Wochenabschluss: Projektstatus KW 38/16

In dieser Woche bin ich wieder deutlich besser mit meinen Tageszielen zurecht gekommen. Ich habe die für mich wichtige Grenze von 50.000 Wörtern überschritten. Darauf werde ich jetzt kurz mal stolz sein 😉

Okay, fertig. Insgesamt sind es diese Woche etwa 7.000 Wörter geworden. Damit kann ich leben, es geht aber deutlich besser. Ich habe es aber immerhin geschafft, wieder jeden Tag etwas zu schreiben. Nächste Woche muss ich mal versuchen, weniger Zeit damit verbringen, auf den blinkenden Cursor am Ende der Zeile zu starren.

Wann immer möglich schreibe ich übrigens meine ersten 300 Wörter des Tages bei meiner ersten Tasse Kaffee am Esstisch. Da schreibt es sich leicht. Wenn ich anschließend zur Arbeit fahre, weiß ich „Was auch immer kommt, 300 Wörter stehen schon“. Das ist ein gutes Gefühl.

Mein größtes Problem in dieser Woche war die Passivität meiner Charaktere. Ich weiß, dass ich da noch extrem viel umschreiben muss, wenn ich Korrekturen dann irgendwann zulasse. In meinem Notizbuch und bzw. in der Notizebene meines Schreibprogramms sammle ich Änderungshinweise an mich selbst. Dort stehen im Moment insbesondere Hinweise zur Erzählperspektive, Erzählersprache und das Thema Passivität. Zur Erzählperspektive und der Erzählersprache habe ich schon Artikel in Vorbereitung, darauf darfst du dich also schon freuen.

Deshalb möchte ich mich heute dem Thema Passivität widmen:

Eine Geschichte lebt davon, dass deine Charaktere aktiv sind, (falsche) Entscheidungen treffen, Probleme lösen und mit anderen interagieren. Ich habe mal gelesen, dass deine Hauptfigur zwar ohne ihr eigenes Zutun in die Geschichte hineingeraten darf, aber bis zum Höhepunkt der Ereignisse einiges dazu beitragen sollte, dass sich die Dinge zuspitzen.

Hier ein sehr guter zweiteiliger Artikel zu dem Problem des passiven Protagonisten:

Selfpublisherbibel – die gefährlichsten und häufigsten Fehler beim Schreiben eines Romans erkennen beheben vermeiden Teil 1

Selfpublisherbibel – die gefährlichsten und häufigsten Fehler beim Schreiben eines Romans erkennen beheben vermeiden Teil 2

Ich empfehle, unter den beiden Artikeln auch unbedingt die Kommentare zu lesen.

Mein Problem mit der Protagonistin ist vermutlich, dass ihr selbst ihr Ziel noch nicht klar genug ist. Ich habe mir nun also erstmal eine Notiz für die Korrekturen gemacht und angemerkt, dass ich das Ziel bzw. die Motivation meiner Protagonistin stärker herausarbeiten muss. Hier werde ich dem Leser vermutlich einen Wissensvorsprung vor der Protagonistin geben müssen, damit er am Ball bleibt.

Jetzt bin ich in etwa bei der Mitte des Romans angekommen und habe einen Wendepunkt geschaffen, der meine Protagonistin zu mehr eigener Aktivität verleiten wird.

Ich glaube zwar nicht, dass eine Geschichte mit einem passiven Protagonisten zwangsläufig schlecht sein muss. Aber ich glaube, wenn meine Protagonistin aktiver wird, wird meine Geschichte besser. Deshalb bemühe ich mich um mehr Aktivität.

 

Mein Tipp für dich:

Schreib dir auf, was deine Hauptfigur (und deine starken Nebenfiguren) für ein Ziel erreichen will und was mit ihm/ihr (und ihnen) passiert, wenn er/sie es nicht schafft.

projektstatus-kw38

Ein kleines Beispiel hierzu:

Frank muss schnellstmöglich von Berlin nach Hamburg, weil seine Freundin dort ihr gemeinsames Kind bekommt. Es ist seine letzte Chance, ihr zu beweisen, dass er als Vater etwas taugt und dass sie sich auf ihn verlassen kann. Schafft er es nicht, rechtzeitig anzukommen, wird sie ihn verlassen.

In dieser Situation wird Frank hoffentlich alles daran setzen, sein Ziel zu erreichen. Er wird seine Angst vorm Zugfahren überwinden, wenn das seine einzige Chance scheint, nach Hamburg zu kommen. Er wird einem Fremden die Tasche klauen, damit er sein Fahrticket bezahlen kann.

Ist das Ziel von Frank diffus und lautet:

Frank will ein spannendes Wochenende in Hamburg verbringen.

Dann haben wir eine andere Situation. Dafür klaut er vermutlich niemandem die Tasche, wenn er das sonst auch nicht täte. Und er überwindet dafür auch keine großen Ängste. Wenn er nicht nach Hamburg kommt, erlebt er eben woanders etwas Spannendes.

 

Also leg los, schreib auf, was deinen Figuren droht, wenn sie ihr Ziel nicht erreichen und überprüfe, ob das in deiner Story schon so richtig gut rauskommt. Ich werde mich dann jetzt auch mal dieser Hausaufgabe widmen.

Ein Gedanke zu “Wochenabschluss: Projektstatus KW 38/16

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