen sie als Bestechung und greifen knallhart durch, wenn sie eine derartige Verbindung in einem Kundenkonto sehen. Da hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du bestellst Prints selbst und verschickst sie an die Rezensenten bzw. bei einem E-Book erstellst du unabhängig von Amazon eine E-Book-Datei, die du frei Schnauze verschicken kannst. Oder du machst statt einem Gutschein eine Online-Überweisung, das kann Amazon nämlich nicht zurückverfolgen.

    Zu deinen Facebook-Erfahrungen: Meine eine Band hat auch mal mit einer Facebook-Anzeige experimentiert, als wir etwas zu viel Geld in der Bandkasse hatten. Wir sind so gar nicht überzeugt gewesen. Ja, es hat viele Klicks und Likes gegeben, aber kaum Interaktion und Käufe sowieso nicht. Obwohl wir auch bei der Zielgruppe alles richtig eingestellt hatten, bekamen wir vor allem Likes von asiatischen und arabischen Konten. Hat man sich die näher angesehen, so sahen die verdächtig nach Fake-Profilen aus. Vielleicht schaust du da auch mal näher hin?

    Von anderen Autoren habe ich schon gehört, dass FB-Werbeanzeigen funktionieren können, dann mit einschlägiger Genre-Literatur mit entsprechendem Cover, wie die ganzen Ableger der derzeitigen Milliardärswelle. Ich glaube, als „eigenes“ Produkt hat man es da schwerer und ist vielleicht eher mit Seiten beraten, wo Leute gezielt nach guten Büchern suchen z.B. bei XTME (wo ich auch eine Werbeanzeige ausprobieren werde). Ansonsten: Auf FB gibt es ja auch eine Menge genre-definierter Lesergruppen, wo man Werbung posten kann (kostenlos). Hast du das auch auf dem Schirm gehabt?

    Das Cover finde ich persönlich eine schwierige Sache. Professionell ist es, erinnert mich persönlich an Cover wie die von „Tannöd“. Aber ja, da fehlt irgendwie was. Für einen Thriller fehlt mir da der gewisse Bumms. Ich rede jetzt nicht von Schwarz-Weiß-Rot-Covern, man kann auch schon mal unkonventioneller sein (bin ich da ja auch) und damit trotzdem gut bei Lesern landen. Mein erster Gedanke: Vielleicht wirkt das Cover in der kleinen Ansicht nicht genug? Viele e-Book Käufer finden ihre Titel ja über den kindle-Shop, und da ist die Anzeige wirklich sehr klein. Der Wald verkommt da schnell zu einer formlosen Fläche, die das Auge nicht einfängt.

    Was es auch immer war: Bloß nicht den Kopf hängen lassen! Lieber was fürs nächste Mal lernen, denn es wird ja ganz sicher ein nächstes Mal geben. Ich wünsche dir dafür alles Gute und danke noch mal, dass du uns an deinen Erfahrungen hast teilnehmen lassen 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • erinjsteen schreibt:

      Liebe Nora,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich hatte zuvor schon ein wenig mit Werbeanzeigen experimentiert und bin da auch plötzlich auf arabische Likes gestoßen. Mir ist es gelungen das auszugrenzen, indem ich einige Einstellungen beim Wohnort der Zielgruppe geändert habe. Also zumindest bekomme ich nun keine arabischen Likes mehr, ob meine Anzeige aber auch tatsächlich „nur“ deutschsprachigen Menschen in Deutschland angezeigt wurde, weiß ich nicht so recht. Aber da ich auch einige Interessen der Zielgruppe eingegrenzt habe, sollte ich wenigstens Menschen erwischt haben, die lesen können und möchten. Es ist aber eine schwierige Sache.

      Mit dem Buch selbst haben sich aber auch einige nicht richtig anfreunden können, weil ich eben nicht den typischen sympathischen Protagonisten gewählt habe und auch das Ende für manche anders hätte ausfallen sollen. Das ist wohl eben tatsächlich das Los, wenn man mal etwas anderes probiert. Ich versuche das Ganze positiv zu sehen, denn es gab/gibt auch Menschen, die das Buch mochten. Und auch wenn der Start meiner schriftstellerischen Karriere eher holprig verlaufen sein mag, so gibt es doch Hoffnung, dass es mit den nächsten Büchern besser läuft. Was wäre schlimmer, als ein One-Hit-Wonder zu sein, das nie an seinen ersten Erfolg anknüpfen kann? 😉

      Meine nächste Veröffentlichung dürfte deutlich gefälliger werden und eine andere Zielgruppe ansprechen, auch wenn sie meiner Meinung nach immer noch neben dem Mainstream läuft statt mittendrin.

      Viele liebe Grüße
      Erin

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      • N. Bendzko schreibt:

        Hallo Erin! Das klingt doch nach einem guten Plan. Und wegen der schriftstellerischen Karriere: Jeder muss doch mit kleinen Brötchen anfangen. Du hast deine Erfahrungen gemacht und die werden sicher dem nächsten Buch guttun – also einfach dranbleiben 🙂 Ich bin schon jetzt auf deine nächste Veröffentlichung gespannt.

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