5 Tipps wie du im NaNoWriMo (und auch sonst) den Fluss der Worte beschleunigst

Du kennst das. Du hast dir ein Ziel gesetzt – Im NaNoWriMo lautet es vermutlich:

Ich will in diesem Monat 50.000 Wörter in meinem neuen Projekt schreiben und am 30.11. die vier Buchstaben ENDE unter meinen Text setzen!

Ein tolles Ziel, aber auch anspruchsvoll, denn du kennst auch die Tage, an denen du einfach nicht in einen Flow findest. Was auch immer du versuchst, an dem Tag läuft es  nicht und im schlimmsten Fall, hast du nicht einmal genug Zeit, um den Tipp von Stephen King zu beherzigen, der sinngemäß lautet:

„Geh in den Arbeitszimmer, schließ die Tür hinter dir und komm erst wieder heruas, wenn du dein Ziel erreicht hast!“

Auch King hat diese Tage, an denen er mit seinem 2.000 Wörter-Ziel in sein Zimmer geht und erst am Abend wieder raus kommt, weil es  nicht fließen wollte. Er hat den Luxus Vollzeitautor zu sein, aber du musst vielleicht gleich noch zur Spätschicht und hast immer noch nur 500 Wörter geschafft. Dich krank melden hilft deinem Lebensziel vermutlich an der Stelle nicht weiter.

Was kannst du also tun, um den Fluss der Worte in Gang zu bringen oder gar zu beschleunigen?

Die folgenden 5 Tipps gehen auf einen tollen Artikel von Angela Ackerman auf Writers helping Writers (du findest die Webseite jetzt auch in meinen Lesetipps) zurück und wurde durch meine eigenen Erfahrungen und Beispiele ergänzt.

Lies hier das Original

1. Mach dir einen Plan bevor du loslegst

Im Falle des NaNoWriMo, in welchem du vermutlich deine volle Freizeit für das Schreiben brauchen wirst, solltest du dir den Plan vor dem 1.11. machen. Der Plan wäre in dem Fall mindestens ein grober Plot – damit arbeite ich dieses Mal. Du kannst aber auch deinen Plan beliebig fein aufgliedern, so dass du an jedem Tag weißt, welche Szene du heute schreibst und was darin vorkommen wird. Je genauer, du weißt, was du zu tun hast, umso leichter wird es dir fallen, dein Ziel zu erreichen.

Für die Discovery Writer sage ich dazu – es muss keinen Spaß machen, diesem Plan zu folgen – es geht lediglich darum, das Tagesziel in Worten zu erreichen Gib dem Ganzen eine Chance – so wie ich – und entscheide hinterher, ob du so weiter arbeiten willst oder nicht. Es sind nur 30 Tage.

2. Wenn du feststeckst, überspringe die Szene

Ich habe es schon an anderer Stelle mal geschrieben. Wenn du irgendwo festhängst, weil du das Gefühl für die Szene nicht entwickelst (wenn du gerade Action schreiben willst, aber dein Tagesplan romanische Liebe anordnet), dann tust du gut daran, wenn du die nächste Szene in Angriff nimmst. Du hast dir ja vorher einen Plan gemacht und weißt grob wie die Szene, die du jetzt überspringst, ausgeht. Es hindert dich also nichts daran, einfach mit der nächsten Szene fortzufahren.

Ich füge an der Stelle dann einen andersfarbigen Merker in mein Dokument und Schreibe mir den Szeneninhalt grob hinein z.B. „Dinner Jack und Jodie – Ende erster Kuss“.

3. Wenn das Gefühl für die Szene nicht stimmt, ändere die Umgebungsbedingungen für deine Figuren

Diesen Tipp habe ich noch nie umgesetzt, aber Angela schreibt, dass es einen enormen Einfluss auf eine Szene hat, wo sie stattfindet. Klar, das kennen wir alle. Eine einsame Szene schreibt sich für dich vielleicht gut, wenn es im Setting draußen regnet – am besten regnet es sogar vor dem eigenen Fenster gerade. Manch einer liebt gerade den Kontrast und stellt seinen Protagonisten für die Szene mitten auf einen belebten Platz. Es gibt immer mehrere Lösungen für die Szene, die auch funktionieren können. Vielleicht probiere ich das bei der nächsten Szene, an der ich hängen bleibe. einfach mal aus.

Das bedeutet aber in der Regel auch, dass du die ganze Szene neu schreiben musst, um in den Flow der Umgebungsbedingungen zu kommen. Nur die Beschreibung des Settings zu ändern, hilft da nicht weiter. Deine Figuren sprechen wahrscheinlich andere Texte, wenn sie in anderer Umgebung sind – nutze das aus.

4. Hör immer an einer Stelle auf, wo du weißt, wie es weiter geht

Wie oft habe ich den Tipp schon gelesen – und wie selten habe ich mich daran gehalten? Wenn ich gerade gut voran komme, weil ich weiß, wie es weitergeht, will ich unbedingt weiterschreiben. Leider höre ich dann automatisch da auf, wo ich nicht mehr weiter weiß – das macht die Motivation zum wieder anfangen ziemlich zunichte. Allerdings sind die Tage bei denen ich mich an einen Text setze, von dem ich schon weiß, wie es weitergeht, von unschätzbarem Wert. Man steht morgens auf und ist sofort drin! Kein langes überlegen. Kein wie war das nochmal… Die ersten Sätze stehen auf dem virtuellen Papier ehe ich auch nur einmal grübeln muss. Und zack, sind es 500 Wörter in einer Viertelstunde. Meine Tippgeschwindigkeit lässt das locker zu. Meist ist es die mangelnde Idee, die mich stocken lässt. Nicht dass es mir keinen Spaß macht, mich der Herausforderung der mangelnden Idee zu stellen, aber der Schreibfluss ich ganz sicher besser, wenn ich eine Idee habe und ihr nur folgen muss.

Ein Vergleich, der sich mir da aufdrängt, ist die Jagd.

Wenn du weißt, dass dein Ziel das Kaninchen ist, kannst du dich darauf beschränken dem fliehenden Tier zu folgen, statt an jeder Ecke auf der Karte nach dem Weg zu schauen. Wie kommst du wohl schneller voran?

5. Der letzte Tipp von Angela ist kein Tipp sondern ein Link zu weiteren wertvollen Inhalten dieser großartigen Seite.

http://writershelpingwriters.net/2015/11/nanowrimo-triage-center-helping-you-get-to-50k/

Bitte beschränk dich nicht auf diesen Beitrag, bitte lies alles von den Autorinnen, was du finden kannst.

Sie haben so viel Wissen auf Lager, es ist der Hammer!

5b. Geh raus und lass dich neu inspirieren!

Ich habe dir 5 Tipps versprochen und deshalb bekommst du noch einen von meinen persönlichen Favoriten. Mir hilft es, eine bestimmte Zeit ganz gezielt mit anderen Dingen zu verbringen. Dinge, die meinen Geist nicht besonders fordern, gern an frischer Luft. Nein damit war also definitiv nicht Computerspielen gemeint sondern Unkrautzupfen, Radfahren, Joggen, ein Spaziergang, Kochen, Wäsche falten, Bügeln…

Mein bester Schreibtag war immer noch der Tag, an dem ich konsequent die Pomodori-Methode angewandt habe und dabei Hausarbeit und Schreiben abgewechselt habe – also wenn du festhängst, probier das aus!

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5 Gedanken zu “5 Tipps wie du im NaNoWriMo (und auch sonst) den Fluss der Worte beschleunigst

  1. Alice deGrey schreibt:

    Danke für die Ideen! Nr 3 kannte ich auch noch nicht, klingt aber sehr hilfreich! Vielleicht wende ich das gleich mal auf die Szene an, bei der ich gerade feststecke.

    Zu 5b würde ich gerne hinzufügen, dass es sehr inspiriert, zu Recherchezwecken Museen, Sehenswürdigkeiten oder andere Orte in der näheren Umgebung zu besuchen. Gut, ich mache es mir leicht, da ich viele Geschichten in meiner eigenen Stadt ansiedle. Aber vielleicht gibt es zB auch in deiner Nähe Orte, die direkt oder indirekt etwas mit deiner Geschichte zu tun haben!

    Gefällt 1 Person

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