Wie du das perfekte Coverdesign findest

Vorwort: Ich behaupte keineswegs, dass ich das perfekte Cover machen könnte – dafür beauftragt bitte einen kundigen Coverdesigner. Ich erläutere euch nur die Regeln anhand meiner Beobachtungen als Leserin, die sich mal ein paar Jahre mit Werbedesigns und ihrer Wirkung beschäftigt hat. 

Sicher machst du dir Gedanken darüber, wie das Buch, an dem du gerade schreibst, später optimal verpackt ist. Dieses SPÄTER kann relativ bald sein, wenn du schon fast fertig bist oder wenn du dein Cover als Motivation brauchst. Das halten die Autoren, die ich kenne, sehr unterschiedlich. Der eine schreibt das Buch fertig und beauftragt anschließend mit perfektem Klappentext den Coverdesigner bzw. macht das Cover selbst. Manche machen sich das Cover als erstes nachdem sie die Idee und den groben Plot ausgearbeitet haben und schreiben die Geschichte mehr oder minder drum herum. Dazwischen ist natürlich auch alles möglich.

Ein paar Sachen sollten aber beim Beauftragen des Designers mindestens klar sein:

  • Titel (ggf. inkl. Untertitel/Reihentitel)
  • Autor
  • Klappentext (Entwurf)
  • dein Genre
  • die Versprechen, die du erfüllst
  • deine Zielgruppe (männlich/weiblich, Alter etc.)

Warum du Titel und Autor kennen musst, liegt auf der Hand, denn das wird ja auf das Cover geschrieben. Ein Klappentext ist gut, wenn du einen Designer beauftragst und der finale Klappentext kommt bei deinem Printbuch auch aufs Backcover (U4). Wir beschränken uns hier aber nur auf U1 also die Seite des Umschlags, die du auch für dein eBook brauchst.

Das Genre legt hier die Regeln fest. Deshalb wird dieser Artikel den Genres entsprechend aufgeteilt. In jedem Genre gibt es ein paar ungeschriebene Gesetze, die natürlich auch immer etwas von der Mode abhängen. Das heißt dein Cover wird vermutlich nicht ewig das perfekte Cover sein, dennoch ist es hilfreich sich an aktuellen Trends.

„Deine Versprechen“ – was soll denn das jetzt sein?

Naja, ganz einfach. Dein Buch gibt dem Leser irgendwas (hoffentlich), das kann entspannte Unterhaltung, ein Happy-End, mörderische Spannung, kalter Schweiß auf der Stirn oder unschätzbares Wissen sein. Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten, was dein Buch dem Leser bieten kann. Bevor du aber nicht weißt, was du gibst, solltest du nichts versprechen. Also werde dir bewusst, was dein Buch dem Leser geben kann und orientiere dein Cover an den Versprechen, die du erfüllst. Tust du das nicht, könntest du den Leser bitter enttäuschen und es hagelt schlechte Kritiken. Mit Blut auf dem Cover erwartet der Leser klassischerweise, dass auch im Buch Blut fließt. Tut es das nicht, lügt das Cover ihm etwas vor und wer lässt sich schon gerne belügen?

Deine Zielgruppe solltest du unbedingt kennen. Schreibst du für Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren, die Klarinette spielen und gerne auf einem Reiterhof Ferien machen möchten? Das hilft dir, ein passendes Cover für dein Buch zu finden – psst… weck ihre Sehnsüchte: mach ein Pferd drauf, das in der Ferne über einen Waldweg galoppiert 😉

Okay, ich schweife ab. Mit dem Pferd auf dem Cover wirst du eben vorwiegend Mädchen ansprechen (ich weiß, es gibt auch Jungs, die reiten und so – egal), das Pferd macht sich nun vielleicht nicht optimal auf einem Buch, das männliche Automechaniker mögen sollen.

Für wen schreibst du also?

Schreibst du für Leute, die genau wie du sind, weil du immer schon das perfekte Buch haben wolltest? Dann ist deine Zielgruppe, dir wahrscheinlich recht ähnlich. Was macht dich aus? Du engagierst dich für den Weltfrieden und arbeitest ehrenamtlich in einer Flüchtlingsunterkunft – wenn es das ist, was dich beeinflusst, so ist das eine wichtige Information über deine Zielgruppe.

Du musst aber nicht automatisch deine eigene Zielgruppe oder der optimale Repräsentant deiner Zielgruppe sein. Wenn du unheimlich gerne New Adult Romane liest oder ein Faible für Jugendbücher hast, obwohl du schon 57 Jahre alt bist, ist das völlig in Ordnung. Aber deine (Haupt-)Zielgruppe ist dann um einiges jünger als du und hat vermutlich auch grundsätzlich andere Interessen als du.

Außerdem finde ich, du solltest dich an deinem persönlichen Geschmack zu orientieren.

Der eine oder andere mag an dieser Stelle aufschreien und sagen:

„Der persönliche Geschmack des Autors ist völlig egal. Hauptsache das Cover spricht den Leser an.“

Nee, sehe ich anders! Ja, ich weiß, ich hab so Marketing-Zeug studiert und stimmt, irgendwo steht sicher auch das, aber:

Ich bin der Meinung, wenn nicht einmal dem Autor sein Werk in Gänze inklusive Cover vom Hocker reißt, wird es dem potenziellen Zielleser ähnlich gehen.

Gehen wir davon aus, du schreibst nun genau dieses Buch, das du schon immer lesen wolltest und machst dann ein Cover drauf, das der Mehrheit der Leser deines Genres zusagt. Wie sollen sie denn dann erkennen, dass dein Buch etwas Besonderes in der Masse ist? Du solltest dieses Buch, das endlich genau so ist, wie du es immer lesen würdest, mit einem Cover versehen, das genau dich als Leser ansprechen würde.

Denn beides muss zusammenpassen – Inhalt und Verpackung.

 

Wenn deine Verpackung verspricht, was auch alle anderen Verpackungen in deinem Genre versprechen, dein Buch aber ganz andere Versprechen erfüllt, könnte ein „Einheitsbrei“-Leser von deinem Buch enttäuscht sein, weil es eben doch mal anders ist als die anderen.

Schreibst du aber ganz klar am Mainstream orientiert, passt ein Cover, das dem Durchschnittsleser gefällt sicher gut zu deinem Buch und wirkt hier auch verkaufsfördernd.

So viel sei also nun einmal generell gesagt. Bevor wir nun in den nächsten Wochen zu den einzelnen Genres kommen, lass mich noch eine abschließende Bemerkung einschieben, die eigentlich ans Ende der Artikel-Reihe gehört:

Es gibt immer Ausnahmen, manchmal drängt sich ein Bruch mit den Genrekonventionen sogar auf. Man sollte jedoch die geltenden Regel kennen und wissen, wann man sie bricht.

Okay, und welche Cover-Regeln gelten nun in meinem Genre?

Die Genres Krimi, Thriller, Romantik, Familiensaga und Fantasy werde ich dir auf jeden Fall vorstellen.

Hast du noch ein anderes Genre im Kopf, dessen Regeln ich mir mal ansehen soll?

 

14 Gedanken zu “Wie du das perfekte Coverdesign findest

  1. Alice deGrey schreibt:

    Hm, da hast du dir wieder ein spannendes Thema ausgesucht! Wusste gar nicht, dass Familiensaga jetzt als eigenes Genre gilt. 😛

    Deine kleine Einführung war schon sehr interessant, ich glaube, im Großen und Ganzen hast du auch bestätigt, was ich mir selbst schon gedacht habe. Beim Schreiben selbst ist es ja nicht anders: Wenn die Geschichte den Autor selbst nicht fesselt, wird er damit auch nicht die Leser fesseln können. Ich bastle auch hin und wieder Cover für meine Romane – das Niveau ist eher basic, aber ich hoffe doch, dass sie zumindest nicht billig wirken und vor allem zur Geschichte passen. Bisher allerdings nur zum Spaß und damit eben was Visuelles da ist, was ich im Netz neben den Klappentext klatschen kann.

    Wie auch immer, ich bin gespannt auf deine Ausführungen zu verschiedenen Genres! Die Liste ist ja schon nicht kurz, aber vielleicht könntest du auch etwas zu allgemeiner Belletristik (wie es hierzulande so schön heißt) sagen? Die Sachen, die möglicherweise ein bisschen Surreales (Murakami) oder ein bisschen Spannung (Carlos Ruiz Zafon) oder ein bisschen Sprachkunst („hohe“ Literatur ist damit aber nicht gemeint!) dabei haben, aber eben nicht immer. Wenn es irgendwie Platz findet. 🙂

    Gefällt 1 Person

    • erinjsteen schreibt:

      Ja, die allgemeine Belletristik. Das Problem bei ihr ist, das sie so unheimlich unterschiedlich ist. Die Familiensaga ist vom Cover her so eindeutig zu erkennen, dass du laut auflachen wirst, wenn du den Beitrag siehst!! Warte es ab! Ich schau mal nach was ich an Gemeinsamkeiten bei surrealem und Spannung finde.

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      • Alice deGrey schreibt:

        Ah ja, da hast du natürlich recht … Wenn es nichts wird, ist das auch nicht schlimm. Über Gay Romance gäbe es auch einiges zu erzählen! Aber da ich das (meistens) nicht schreibe, sondern nur damit zu tun habe, halte ich mich lieber zurück. 😛

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      • erinjsteen schreibt:

        Gay Romance ist wie Erotik ein Bereich, in dem ich keine Erfahrungen als Leserin habe, deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Ich weiß also nichts über die Stories und die Genreeigenheiten. Deshalb werde ich dazu nichts halbgares schreiben.

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