Über Serials und warum ich Sachen angehe, die größer sind als ich

Eigentlich wollte ich dir diesen tollen Artikel ReBloggen, aber dafür habe ich nicht den richtigen Knopf gefunden. (Wer mir einen Kurs hierzu anbieten möchte, kann sich gerne meiner Gruppe anonymer Internet-Dummies als Vorsitzender anbieten)


Schreibwahnsinn -Was sind eigentlich Serials?


Warum mir dieser Artikel so gefällt?

Nun ja, er trifft einen Nerv, der bei mir gerade frei liegt. Ich glaube, ich habe schon erzählt, dass mir ein großes, mächtiges Projekt im Kopf schwebt. Nun ja, ich gestehe, es ist ein Serial… Mich reizt dieses neuen, fast unbekannte Format und ich bin extrem gespannt, ob ich das kann.

Eine kleine Summary, die dir beim Verständnis des folgenden Textes hilft, falls du den Artikel von Tina Köpke nicht lesen willst:

  • Ein Serial (eine Serie) unterscheidet sich von einem mehrteiligen Roman
  • Ein Serial ist in Episoden aufgeteilt, die zusammen eine Staffel bilden
  • Ein Serial hat einen Hauptplot und viel Subplots
  • Der Hauptplot zieht sich durch eine komplette Staffel
  • Die Subplots dürfen sich unabhängig vom Hauptplot entwickeln

Ich habe nichts zu verlieren – ich probiere es aus und veröffentliche erst, wenn (falls) mindestens die erste Staffel komplett geschrieben ist – so mein fester Vorsatz. Denn mir persönlich ist extrem wichtig, dass der eine Leser, den ich da draußen vielleicht erreiche, nicht mit einer halbfertigen Story allein gelassen wird, nur weil es für mich nicht funktioniert hat oder mir nichts mehr einfällt.

Deshalb plotte ich gerade wie wild, damit alles so zusammenpasst, wie ich mir das vorstelle. Ich habe mir einen bestimmten Rahmen überlegt, in dem ich die Geschichte erzählen möchte. Jetzt muss ich natürlich zusehen, dass perspektivisch alles passt und jeder Charakter dreidimensional ist und seine eigene Motivation hat. Charaktere gibt es natürlich auch viele. Mir ist klar, dass „das Ding“ größer ist als ich, aber das macht für mich gerade den Reiz aus.

Ich habe mir ein neues, großes Notizbuch gekauft und fülle es nun nach und nach systematisch mit allen Notizen und Bildern zu dem Projekt, das ich auf den Arbeitstitel #Höhlenstaub getauft habe. (Mehr erzähle ich aber noch nicht darüber.) Natürlich habe ich auch hier wieder eine Papyrus Figurendatenbank angelegt – mit der kämpfe ich immer noch. Was mich daran am meisten stört, ist wohl, dass sie nicht analog ist 😉

Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Datenbank, die in Papyrus Autor integriert ist, mittlerweile recht gut gefällt. Ich glaube, ich mache dir demnächst mal einen Beitrag darüber, was ich darüber schon gelernt habe. (Oh Mann, was ich schon wieder alles schreiben will *kopfschüttel*)

Zurück zum Thema Serial: Ein Serial ist keine Reihe – eine Reihe schreibe ich schließlich auch. Wichtig bei einer Reihe ist, dass der Hauptplot nach jedem Teil abgeschlossen ist und keine wichtige Fragen mehr beim Leser offen bleiben. (Beispiele: Krimireihe – der Fall wird abgeschlossen, das aufgebaute Rätsel gelöst; natürlich könnte es sein, dass der Täter wieder ausbricht, freigesprochen wird oder oder oder, aber für den einen Teil ist der Abschluss da) Für mich persönlich ist im Serial wichtig, dass ich für den Leser in jeder Episode zumindest einen Subplot zu einem befriedigenden Abschluss zum (vorläufigen) Abschluss bringe. Ein (kleiner) Cliffhanger muss aber auch bleiben, damit an den Leser am Ball hält.

Ich weiß, dass die Gefahr besteht, dass ich dieses Ding vor die Wand fahre. Das kann mit jedem Buchprojekt passieren. Auch wenn ich öffentlich (hier) davon erzähle, dass ich mich an das Projekt heranwagen möchte, baue ich mir damit keinen zusätzlichen Druck auf, irgendwie fertig zu werden. Denn ich habe kein Problem damit, zu sagen: „Es hat nicht geklappt.“

Du hast sicher auch schon Projekte begonnen, die du nicht zufriedenstellend beenden konntest. Das ist in den meisten Fällen überhaupt nicht schlimm und wir sollten uns nicht der tollen Erfahrung berauben, etwas Mächtiges einfach auszuprobieren, nur weil wir scheitern könnten.

place-name-sign-1647341_1280.jpg

Das Schöne am Schreiben ist doch, dass man alles ausprobieren kann, ohne Angst davor zu haben. Die Idee eines Serial schwebt mir schon einige Wochen durch den Kopf. Anfangs ohne richtige Story oder ein Setting. Als ich diese Idee vor ca. 2 Wochen laut ausgesprochen habe, bekam ich eine Anregung von meiner Gesprächspartnerin, die alles in Gang brachte. Wie das bei Anregungen so ist, ist am Ende bei mir etwas vollkommen anderes herausgekommen, als das, was meine Gesprächspartnerin gemeint hat. In meinem Kopf hat sich aber eine richtige Kreativ-Explosion ereignet und ich musste anfangen, alle Ideen aufzuschreiben und die schlechteren davon durch bessere zu ersetzen. Diesen Prozess werde ich mit meinem bislang 27-köpfigen Cast so lange fortführen, bis ich mit allen Wendungen, Erklärungen und persönlichen Geschichten zufrieden bin.

Den Hauptplot schreibe ich zunächst grob über mehrere Staffeln, damit ich die Geschichte zu einem richtigen Ende führen kann. Auch das sehe ich als Versprechen an den einen potenziellen Leser. Zwar lesen wir alle gerne und bei einer mitreißenden Story hoffen wir, sie hört niemals auf. Aber wenn sie wirklich niemals aufhört, sind wir auch enttäuscht. Also wird es ein vorher definiertes Ende geben. Der Hauptplot bildet einen Rahmen für die unabhängigen Subplots, die durch die agierenden Figuren entstehen.

Wie reagierst du auf Ideen, die eigentlich zu groß für dich sind? Nimmst du die Herausforderung an oder konzentrierst du dich auf das, was du kannst?

14 Gedanken zu “Über Serials und warum ich Sachen angehe, die größer sind als ich

      • erinjsteen schreibt:

        Meine Erfahrung der letzten Tage ist: du brauchst eine tragende Grundidee und einen in irgendeiner Form abgeschlossenen Ort. Da schmeißt du dann spannende Figuren hinein und lässt sie auf konkurrierende Ziele hinarbeiten. Aber bitte mit der Grundgeschichte anfangen, sonst könntest du dich furchtbar verlaufen.

        Gefällt 1 Person

      • minicela schreibt:

        Ich kenn nur eine Folge. Aber ich glaube, dass du sicherlich Buffy die Dämonenjägerin kennst.
        So stell ich mir Serials vor. Ich brauch erst wieder W-Lan, habe mir neulich das erste eBook eines Serials gegönnt. Wenn es wirklich so ist wie Buffy und Co. wäre es einfach mal was Neues. Immer nur das Gleiche machen, gibt einem nicht genug Erfahrung. Ausprobieren kann man alles mal. „Festfahren“ bringt einem nur wenig Erfahrung. Man weiss in seinem Bereich eines Tages soviel, das man nicht mehr „auflevelt“.

        Sorry schreibe fast immer vom Handy.

        Gefällt 1 Person

      • erinjsteen schreibt:

        Ich schreibe auch vom Handy. Buffy kenne ich und ich habe auch einen englischen Episodes Guide für die ersten Staffeln. Die Serie hat mir auch gut gefallen, allerdings geht mein Plan in eine andere Richtung, weil ich nicht die Geschichte einer einzelnen Person erzähle. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist!

        Gefällt 1 Person

  1. Vanessa Glau schreibt:

    Oh, spannend! Bei dem Titel muss ich erst mal an graue Vorzeit und Höhlenmenschen denken, ich nehme an, das ist es dann doch nicht … Und mir fällt auf, dass du auch vor diesen Titel ein Hashtag gesetzt hast. Was bedeutet das eigentlich?

    Meine Feengeschichte, an der ich im Moment arbeite, ist auch ziemlich größenwahnsinnig. Da stecken so viele „erste Male“ drin – das wichtigste davon vielleicht, dass ich mehr Charaktere, mehr Nebenplots und daher überhaupt mehr Plot habe als bei bisherigen Geschichten. Dadurch ist mehr Planung nötig und durch das Setting auch mehr Recherche. Aber ich hätte das Projekt nicht angegangen (und ihm vor allem nicht erlaubt, sich so zu entwickeln), wenn ich es mir nicht zutrauen würde. Nach vielen Geschichten, die ich nach derselben Methode geschrieben habe, wollte ich diese Herausforderung annehmen. 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • erinjsteen schreibt:

      Ich finde es auch wichtig, neue und größere Herausforderungen anzunehmen. Manche Sachen muss ich für mich ausprobieren, um sie beurteilen zu können. Ich mag auch nicht immer alles nach einem bestimmten sicheren Schema machen, nur weil ich das vielleicht irgendwann gut beherrsche. Mich reizt jeder Neuanfang auf seine Weise. Das mit den Hashtags habe ich auch nur zum Teil begriffen. Wenn ein solches Zeichen zum Beispiel bei Facebook oder Twitter genutzt wird, ist das folgende Wort ein Suchbegriff. Ob das hier etwas nützt, weiß ich ehrlichgesagt nicht, aber irgendwie sieht es für einen Arbeitstitel ganz lustig aus 😁
      Nein, die graue Vorzeit kommt nicht vor, aber eine Höhle spielt eine wichtige Rolle!

      Gefällt 1 Person

      • Vanessa Glau schreibt:

        Nun ja, ich habe zwar immer über andere Dinge geschrieben und hatte natürlich andere Charaktere, aber bei der Planung bin ich immer gleich vorgegangen. Folglich sind meine Geschichten auch meist gleich lang geworden (40-60k). Das ist an sich nicht schlecht, aber irgendwann hat es mich doch gelangweilt …

        Ja, von FB oder Twitter kenne ich die auch, dachte aber, dass das in einem Blogpost nicht so funktioniert. Informatiker müsste man sein. 😛

        Gefällt 1 Person

      • erinjsteen schreibt:

        Ich glaube auch, dass es im Blogpost nicht funktioniert, aber ich finde es eben ganz nett, damit ein besonderes Wort zusätzlich hervorzuheben. Insbesondere dann, wenn es sich um relativ gewöhnliche Worte handelt. Zum Beispiel wenn das Buch Socken heißen sollte… dann kannst du bei #socken davon ausgehen, dass mit den Socken etwas besonderes gemeint ist. Aber letztlich ist das nur Spielerei! 🤗

        Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s