Erin fragt… Autorin Torine Mattutat

band-1-on-the-baltic-sea-ruckseiteDie Autorin Torine Mattutat wurde 1971 in Greifswald geboren. Schon als Kind hat sie Bücher geliebt und wollte eigentlich Bibliothekarin werden, woraus dann aber doch nichts wurde. Stattdessen hat die examinierte Krankenschwester einige Jahre als Pflegedienstleiterin gearbeitet, bevor sie sich dann dem Schreiben von Romanen zugewandt hat

Sie schreibt erotische Liebesromane und hat mit „On the Baltic Sea – Dieses Mal für immer“ im April 2016 ihr Debüt veröffentlicht.

Neuigkeiten erfährst du auf ihrer Facebook-Seite oder auf ihrer Homepage.

Wann und warum hast du mit dem Schreiben begonnen?

Seit vielen Jahren beschäftigt mich der Gedanke, einfach meine tausend Gedanken zu Papier zu bringen. Immer wieder begann ich damit, eine Story zu schreiben – doch immer kam etwas dazwischen. Ganz schnell verlor ich vor allem die Geduld, auch bis zum Ende durchzuhalten.

Dann hatte ich, nach vielen Jahren, wieder Kontakt zu einem Sandkastenfreund. Wir verbrachten bis zur frühen Jugend viel Zeit miteinander. Er ist damals aus unserer Stadt weggezogen und der Kontakt brach völlig ab. Als ich ihn wiedergetroffen habe, und er mir seine Geschichte erzählte – traf es mich unvorhergesehen – für mich nahm eine Fiktion Gestalt an. Und zwar so umfassend, dass ich Material für viele Romane habe.

Damit beginnt meine aktuelle Geschichte. Es ist für mich so eine Art Debütroman – daher sind viele Charaktere dabei, viel Erklärung, aber ich habe viele Fans, die das Buch (und die Protagonisten) lieben. Er weiß von der Geschichte und schon allein deshalb macht sich meine Kämpfernatur immer wieder stark, nicht abzubrechen. Es wäre mir viel zu peinlich, nicht durchzuhalten. Ich gebe zu, dass ich mich häufig frage, ob ich nicht ruhiger leben könnte – ohne dies alles. Ja, das kann ich – doch inzwischen fehlt es mir, es gehört inzwischen zu mir.

Dein Roman spielt in einem Umfeld, dass dir aus deinem Beruf sehr vertraut sein müsste. Daher nehme ich an, dass du nicht besonders viel dafür recherchieren musstest, damit du ein Krankenhaus authentisch darstellen konntest.

413gfxiwzil-_sx311_bo1204203200_Ich bin inzwischen einige Jahre aus dem Bereich raus. Aber du hast recht, es ist wie Schwimmen oder Radfahren, was man einmal gelernt hat – allerdings schreibe ich über das momentan modernste Klinikum Europas – die Universität Greifswald – ich habe es nur noch futuristischer gestaltet – die Freiheit habe ich mir einfach genommen. In Bremen habe ich mein Staatsexamen abgelegt und später in Greifswald, nicht in der Universität, als Pflegedienstleiterin, Praxisanleiterin und Pflegeberaterin gearbeitet.

Ich würde mir nicht verzeihen, inhaltliche Fehler in meinen Romanen zu haben – aus diesem Grund recherchiere ich grundsätzlich, oftmals Stunden – selbst wenn ich die Antwort weiß – ich brauche die Bestätigung, dass es richtig ist.

Kannst du dir vorstellen, dass du auch mal einen Roman über etwas schreibst, was dir noch völlig fremd ist? Wie würdest du das angehen?

Ich möchte weder Fantasy, noch Thriller schreiben – es fehlt mir einfach die Lust dazu. Aber natürlich, ich schreibe keine Krankenhausserie oder Arztromane. Ärzte, Krankenschwester und weiteres medizinisches Personal gehören zum täglichen Leben. Ich habe viele Freunde, die kann ich immer fragen, egal, ob Anwälte, Ärzte, Apothekerinnen oder Polizisten – ich möchte Geschichten aus dem Leben schreiben – ich kenne mich weder in der Pharmazie, noch im Handwerk aus – das ist mir alles fremd – doch das Leben nicht. In Band 2 geht es u.a. um einen Autounfall – mein Bruderherz ist der richtige Ansprechpartner, da er Rettungsassistent und Feuerwehrmann in Hamburg ist – seine Antwort hat für mich aber die nächste Frage aufgeworfen, also habe ich in Greifswald im Autohaus angerufen. Wer weiß schon alles? Ich musste natürlich auch über den Unfallort recherchieren … habe aber alles zusammen bekommen.

Du hast bereits über 40 Rezensionen bekommen.
Hast du aktiv um Bewertungen gebeten, wenn ja, wo warst du erfolgreich?

Ich habe einige Rezensionsexemplare verteilt, doch anfangs wurde ich enttäuscht, da nicht einmal die Hälfte der Bloggerinnen reagiert hat. Sie haben mit meinem Print wohl nur ihren SUB aufgefüllt.

Doch ich wurde mit den Monaten schlauer, und habe dann neue und faire, und vor allem ganz liebe Bloggerinnen gefunden.

Aber viele Rezensionen sind auch von Käuferinnen, die ich nicht kenne. Einige wenige, haben mich im Facebook gesucht (und gefunden) und es ist eine wunderschöne Freundschaft daraus entstanden. Ich möchte diese neuen Freundinnen nicht mehr missen und freue mich auf zukünftige persönliche Treffen.

Die Rezensionen zu deinem ersten Roman sind ziemlich gemischt. Wie gehst du mit Kritik um?

Kritik? Kann ich gar nicht mit umgehen. Ich fühle mich sofort persönlich angegriffen. Ich hatte echt Bammel davor, den Roman das erste Mal von meiner Lektorin, mit Bemerkungen, zurückzubekommen. Doch zu meinem großen Erstaunen, es klappte prima – ich habe alles angenommen und bin nicht ausgerastet.

Es stimmt, jede Kategorie ist vertreten – dumm nur – ich weiß wer die drei schlechtesten geschrieben hat – außerdem klingen sie alle sehr ähnlich. Dazu sage ich nur: Gönner hat man, Neider muss man sich erkämpfen.

Ich versuche pragmatisch an die Sache heranzugehen, denn es kann nicht jedem gefallen, aber ich schaffe es nicht, ich bin am Boden zerstört – doch Freunde und Familie überzeugen mich dann vom Gegenteil.

Bist du mit deinen Verkäufen bislang zufrieden oder hättest du dir mehr erhofft?

Ich bin überaus zufrieden mit den Verkäufen. Ich biete das Buch seit der Veröffentlichung im kindle unlimited an, und bin da wirklich sehr zufrieden. Natürlich bin ich damit die Bedingung eingegangen, das Buch nirgendwo anders zu verkaufen. Es lief bisher viel besser, als ich mir erträumt habe. Vor allem war ich jüngst für den Leserpreis auf Lovelybooks nominiert – genau damit habe ich als ganze junge und frische Autorin nie gerechnet! Umso mehr freut mich, dass ich es auf die Shortlist geschafft habe – dass ich einen Nicolas Sparks nicht den Rang ablaufen kann (und will) versteht sich von selbst.

Hast du aus dem ersten Buch etwas gelernt, was du beim zweiten Buch unbedingt anders/besser machen willst?

Da Band 2 im Mai zur Lektorin geht, habe ich mir eine völlig neue Strategie und neue Vorgehensweise überlegt.

Bei Band 1 hatte ich nur Testleserinnen und die vor der Lektorin. Die Geschichte wurde dann noch anders geschrieben. Das war blödsinnig.

Bei Band 2 habe ich es mir so überlegt:

Ich schreibe mit dem Autorenprogramm Papyrus – d.h. vor dem ersten Lektorat werde ich damit das Buch auf Lesefreundlichkeit, Schreibstil, Rechtschreibung und Grammatik prüfen. Danach kommt das Lektorat in mehreren Schleifen, anschließend das Korrektorat und Korrekturlesen. Wenn das alles abgeschlossen ist, dann kommen die Vorableser.

Ich hoffe, dass es dies einfacher und leicht gestaltet und ihr nicht mehr all zulange auf Band 2 warten müsst.

Zum Schreibstil gab es bisher nicht wirklich Kritik. Dem einen gefällt die Erzählperspektive, dem anderen nicht – ist völlig okay, sonst wäre die Welt nicht bunt. Vielen Leserinnen wird auch der Präsenz ungewohnt erscheinen. Als ich begann, schrieb ich, wie viele, im Präteritum – meine Tochter fand es unmöglich. Sie diskutierte mit mir bis auf das Kleinste. Ihr Argument: beim Präsenz ist man dabei, Präteritum ist nur eine Nacherzählung. Inzwischen gebe ich ihr ja so Recht. Ich bin stolz auf meine Kinder. Auch mein Sohn, der ein Jahr jünger ist, erklärte mir folgendes, nachdem ich beim Frühstück erzählte, dass meine Lektorin mir sagte, ich soll Gedanken doch in Ich-Form schreiben: „Mama, das nennt man inneren Dialog, häufig gekennzeichnet durch Satzabbrüche…“ Klug wie die Mama ist, nannte ich ein Beispiel. Darauf sagte er „Und das ist eine Ellipse….“ Als ich mit den Augen rollte kam nur noch: „Darin habe ich eine Eins.“

Für mich persönlich hat sich etwas geändert – ich gehe anders mit Texten um, selbst mit Filmen.

Doch etwas, was ich aus meinem vorherigen Berufsleben mitgenommen habe, ist die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung. Damit verbringe ich nach wie vor, einen Großteil meiner Freizeit und das wird auch so schnell nicht aufhören.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

blogbilder-001

Hier findest du die anderen Interviews dieser Reihe: Erin fragt… Die Interview-Reihe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s